Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Öffentliche Hand kann viel mehr für den Umweltschutz tun

08.08.2001


"Handbuch Umweltcontrolling für die öffentliche Hand" vorgestellt

Behörden und andere öffentliche Einrichtungen haben noch lange nicht ihre Möglichkeiten im Umweltschutz ausgeschöpft. Zum Beispiel beim Energiesparen: Fünf bis sechs Prozent des Endenergieverbrauchs in Deutschland gehen auf das Konto der öffentlichen Hand. Allein bei der Heizenergie lassen sich bis zu 60 Prozent einsparen. Voraussetzung dafür: Umweltmanagement und Umweltcontrolling halten Einzug in öffentlichen Einrichtungen. Wie dies erfolgreich umgesetzt werden kann, zeigt ein neues Handbuch, das der Präsident des Umweltbundesamtes, Prof. Dr. Andreas Troge, heute vorstellte. Das vom Bundesumweltministerium und Umweltbundesamt herausgegebene "Handbuch Umweltcontrolling für die öffentliche Hand" wendet sich an die öffentlichen Verwaltungen auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene, aber auch an Schulen, Universitäten, Krankenhäuser und sonstige öffentliche Einrichtungen. Es soll dazu beitragen, alle Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des öffentlichen Dienstes zum Umweltschutz zu motivieren. Troge betonte: "Was in vielen Unternehmen bereits gang und gäbe ist, muss künftig auch in Behörden und anderen öffentlichen Einrichtungen selbstverständlich werden: mit Umweltmanagement und Umweltcontrolling einen aktiven Beitrag zu einer nachhaltigen Entwicklung zu leisten. Der Einsatz dieser Instrumente entlastet die Umwelt und macht das Verwaltungshandeln effizienter. Dies spart Kosten und entlastet somit auch die Steuerzahler."

Für viele Unternehmen ist es selbstverständlich, auf Energie- oder Wasserverbrauch oder die Abfallmenge zu achten, ökologische und ökonomische Einsparpotenziale zu identifizieren und zu nutzen. Der Schlüssel dazu ist ein umfassendes Umweltmanagement, das durch ein kontinuierliches Umweltcontrolling gestützt wird. Dabei gewährleistet das Umweltcontrolling die unerlässliche fortlaufende Erfassung, Prüfung und Bewertung der Umwelteinwirkungen des Verwaltungshandelns. So ist es möglich, Fehlentwicklungen frühzeitig zu erkennen und zu prüfen, ob die gesteckten
Umweltziele erreicht werden. Das Umweltcontrolling stellt insofern die erforderlichen Grundlagen für die Entscheidungen des Umweltmanagements bereit. Es ist zugleich Dienstleister und Erfolgsfaktor für das Umweltmanagement.
Mit dem "Handbuch Umweltcontrolling für die öffentliche Hand" liegt erstmals ein Werk vor, das alle wesentlichen Aspekte des Themas aufgreift. Es beschreibt den Nutzen von Umweltcontrolling und die Schnittstellen zum Verwaltungscontrolling sowie zum Umweltmanagement. Auch bei der Anwendung der neuen, im Frühjahr 2001 in Kraft getretenen EG-Umweltaudit-Verordnung, die erstmals der öffentlichen Hand die Teilnahme am EG-Umweltaudit ermöglicht, ist das Handbuch hilfreich. Es schildert detailliert und anhand praktischer Beispiele, wie Umweltcontrolling in den verschiedenen umweltrelevanten Handlungsfeldern, das heißt in den Bereichen Beschaffung, Gebäude und Liegenschaften, Energie, Wasser, Abfall, Mobilität und Gefahrstoffe eingesetzt werden kann.
Im "Handbuch Umweltcontrolling für die öffentliche Hand" sind eine Fülle positiver Beispiele, Hinweise und Tipps aus der Praxis veröffentlicht. Es ist ein Handbuch aus der Praxis für die Praxis.
Der Deutsche Bundestag hat sich in einem Beschluss vom 6.April 2000 für die Einführung und Nutzung von Umweltcontrolling und von Umweltmanagementsystemen in den Behörden des Bundes ausgesprochen. Mit der Veröffentlichung des Handbuchs schaffen das Umweltbundesamt und das Bundesumweltministerium jetzt eine wichtige Grundlage für die praktische Umsetzung dieses Beschlusses.
Das Umweltbundesamt hat diesen Weg mit der Teilnahme am EG-Umweltaudit-System selbst beschritten. "Was wir anderen im Umweltschutz empfehlen, muss auch für das Umweltbundesamt gelten; heute wie ebenso für unser zukünftiges, nach ökologischen Kriterien gebautes Dienstgebäude in Dessau. Das Handbuch hilft, Umweltschutz in der Behörde ökologisch und ökonomisch sinnvoll umzusetzen", sagte Troge.


! Das "Handbuch Umweltcontrolling für die öffentliche Hand" wird im Verlag Franz Vahlen herausgegeben und umfasst etwa 340 Seiten. Es kostet 38 DM und ist im Buchhandel (ISBN 3 8006 2727 2) oder direkt beim Verlag Franz Vahlen, Wilhelmstraße 9, 80801 München, erhältlich.
Wer sich zunächst kurz und knapp informieren will, findet auf der Internet-Seite des Umweltbundesamtes unter der Adresse http://www.umweltbundesamt.de die wichtigsten Fakten aus dem Handbuch. Eine 5-seitige Hintergrundinformation kann auch über die Pressestelle, E-Mail: jana.schmidt@uba.de angefordert werden.

Karsten Klenner | idw
Weitere Informationen:
http://www.umweltbundesamt.de/

Weitere Berichte zu: Umweltcontrolling Umweltmanagement

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Dünenökosysteme modellieren
23.06.2017 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

nachricht Es wird zu bunt im Gillbach: Weitere nichtheimische Buntbarschpopulation in Deutschland nachgewiesen
22.06.2017 | Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften