Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Nepal verordnet Säuberung des Mount Everest

12.07.2005


Höchster Müllplatz der Erde als Umweltbombe



Die Auswirkungen des menschlichen Entdeckergeistes haben auf dem höchsten Berg der Welt deutliche Spuren hinterlassen: Tonnen von Müll, Zelte, leere Sauerstoffflaschen und Lebensmittelverpackungen machen eine der interessantesten Landschaften des Planeten zur höchstgelegenen Mülldeponie. Nun reagiert die Regierung von Nepal und schafft den Abfall unter schwierigen Bedingungen ins Tal, berichtet BBC-Online.

... mehr zu:
»Abfall »Bergsteiger »Everest »Nepal »TAL


Schon Sir Edmund Hillary hat zugegeben bei seiner Erstbesteigung Abfall zurückgelassen zu haben. Doch was damals noch ein Einzelfall war, ist heute zu einem echten Problemfall geworden. Umweltaktivisten haben den Sagarmatha (so der lokale Name für den Mt. Everest) National Park im Himalaya auf die Liste der gefährdeten UNESCO Weltkulturerbe-Regionen gesetzt, da sich die globale Erwärmung dort besonders heftig auswirkt. Darüber hinaus sorgen die Mengen von Müll für ein echtes Umweltproblem, das jährlich schlimmer wird. Hunderte Bergsteiger versuchen Jahr für Jahr ihr Glück am Everest und hinterlassen ihre Spuren.

Die nepalesische Regierung hat auf das Umweltproblem reagiert und verlangt für jede Expedition eine Art "Pfandgebühr", die erst dann rückerstattet wird, wenn der Müll wieder zu Tal getragen wird. Hinzu kommen reine Expeditionen zur Reinigung der Berglandschaft. Träger werden dafür bezahlt den Abfall ins Tal zu schaffen. Waren es in den ersten 30 Jahren nur 150 Bergsteiger, die den Everest bezwungen haben, verzeichnete das Fremdenverkehrsamt im Jahr 2001 diese Zahl in einer einzigen Woche. Bisher haben 2.249 Menschen den höchsten Berg bestiegen. Vor wenigen Wochen schafften es 45 Bergsteiger an einem einzigen Tag.

Die nepalesische Regierung hat für Bergsteiger nun vorgeschlagen, auf Plastik und Glasgefäße zu verzichten und stattdessen Metallcontainer zu verwenden, die im Land selbst recycelt werden sollen. "Es sind aber nicht so sehr die Bergsteiger, die uns Kopfzerbrechen bereiten", so Summit Baral vom Nepalesischen Fremdenverkehrsamt. Auch die normalen Touristengruppen bringen Müll in die entlegenen Regionen. Allein im Vorjahr besuchten rund 379.000 Reisende das Himalaya-Gebiet in Nepal. Erst Anfang des Jahres landete erstmals ein Helikopter auf dem Dach der Welt. Der lokale Dharmapath Youth Club nannte das Unterfangen ein "Verbrechen gegen Nepal und einen Schlag ins Gesicht gegen die Werte des Bergsteigens". Für die Nepalesen stellt sich nun die Frage, dem zahlungskräftigen Publikum aus aller Welt zu widerstehen oder die Bergwelt zur Massentourismus-Destination werden zu lassen. "Der Everest ist immer noch nicht für jeden so einfach zu bezwingen: jedes Jahr lassen zwischen fünf und zehn Bergsteiger ihr Leben am höchste Berg", argumentiert George Martin von EverestNews.com. Dies sei zumindest ein Zeichen dafür, dass Ausdauer erforderlich ist, das Dach der Welt zu bezwingen.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://news.bbc.co.uk
http://www.everestnews.com

Weitere Berichte zu: Abfall Bergsteiger Everest Nepal TAL

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Vogelmonitoring leicht gemacht: Erfassung der Brutvögel wird digitalisiert
22.01.2018 | Bundesamt für Naturschutz

nachricht Versauerung: Wie der Klimawandel die Süßgewässer belastet
12.01.2018 | Ruhr-Universität Bochum

