Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Wilde Störe aus Kanada

26.04.2005


Die Nachkommen der urtümliche Fische sollen die Oder und Ostsee besiedeln

... mehr zu:
»Gewässerökologie »IGB »Lkw »Störe

Das Projekt zur Wiederansiedlung des Störs in Deutschland geht in eine entscheidende Phase. Am Mittwoch, 27. April, werden in Frankfurt am Main zwanzig Störe aus Kanada eintreffen. Die Wildfänge kommen in eigens für sie konstruierten Behältern per Luftfracht an. Ihr nächstes Ziel sind Quarantänebecken der Landesforschungsanstalt Mecklenburg-Vorpommern in Born / Darß. Diese Etappe der Reise werden die urtümlichen Fische per LKW zurücklegen.

Für Journalisten besteht am 27. April von 12.30 Uhr an die Gelegenheit, die Ankunft der großen Fische mitzuverfolgen und sich über die Hintergründe des Projektes zu informieren. Prof. Frank Kirschbaum vom Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB) in Berlin wird zum Beispiel erläutern, welche umfangreichen wissenschaftlichen Vorarbeiten nötig waren und wieso in Deutschland zwei unterschiedliche Arten eingebürgert werden sollen.


Molekulargenetische und morphologische Untersuchungen hatten ergeben, dass in der Ostsee seit rund tausend Jahren amerikanische Störe (Acipenser oxyrinchus) heimisch gewesen waren und nicht, wie zuvor angenommen, europäische (Acipenser sturio). Die europäische Art ist dagegen in der Nordsee und ihren Zuflüssen heimisch gewesen. Ein Bestand von zwanzig Tieren lebt seit Jahren am IGB in Berlin. Er soll den Grundstock für die Wiedereinbürgerung in der Elbe bilden. In die Oder dagegen sollen Acipenser oxyrinchus gelangen.

Ermöglicht wird das ehrgeizige Vorhaben auch durch die Förderung seitens zweier Bundesministerien. Hochrangige Vertreter des Bundesforschungsministeriums und des Bundesumweltministeriums werden daher ebenfalls die Ankunft der kanadischen Störe beobachten und stehen für Fragen zur Verfügung. In Mecklenburg-Vorpommern schließlich will sich Landwirtschaftsminister Dr. Till Backhaus am 28. April über den Projektstand informieren.

Ablaufplan für Medienvertreter am 27. April (Mittwoch):
Ort: Flughafen Frankfurt, Luftfracht TOR 26, Gebäude 455, Air Canada Cargo, Konferenzzimmer

12:30 Eröffnung und Begrüßung
12:35 Hintergrund der aktuellen Bemühungen zur Arterhaltung und Wiedereinbürgerung der Störe in Deutschland (Prof. Frank Kirschbaum, Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei)
12:45 Fang und Transport der Tiere aus Kanada (Gerd Michael Arndt)
12:50 Perspektive des Vorhabens (Jörn Geßner)
13:00 Statement eines Vertreters des Bundesumweltministeriums
13:10 Statement eines Vertreters des Bundesforschungsministeriums
13:20 Beiträge von Vertretern anderer Förderorganisationen
13:30 Fragen und Einzelgespräche
13:45 Entladung der Störe bei der Tierstation am Flughafen Frankfurt der Air Canada Cargo
14:30 Umladen auf Transport LKW
Fototermin
Interviews
15:30 Abfahrt LKW in die Quarantäne nach Born/Darß

Weitere Informationen
Prof. Dr. Frank Kirschbaum, Tel.: 030 / 6 41 81-610

Hintergrund zum Institut

Am IGB forschen jedoch nicht nur Fischspezialisten. Das Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei ist eines der deutschen Zentren für ökosystemare Forschung an limnischen Systemen. Es ist das einzige Forschungsinstitut in Europa, das Hydrologen, Chemiker, Mikrobiologen, Limnologen, Fischökologen und Fischereibiologen unter einem Dach zum Zweck von Ökosystemanalysen vereinigt. Es betreibt multidisziplinäre Grundlagenforschung zur Struktur und Dynamik aquatischer Ökosysteme. Das IGB erarbeitet wissenschaftliche Grundlagen für neue Ökotechnologien, für nachhaltige Binnenfischerei und für ökotoxikologische bzw. -physiologische Bestimmungskriterien der Gewässergüte. Die Forschungen werden an Grundwasser, Seen, Flüssen und deren Einzugsgebieten überwiegend im nordostdeutschen Tiefland betrieben. Das Institut hat rund 170 Mitarbeiter und einen Etat von zirka elf Millionen Euro. Das IGB gehört zum Forschungsverbund Berlin und ist Mitglied der Leibniz-Gemeinschaft.

Josef Zens | idw
Weitere Informationen:
http://www.fv-berlin.de/pdf/stoer1.pdf
http://www.fv-berlin.de/pdf/stoer2.pdf

Weitere Berichte zu: Gewässerökologie IGB Lkw Störe

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Internationales Netzwerk bündelt experimentelle Forschung in europäischen Gewässern
21.03.2017 | Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

nachricht Nur die Spitze des Eisbergs / Monitoring-Programme unterschätzen den Einfluss des Menschen
16.03.2017 | Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Im Focus: Physiker erzeugen gezielt Elektronenwirbel

Einem Team um den Oldenburger Experimentalphysiker Prof. Dr. Matthias Wollenhaupt ist es mithilfe ultrakurzer Laserpulse gelungen, gezielt Elektronenwirbel zu erzeugen und diese dreidimensional abzubilden. Damit haben sie einen komplexen physikalischen Vorgang steuern können: die sogenannte Photoionisation oder Ladungstrennung. Diese gilt als entscheidender Schritt bei der Umwandlung von Licht in elektrischen Strom, beispielsweise in Solarzellen. Die Ergebnisse ihrer experimentellen Arbeit haben die Grundlagenforscher kürzlich in der renommierten Fachzeitschrift „Physical Review Letters“ veröffentlicht.

Das Umwandeln von Licht in elektrischen Strom ist ein ultraschneller Vorgang, dessen Details erstmals Albert Einstein in seinen Studien zum photoelektrischen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

Unter der Haut

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Neues Schiff für die Fischerei- und Meeresforschung

22.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Mit voller Kraft auf Erregerjagd

22.03.2017 | Biowissenschaften Chemie