Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Todesursache Nahrungsmangel - Deutsche Wildtier Stiftung startet Feldhamster Schutzprojekt

22.06.2005


Bis in die 1960er Jahre noch weit verbreitet, findet sich der Feldhamster heute in Kategorie II der Roten Liste bedrohter Arten in Deutschland wieder und gilt somit als "stark gefährdet". Die Deutsche Wildtier Stiftung hat deshalb in Zusammenarbeit mit dem Wildbiologen Dr. Ulrich Weinhold ein Projekt zum Schutz des Feldhamsters im Rhein-Neckar-Raum ins Leben gerufen, da hier noch eine der letzten Feldhamsterpopulationen Baden-Württembergs vorkommt. Im Projektgebiet zwischen Mannheim und Heidelberg werden mit Landwirten Verträge über die "hamstergerechte" Bewirtschaftung ihrer Ackerflächen geschlossen.



Ursache für den dramatischen Rückgang der Feldhamsterbestände ist neben dem zunehmenden Flächenverbrauch durch Straßen- und Siedlungsbau vor allem die intensive Landwirtschaft, die dem nachtaktiven Nager die Nahrungsgrundlage raubt: Durch das immer schnellere Abmähen der Getreidefelder und das sofortige Umpflügen der Stoppeläcker bleibt den Hamstern nicht mehr genügend Zeit, um ausreichende Vorräte für den Winter anzulegen. Darüber hinaus bieten die kahlen Äcker kaum Deckung, so dass vor allem junge Hamster leichte Beute für Greifvögel und Füchse sind.



Was hilft dem Feldhamster?

Im Auftrag der Baden-Württembergischen Landesanstalt für Naturschutz wird im Vorfeld ein Monitoring zur Kartierung der Feldhamster im Projektgebiet durchgeführt. Detaillierte Ergebnisse über die Größe der Hamsterpopulation sowie die Flächen, auf denen die bedrohten Nager wohnen, liegen im August 2005 vor. Weitere Schritte im Rahmen des neuen Schutzprojektes basieren auf den ermittelten Daten.

Landwirte, die die betroffenen Flächen "hamstergerecht" bewirtschaften, erhalten von der Stiftung einen finanziellen Ausgleich. Hierfür bauen sie Luzerne und Klee an, um den Tieren ganzjährig Nahrung und ausreichende Deckung zu bieten. Zudem belassen sie auf Getreidefeldern in der Projektregion mindestens fünf Meter breite Erntestreifen und pflügen ihre Stoppelfelder erst nach dem 15. Oktober um, wenn sich die Feldhamster bereits im Winterschlaf befinden.

Somit bleibt den Hamstern genügend Zeit um ausreichende Mengen an Körnern, Knollen und Sämereien in die Vorratskammern ihrer tiefen, verzweigten Bauten zu bringen. Denn mindestens zwei Kilo an Vorräten sind nötig, damit der Feldhamster seinen sechsmonatigen Winterschlaf überleben kann.

Die gemeinnützige Deutsche Wildtier Stiftung mit Sitz in Hamburg wurde 1992 von Haymo G. Rethwisch gegründet. Ihr Ziel ist es, einheimische Wildtiere in ihren natürlichen Lebensräumen zu schützen und erlebbar zu machen. Mit einem Stiftungskapital von 45 Millionen Euro zählt die Deutsche Wildtier Stiftung zu den bedeutendsten Stiftungen für Natur- und Wildtierschutz in Europa.

Sven Holst | idw
Weitere Informationen:
http://www.DeutscheWildtierStiftung.de

Weitere Berichte zu: Deckung Feldhamster Hamster Schutzprojekt

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Online-Karten: Schweinswale und Seevögel in Nord- und Ostsee
15.12.2017 | Bundesamt für Naturschutz

nachricht Wie Brände die Tundra langfristig verändern
12.12.2017 | Gesellschaft für Ökologie e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Immunsystem - Blutplättchen können mehr als bislang bekannt

LMU-Mediziner zeigen eine wichtige Funktion von Blutplättchen auf: Sie bewegen sich aktiv und interagieren mit Erregern.

Die aktive Rolle von Blutplättchen bei der Immunabwehr wurde bislang unterschätzt: Sie übernehmen mehr Funktionen als bekannt war. Das zeigt eine Studie von...

Im Focus: First-of-its-kind chemical oscillator offers new level of molecular control

DNA molecules that follow specific instructions could offer more precise molecular control of synthetic chemical systems, a discovery that opens the door for engineers to create molecular machines with new and complex behaviors.

Researchers have created chemical amplifiers and a chemical oscillator using a systematic method that has the potential to embed sophisticated circuit...

Im Focus: Nanostrukturen steuern Wärmetransport: Bayreuther Forscher entdecken Verfahren zur Wärmeregulierung

Der Forschergruppe von Prof. Dr. Markus Retsch an der Universität Bayreuth ist es erstmals gelungen, die von der Temperatur abhängige Wärmeleitfähigkeit mit Hilfe von polymeren Materialien präzise zu steuern. In der Zeitschrift Science Advances werden diese fortschrittlichen, zunächst für Laboruntersuchungen hergestellten Funktionsmaterialien beschrieben. Die hiermit gewonnenen Erkenntnisse sind von großer Relevanz für die Entwicklung neuer Konzepte zur Wärmedämmung.

Von Schmetterlingsflügeln zu neuen Funktionsmaterialien

Im Focus: Lange Speicherung photonischer Quantenbits für globale Teleportation

Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik erreichen mit neuer Speichertechnik für photonische Quantenbits Kohärenzzeiten, welche die weltweite...

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Call for Contributions: Tagung „Lehren und Lernen mit digitalen Medien“

15.12.2017 | Veranstaltungen

Die Stadt der Zukunft nachhaltig(er) gestalten: inter 3 stellt Projekte auf Konferenz vor

15.12.2017 | Veranstaltungen

Mit allen Sinnen! - Sensoren im Automobil

14.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Weltrekord: Jülicher Forscher simulieren Quantencomputer mit 46 Qubits

15.12.2017 | Informationstechnologie

Wackelpudding mit Gedächtnis – Verlaufsvorhersage für handelsübliche Lacke

15.12.2017 | Verfahrenstechnologie

Forscher vereinfachen Installation und Programmierung von Robotersystemen

15.12.2017 | Energie und Elektrotechnik