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Optisches Nanoskop ermöglicht Abbildung von Quantenpunkten

Physiker haben eine lichtmikroskopische Technik entwickelt, mit der sich Atome auf der Nanoskala abbilden lassen. Das neue Verfahren ermöglicht insbesondere, Quantenpunkte in einem Halbleiter-Chip bildlich darzustellen. Dies berichten die Wissenschaftler des Departements Physik und des Swiss Nanoscience Institute der Universität Basel zusammen mit Kollegen der Universität Bochum in «Nature Photonics».

Mikroskope machen Strukturen sichtbar, die dem menschlichen Auge sonst verborgen blieben. Einzelne Moleküle und Atome, die nur Bruchteile eines Nanometers...

Im Focus: Optical Nanoscope Allows Imaging of Quantum Dots

Physicists have developed a technique based on optical microscopy that can be used to create images of atoms on the nanoscale. In particular, the new method allows the imaging of quantum dots in a semiconductor chip. Together with colleagues from the University of Bochum, scientists from the University of Basel’s Department of Physics and the Swiss Nanoscience Institute reported the findings in the journal Nature Photonics.

Microscopes allow us to see structures that are otherwise invisible to the human eye. However, conventional optical microscopes cannot be used to image...

Im Focus: Vollmond-Dreierlei am 31. Januar 2018

Am 31. Januar 2018 fallen zum ersten Mal seit dem 30. Dezember 1982 "Supermond" (ein Vollmond in Erdnähe), "Blutmond" (eine totale Mondfinsternis) und "Blue Moon" (ein zweiter Vollmond im Kalendermonat) zusammen - Beobachter im deutschen Sprachraum verpassen allerdings die sichtbaren Phasen der Mondfinsternis.

Nach den letzten drei Vollmonden am 4. November 2017, 3. Dezember 2017 und 2. Januar 2018 ist auch der bevorstehende Vollmond am 31. Januar 2018 ein...

Im Focus: Maschinelles Lernen im Quantenlabor

Auf dem Weg zum intelligenten Labor präsentieren Physiker der Universitäten Innsbruck und Wien ein lernfähiges Programm, das eigenständig Quantenexperimente entwirft. In ersten Versuchen hat das System selbständig experimentelle Techniken (wieder)entdeckt, die heute in modernen quantenoptischen Labors Standard sind. Dies zeigt, dass Maschinen in Zukunft auch eine kreativ unterstützende Rolle in der Forschung einnehmen könnten.

In unseren Taschen stecken Smartphones, auf den Straßen fahren intelligente Autos, Experimente im Forschungslabor aber werden immer noch ausschließlich von...

Im Focus: Artificial agent designs quantum experiments

On the way to an intelligent laboratory, physicists from Innsbruck and Vienna present an artificial agent that autonomously designs quantum experiments. In initial experiments, the system has independently (re)discovered experimental techniques that are nowadays standard in modern quantum optical laboratories. This shows how machines could play a more creative role in research in the future.

We carry smartphones in our pockets, the streets are dotted with semi-autonomous cars, but in the research laboratory experiments are still being designed by...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

Veranstaltungen

15. BF21-Jahrestagung „Mobilität & Kfz-Versicherung im Fokus“

23.01.2018 | Veranstaltungen

Gemeinsam innovativ werden

23.01.2018 | Veranstaltungen

Leichtbau zu Ende gedacht – Herausforderung Recycling

23.01.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Lebensrettende Mikrobläschen

23.01.2018 | Biowissenschaften Chemie

3D-Druck von Metallen: Neue Legierung ermöglicht Druck von sicheren Stahl-Produkten

23.01.2018 | Maschinenbau

CHP1-Mutation verursacht zerebelläre Ataxie

23.01.2018 | Biowissenschaften Chemie

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics