Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bundeskanzler Schröder macht Station in der DBU-Modellstadt Ostritz

20.08.2001


Das Internationale Begegnungszentrum im 767 Jahre alten Kloster St. Marienthal hilft, Beziehungen über Landesgrenzen hinaus nach Polen und Tschechien zu knüpfen.


Auf seiner traditionellen politischen Sommerreise vom 13. bis zum 24. August durch verschiedene Teile Ostdeutschlands macht Bundeskanzler Gerhard Schröder morgen Station in der von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU), Osnabrück, mit 22 Millionen Mark geförderten Energieökologischen Modellstadt Ostritz (Sachsen). "Diese Stadt hat es mit unserer Hilfe geschafft, die Wiedervereinigung für eine umfassende Umstellung auf regenerative Energien zu nutzen", sagte Fritz Brickwedde, Generalsekretär der DBU und Ehrenbürger von Ostritz bei diesem Treffen. So habe die im einstmals als "schwarzes Dreieck" bezeichneten Ländereck Deutschland - Polen - Tschechien gelegene Stadt ihre Energieversorgung mittlerweile völlig auf erneuerbare Energieträger umgestellt. Doch auch der grenzüberschreitende Austausch von Wissen spiele in Ostritz eine wichtige Rolle - und bilde einen weiteren Bezug zur Sommerreise des Bundeskanzlers, die der Osterweiterung der Europäischen Union (EU) gewidmet sei: Das Internationale Begegnungszentrum im 767 Jahre alten Kloster St. Marienthal helfe, Beziehungen über Landesgrenzen hinaus nach Polen und Tschechien zu knüpfen.

"Ein wirksamer Umweltschutz setzt einen länderübergreifenden Austausch voraus - nur gemeinsam mit unseren europäischen Partnern kann es gelingen, die Umwelt für nachfolgende Generationen zu bewahren", betonte Brickwedde. Ostritz sei hier wie vielleicht keine zweite Stadt in Deutschland geeignet, als Vorbild für osteuropäische Städte zu dienen, die Erweiterung der EU als Chance für den Umweltschutz zu begreifen. Denn ähnlich den Grenzen Europas, die nun immer weniger Bedeutung besäßen, habe sich auch Ostritz nach der politischen Wende innovativen Ideen des Umweltschutzes geöffnet. Das Konzept, das man hier verfolgt habe, sei in seinem Ausmaß sicher einzigartig, da vor Ort die Möglichkeit bestanden habe, alle regenerativen Energiequellen zu nutzen. Doch auch im kleinen sei eine Neuorientierung wichtig. Wenn jede Stadt des zusammenwachsenden Europas ihren eigenen Beitrag leiste, könnten kleine Maßnahmen zu großen Erfolgen führen - dies habe Ostritz beispielhaft vorgeführt.

1998 habe man hier ein Biomasse-Heizkraftwerk auf Basis der nachwachsenden Rohstoffe Holz und Pflanzenöl eingeweiht, das die zentrale Energieversorgung sichere. Mit der Wärmeleistung des Kraftwerks können alle Gebäude der Stadt ganzjährig mit Raumwärme und Warmwasser versorgt werden. Die in den Wäldern von Ostritz und in einem Sägewerk reichlich anfallenden Holzabfälle werden so einer weiteren Nutzung zugeführt. Bei der Verbrennung setze das Holz jeweils nur so viel Kohlendioxid frei, wie es in der Wachstumsphase der Bäume gebunden worden sei. Somit schließe sich ein Stoffkreislauf, ohne zusätzliche Belastung für die Umwelt zu bedeuten.

Ergänzt werde diese Art der regenerativen Energie von Solaranlagen auf den Dächern öffentlicher und privater Gebäude, der Windenergienutzung im windreichsten Binnenland Deutschlands - der auf diese Weise jährlich erzeugte Strom entspricht dem durchschnittlichen Bedarf von etwa 2000 Vier-Personen-Haushalten und liegt damit rund doppelt so hoch wie der Strombedarf der Stadt - und die Nutzung der Wasserkraft der Neiße, für die man erhaltene, alte Wasserkraftanlagen allmählich reaktiviert habe.

Das Internationale Begegnungszentrum im Kloster St. Marienthal (IBZ) begeistere Besucher sowohl durch seine barocke Architektur als auch seine idyllische Lage in der Flussaue der Neiße. Mit dem IBZ hätten die Nonnen vom Orden der Zisterzienserinnen eine moderne Nutzungsform für die Gebäude gefunden, in denen das gesamte Jahr über ein reger Austausch zwischen internationalen Gästen stattfinde. "Die Lage im Herzen Europas haben Ostritz und das Internationale Begegnungszentrum als eine Herausforderung für die gesamteuropäische Zukunft verstanden - das hier gesammelte technische, wirtschaftliche und wissenschaftliche Know-How einer solchen Umstellung soll in die Welt getragen werden", fasste Brickwedde zusammen. Der Besuch des Bundeskanzlers in Ostritz/St. Marienthal beweise, dass man diese Leistung anerkenne und zur Nachahmung empfehle.

