Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Rückkehr des kleinsten einheimischen Adlers aus Afrika

29.04.2005


Schutzprojekte bieten Lebensraum für die akut bedrohten Schreiadler



Der Schreiadler kehrt aus seinem Winterquartier im südlichen Afrika in seine verbliebenen deutschen Brut- und Jagdreviere zurück. Durch den jahrzehntelangen Eingriff des Menschen in seinen Lebensraum gehört der Schreiadler mit 125 Brutpaaren zu den am stärksten vom Aussterben bedrohten Tierarten Deutschlands.



Um sein Überleben in Deutschland zu sichern, unterstützt die Deutsche Wildtier Stiftung in Zusammenarbeit mit Naturschutzexperten und Fachbehörden ein Schreiadler-Projekt in Mecklenburg-Vorpommern, weitere sind in Planung. Der Schreiadler ist nicht nur der Kleinste unter den einheimischen Adlerarten, sondern ein besonderer: Er jagt seine Beute zu Fuß. Deshalb ist der Erhalt offener Nahrungsflächen für ihn dringend erforderlich. Ziel ist der Erhalt und die Verbesserung des Lebensraumes für diese Art zum Beispiel durch die Schaffung artenreicher Feuchtwiesen. Hauptursachen der starken Gefährdung in Deutschland sind der drastische Rückgang von unzerschnittenen, reich strukturierten Landschaften, wie sie für die erfolgreiche Balz, Brut und Jungvogelaufzucht benötigt werden. Der Verlust strukturreicher Wälder mit Altholzbeständen sowie die Entwässerung von Feuchtgebieten engen den Lebensraum zusätzlich ein.

Regionaler Schwerpunkt des Schutzprojektes (2002 bis 2006) in Mecklenburg-Vorpommern ist das Flusstalmoor der Recknitz zwischen Marlow und Ribnitz. Hier konnten auf rund 1.200 Hektar Fläche fünf Schreiadler Brutpaare nachgewiesen werden. Eingebettet in ein komplexes Renaturierungsprojekt sollen die Schutz-maßnahmen durch die Erhöhung des Wasserstandes die erneute Bildung artenrei-cher Feuchtwiesen ermöglichen.

Zusätzlich ist im Anschluss eine extensive landwirtschaftliche Nutzung oder Pflege erforderlich, um die sukzessive Herausbildung von Röhrichten und Hochstaudenfluren zu unterbinden und die Grünlandflächen als Jagdrevier für den Schreiadler dauerhaft offen zuhalten. Die Stiftung unterstützt insbesondere die Maßnahmen zur Pflege der Flächen, damit das laute "Jück" des Schreiadlers auch zukünftig in den Wäldern und Fluren ertönt.

Die gemeinnützige Deutsche Wildtier Stiftung mit Sitz in Hamburg wurde 1992 von Haymo G. Rethwisch gegründet. Ihr Ziel ist es, einheimische Wildtiere in ihren natürlichen Lebensräumen zu schützen und erlebbar zu machen. Mit einem Stiftungskapital von 45 Millionen Euro zählt die Deutsche Wildtier Stiftung zu den bedeutendsten Stiftungen für Natur- und Wildtierschutz in Europa.

Sven Holst | idw
Weitere Informationen:
http://www.DeutscheWildtierStiftung.de

Weitere Berichte zu: Adler Feuchtwiesen Jagdrevier Lebensraum Schreiadler

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Online-Karten: Schweinswale und Seevögel in Nord- und Ostsee
15.12.2017 | Bundesamt für Naturschutz

nachricht Wie Brände die Tundra langfristig verändern
12.12.2017 | Gesellschaft für Ökologie e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Immunsystem - Blutplättchen können mehr als bislang bekannt

LMU-Mediziner zeigen eine wichtige Funktion von Blutplättchen auf: Sie bewegen sich aktiv und interagieren mit Erregern.

Die aktive Rolle von Blutplättchen bei der Immunabwehr wurde bislang unterschätzt: Sie übernehmen mehr Funktionen als bekannt war. Das zeigt eine Studie von...

Im Focus: First-of-its-kind chemical oscillator offers new level of molecular control

DNA molecules that follow specific instructions could offer more precise molecular control of synthetic chemical systems, a discovery that opens the door for engineers to create molecular machines with new and complex behaviors.

Researchers have created chemical amplifiers and a chemical oscillator using a systematic method that has the potential to embed sophisticated circuit...

Im Focus: Nanostrukturen steuern Wärmetransport: Bayreuther Forscher entdecken Verfahren zur Wärmeregulierung

Der Forschergruppe von Prof. Dr. Markus Retsch an der Universität Bayreuth ist es erstmals gelungen, die von der Temperatur abhängige Wärmeleitfähigkeit mit Hilfe von polymeren Materialien präzise zu steuern. In der Zeitschrift Science Advances werden diese fortschrittlichen, zunächst für Laboruntersuchungen hergestellten Funktionsmaterialien beschrieben. Die hiermit gewonnenen Erkenntnisse sind von großer Relevanz für die Entwicklung neuer Konzepte zur Wärmedämmung.

Von Schmetterlingsflügeln zu neuen Funktionsmaterialien

Im Focus: Lange Speicherung photonischer Quantenbits für globale Teleportation

Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik erreichen mit neuer Speichertechnik für photonische Quantenbits Kohärenzzeiten, welche die weltweite...

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Call for Contributions: Tagung „Lehren und Lernen mit digitalen Medien“

15.12.2017 | Veranstaltungen

Die Stadt der Zukunft nachhaltig(er) gestalten: inter 3 stellt Projekte auf Konferenz vor

15.12.2017 | Veranstaltungen

Mit allen Sinnen! - Sensoren im Automobil

14.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Weltrekord: Jülicher Forscher simulieren Quantencomputer mit 46 Qubits

15.12.2017 | Informationstechnologie

Wackelpudding mit Gedächtnis – Verlaufsvorhersage für handelsübliche Lacke

15.12.2017 | Verfahrenstechnologie

Forscher vereinfachen Installation und Programmierung von Robotersystemen

15.12.2017 | Energie und Elektrotechnik