Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

SOS für einen Leguan

24.05.2005


Das langsame Sterben eines endemischen Karibik-Bewohners



Rosig sieht die Zukunft des blauen Leguans (Cyclura lewisi) nicht aus. Das bis zu 140 Zentimeter lange Reptil ist massiv vom Aussterben bedroht. Nur noch 25 Tiere leben auf der Insel Grand Cayman in der Karibik. Nach einem Bericht auf BBC-online rufen Umweltschützer die Welt um Hilfe, um den Tieren, die immerhin auf eine drei Millionen Jahre lange Stammesgeschichte zurückblicken können, das Überleben zu sichern.

... mehr zu:
»Aussterben »BIRP »Leguan »Überleben


"Die Zeit läuft nicht gut für die Leguane", so Fred Burton, Direktor des Blue Iguana Recovery Programme (BIRP). Unüberwindliche biologische oder soziale Barrieren gibt es eigentlich nicht, dennoch koste das Aufzuchtprogramm viel Geld, wie der Experte sagt. BIRP war eigentlich dafür gedacht, zu zeigen wie ein Tier, das vom Aussterben bedroht ist, wieder in der freien Wildbahn etabliert werden kann. Nach Ansicht der Forscher benötige man dazu lediglich rudimentäre psychologische Verständnisse über das Leben und die Bedingungen der Leguane. Ursache für das Zurückdrängen der Tiere in die Gefangenschaft war die Ankunft des Menschen auf den Cayman Islands vor rund 300 Jahren. Die ersten Siedler brachten nämlich Hunde und Katzen mit und drängten die Leguane damit von der Küstenregion ins unwirtliche Landesinnere. Da die Leguane Hunde und Katzen nicht als natürliche Feinde kennen, endet die erste Begegnung mit diesen Tieren häufig fatal für die Reptilien. Auch die ersten Siedler verschmähten das angeblich gut schmeckende Fleisch der Leguane nicht. Erschwerend hinzu kam noch der rasante Anstieg der Bevölkerung in den vergangenen 50 Jahren.

Die Blauen Leguane erhielten ihren Namen von ihrer Haut, die sich mit zunehmenden Alter von braun zu bläulich verfärbt. BIRP arbeitet seit zwei Jahren daran, Leguane aufzuziehen und dann in Freiheit zu entlassen. Mit Hilfe von Sendern werden die Leguane nach ihrer Freilassung überwacht. Obwohl das Monitoring gut funktioniert, ist die Zahl der freilebenden Leguane nicht wesentlich angestiegen. "Wirklich große Ansprüche haben die Leguane nicht: Sie brauchen lediglich ungestörte Brutplätze, genug pflanzliche Nahrung und viel Sonne", so Matthew Cottam vom Cayman Islands Department of Environment. Das Überleben der Leguane kann allerdings nur dann gesichert werden, wenn der Lebensraum für sie erhalten bleibt, meint der Experte.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.blueiguana.ky
http://news.bbc.co.uk
http://www.nationaltrust.org.ky

Weitere Berichte zu: Aussterben BIRP Leguan Überleben

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Von der Weser bis zur Nordsee: PLAWES erforscht Mikroplastik-Kontaminationen in Ökosystemen
20.09.2017 | Universität Bayreuth

nachricht Der Monsun und die Treibhausgase
18.09.2017 | Forschungszentrum Jülich

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: The pyrenoid is a carbon-fixing liquid droplet

Plants and algae use the enzyme Rubisco to fix carbon dioxide, removing it from the atmosphere and converting it into biomass. Algae have figured out a way to increase the efficiency of carbon fixation. They gather most of their Rubisco into a ball-shaped microcompartment called the pyrenoid, which they flood with a high local concentration of carbon dioxide. A team of scientists at Princeton University, the Carnegie Institution for Science, Stanford University and the Max Plank Institute of Biochemistry have unravelled the mysteries of how the pyrenoid is assembled. These insights can help to engineer crops that remove more carbon dioxide from the atmosphere while producing more food.

A warming planet

Im Focus: Hochpräzise Verschaltung in der Hirnrinde

Es ist noch immer weitgehend unbekannt, wie die komplexen neuronalen Netzwerke im Gehirn aufgebaut sind. Insbesondere in der Hirnrinde der Säugetiere, wo Sehen, Denken und Orientierung berechnet werden, sind die Regeln, nach denen die Nervenzellen miteinander verschaltet sind, nur unzureichend erforscht. Wissenschaftler um Moritz Helmstaedter vom Max-Planck-Institut für Hirnforschung in Frankfurt am Main und Helene Schmidt vom Bernstein-Zentrum der Humboldt-Universität in Berlin haben nun in dem Teil der Großhirnrinde, der für die räumliche Orientierung zuständig ist, ein überraschend präzises Verschaltungsmuster der Nervenzellen entdeckt.

Wie die Forscher in Nature berichten (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005), haben die...

Im Focus: Highly precise wiring in the Cerebral Cortex

Our brains house extremely complex neuronal circuits, whose detailed structures are still largely unknown. This is especially true for the so-called cerebral cortex of mammals, where among other things vision, thoughts or spatial orientation are being computed. Here the rules by which nerve cells are connected to each other are only partly understood. A team of scientists around Moritz Helmstaedter at the Frankfiurt Max Planck Institute for Brain Research and Helene Schmidt (Humboldt University in Berlin) have now discovered a surprisingly precise nerve cell connectivity pattern in the part of the cerebral cortex that is responsible for orienting the individual animal or human in space.

The researchers report online in Nature (Schmidt et al., 2017. Axonal synapse sorting in medial entorhinal cortex, DOI: 10.1038/nature24005) that synapses in...

Im Focus: Tiny lasers from a gallery of whispers

New technique promises tunable laser devices

Whispering gallery mode (WGM) resonators are used to make tiny micro-lasers, sensors, switches, routers and other devices. These tiny structures rely on a...

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz zum Biomining ab Sonntag in Freiberg

22.09.2017 | Veranstaltungen

Die Erde und ihre Bestandteile im Fokus

21.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

11. BusinessForum21-Kongress „Aktives Schadenmanagement"

22.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten

DFG bewilligt drei neue Forschergruppen und eine neue Klinische Forschergruppe

22.09.2017 | Förderungen Preise

Lebendiges Gewebe aus dem Drucker

22.09.2017 | Biowissenschaften Chemie