Franz-Georg Elpers | ots
Weitere Informationen:
http://www.dbu.de

Weitere Berichte zu: DBU IBZ

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Klimawandel: Bei Wetterextremen profitiert einheimisches Grünland weniger von steigendem CO2
26.09.2016 | Justus-Liebig-Universität Gießen

nachricht Mikroplastik: Lösungsansätze aus der Bionik
14.09.2016 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Der perfekte Sonnensturm

Ein geomagnetischer Sturm hat sich als Glücksfall für die Wissenschaft erwiesen. Jahrzehnte rätselte die Forschung, wie hoch energetische Partikel, die auf die Magnetosphäre der Erde treffen, wieder verschwinden. Jetzt hat Yuri Shprits vom Deutschen GeoForschungsZentrum GFZ und der Universität Potsdam mit einem internationalen Team eine Erklärung gefunden: Entscheidend für den Verlust an Teilchen ist, wie schnell die Partikel sind. Shprits: „Das hilft uns auch, Prozesse auf der Sonne, auf anderen Planeten und sogar in fernen Galaxien zu verstehen.“ Er fügt hinzu: „Die Studie wird uns überdies helfen, das ‚Weltraumwetter‘ besser vorherzusagen und damit wertvolle Satelliten zu schützen.“

Ein geomagnetischer Sturm am 17. Januar 2013 hat sich als Glücksfall für die Wissenschaft erwiesen. Der Sonnensturm ermöglichte einzigartige Beobachtungen, die...

Im Focus: New welding process joins dissimilar sheets better

Friction stir welding is a still-young and thus often unfamiliar pressure welding process for joining flat components and semi-finished components made of light metals.
Scientists at the University of Stuttgart have now developed two new process variants that will considerably expand the areas of application for friction stir welding.
Technologie-Lizenz-Büro (TLB) GmbH supports the University of Stuttgart in patenting and marketing its innovations.

Friction stir welding is a still-young and thus often unfamiliar pressure welding process for joining flat components and semi-finished components made of...

Im Focus: Neuer Schalter entscheidet zwischen Reparatur und Zelltod

Eine der wichtigsten Entscheidungen, die eine Zelle zu treffen hat, ist eine Frage von Leben und Tod: kann ein Schaden repariert werden oder ist es sinnvoller zellulären Selbstmord zu begehen um weitere Schädigung zu verhindern? In einer Kaskade eines bisher wenig verstandenen Signalweges konnten Forscher des Exzellenzclusters für Alternsforschung CECAD an der Universität zu Köln ein Protein identifizieren (UFD-2), das eine Schlüsselrolle in dem Prozess einnimmt. Die Ergebnisse wurden in der Fachzeitschrift Nature Structural & Molecular Biology veröffentlicht.

Die genetische Information einer jeden Zelle liegt in ihrer Sequenz der DNA-Doppelhelix. Doppelstrangbrüche der DNA, die durch Strahlung hervorgerufen werden...

Im Focus: Forscher entwickeln quantenphotonischen Schaltkreis mit elektrischer Lichtquelle

Optische Quantenrechner könnten die Computertechnologie revolutionieren. Forschern um Wolfram Pernice von der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster sowie Ralph Krupke, Manfred Kappes und Carsten Rockstuhl vom Karlsruher Institut für Technologie ist es nun gelungen, einen quantenoptischen Versuchsaufbau auf einem Chip zu platzieren. Damit haben sie eine Voraussetzung erfüllt, um photonische Schaltkreise für optische Quantencomputer nutzbar machen zu können.

Ob für eine abhörsichere Datenverschlüsselung, die ultraschnelle Berechnung riesiger Datenmengen oder die sogenannte Quantensimulation, mit der hochkomplexe...

Im Focus: First quantum photonic circuit with electrically driven light source

Optical quantum computers can revolutionize computer technology. A team of researchers led by scientists from Münster University and KIT now succeeded in putting a quantum optical experimental set-up onto a chip. In doing so, they have met one of the requirements for making it possible to use photonic circuits for optical quantum computers.

Optical quantum computers are what people are pinning their hopes on for tomorrow’s computer technology – whether for tap-proof data encryption, ultrafast...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

EEHE 2017 – Strom statt Benzin. Experten diskutieren die Umsetzung neuester Fahrzeugkonzepte. Call vor Papers endet am 31.10.2016!

28.09.2016 | Veranstaltungen

Folgenschwere Luftverschmutzung: Forum zur Chemie der Atmosphäre

28.09.2016 | Veranstaltungen

European Health Forum Gastein 2016 beginnt

28.09.2016 | Veranstaltungen

 
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

EEHE 2017 – Strom statt Benzin. Experten diskutieren die Umsetzung neuester Fahrzeugkonzepte. Call vor Papers endet am 31.10.2016!

28.09.2016 | Veranstaltungsnachrichten

Wie Blockchain die Finanzwelt verändert

28.09.2016 | Wirtschaft Finanzen

Neue Plasmaanlage - Präzise und hoch entwickelte Chips

28.09.2016 | Physik Astronomie