Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

GSF und EPA untersuchen Auswirkungen von Feinstaub

21.06.2005


Am 20. und 21. Juni 2005 trafen sich im GSF - Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit hochrangige Wissenschaftler aus den USA und Europa, um neue Erkenntnisse über die Auswirkung von Feinstäuben auf die Gesundheit zu diskutieren. Der Workshop wird von der GSF zusammen mit der Umweltschutzagentur der Vereinigten Staaten von Nordamerika (EPA) ausgerichtet.



Bereits seit 1998 besteht eine äußerst erfolgreiche Kooperation zwischen der GSF und der EPA vor allem auf den Themengebieten "feine und ultrafeine Partikel" und "Allergien/Asthma". Auf diesen Gebieten werden die GSF und die EPA zu den weltweit renommiertesten Forschungseinrichtungen gezählt.

... mehr zu:
»Auswirkung »EPA »Feinstaub »Stäube


Ein Beispiel der fruchtbaren Zusammenarbeit ist die Ursachenforschung zu Allergien in Sachsen-Anhalt: Frühere Untersuchungen ergaben, dass kindliche Allergien in der durch Schwermetalle hoch belasteten Region Hettstedt signifikant häufiger auftraten als im unbelasteten Gebiet Zerbst. In einer ersten Untersuchungsreihe wurden Tierexperimente mit Feinstäuben aus beiden Regionen durchgeführt, wobei der Staub aus Hettstedt zu vermehrten Entzündungsreaktionen und Symptomen führte. Jetzt wurden über mehrere Wochen größere Mengen feiner und ultrafeiner Stäube in Hettstedt und Zerbst gesammelt. Diese wurden in einem stark erweiterten gemeinsamen Untersuchungsprogramm der GSF und der EPA an insgesamt 10 toxikologische Arbeitsgruppen aus Deutschland, den Niederlanden und den USA verteilt. Ziel ist die Identifizierung und gründliche Analyse der Feinstaubanteile und die zugrunde liegenden Mechanismen, die zu den entzündlichen, allergischen Reaktionen führen.

Im Rahmen des Workshops werden die Schwerpunkte der weiteren Zusammenarbeit festgelegt. In Zukunft soll bei der Untersuchung der kleinen Teilchen ein stärkeres Augenmerk auf die Bestimmung der Quellen gelegt werden. Darüber hinaus werden Untersuchungen zu Erkrankungen des Immunsystems und entzündlichen Erkrankungen, zur Anfälligkeit der älteren Bevölkerungsschichten und zur genetischen Prädisposition im Vordergrund stehen.

Epidemiologische Studien der Vergangenheit zeigten, dass winzige Staubpartikel in der Umgebungsluft unsere Gesundheit stark beeinträchtigen können. Besonders gravierend sind die Folgen für das Herz-Kreislauf-System und die Lunge, aber möglicherweise können auch weitere Organsysteme wie z.B. das zentrale Nervensystem in Mitleidenschaft gezogen werden. Als Quellen konnten die Wissenschaftler aus der GSF und den USA vor allem den Kraftverkehr identifizieren, gefolgt von der Industrie. Ein weiteres Thema ist der Vergleich der unterschiedlichen Quellen der Stäube in beiden Ländern.

Aus der Kenntnis der Quellen allein kann jedoch nicht direkt auf die gesundheitlichen Folgen für die Bevölkerung geschlossen werden: Ob der Kontakt mit Feinstaub zu einer bestimmten Erkrankung führt, hängt sowohl von der Toxizität der Teilchen ab, als auch vom Gesundheitszustand und Alter der betroffenen Personen. Kardiovaskuläre Erkrankungen betreffen vor allem ältere Menschen und Menschen mit einer bestehenden Vorerkrankung: Das Risiko nimmt im Alter von über 50 Jahren stark zu, Herz-Kreislauf-Erkrankungen sind gegenwärtig die häufigste Todesursache.

Beim diesjährigen Treffen sind neben GSF und EPA erstmals auch Wissenschaftler der Universität Rochester (New York) vertreten. Diese haben soeben für weitere 5 Jahre die Finanzierung für ihr großes "Particle Center" erhalten, an dem die Institute für Epidemiologie und Inhalationsbiologie der GSF maßgeblich beteiligt sind.

Die Organisatoren erwarten, dass von dieser Veranstaltung mit insgesamt 50 ausgewählten Teilnehmern neue wichtige Impulse für die Partikelforschung ausgehen. Die wichtigsten Ergebnisse werden in einem Bericht zusammengefasst.

Für weitere Informationen und Bildmaterial kontaktieren Sie bitte die GSF- Pressestelle:

GSF - Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Tel: 089/3187-2460
Fax 089/3187-3324
E-Mail: oea@gsf.de

Michael van den Heuvel | idw
Weitere Informationen:
http://www0.gsf.de/neu/Aktuelles/Presse/2005/epa-workshop2.php

Weitere Berichte zu: Auswirkung EPA Feinstaub Stäube

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Müll in den Weltmeeren überall präsent: 1220 Arten betroffen
23.03.2017 | Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

nachricht Internationales Netzwerk bündelt experimentelle Forschung in europäischen Gewässern
21.03.2017 | Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise