Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Feinstaubbremse durch Bio-Ethanol

19.04.2005


Weniger Ruß, Feinstaub und Treibhausgase durch Bio-Ethanol in Diesel und Benzin Hohenheimer Forscher befürworten Markteinführungsprogramme



Als Treibstoff bietet Alkohol aus Biomasse - sogenannter Bio-Ethanol - nur Vorteile: Schon fünf bis zehn Prozent Beimischung zum regulären Tankinhalt verringern die Bildung von Treibhausgasen, senken den Rußanteil im Auspuff-Qualm und lassen sogar den Feinstaub-Ausstoss von Diesel schrumpfen. In Deutschland ist beigemengtes Bio-Ethanol seit 2004 von der Mineralölsteuer befreit. Um die Technologie auch in Deutschland zu etablieren, befürworten Forscher wie Agrarökonom Prof. Dr. Jürgen Zeddies von der Universität Hohenheim aktive Markteinführungsprogramme.

... mehr zu:
»Bio-Ethanol »Biomasse »Treibstoff


"In Brasilien wird Bio-Ethanol seit Jahrzehnten beigemischt oder rein verwendet", erklärt Prof. Dr. Zeddies vom Institut für landwirtschaftliche Betriebslehre der Universität Hohenheim. Eine Praxis, von der Europa angesichts langfristig steigender Ölpreise und Gesundheitsbelastungen durch Ruß und Feinstäube lernen sollte. Ein richtiger Schritt sei es gewesen, Bio-Ethanol von der Mineralölsteuer zu befreien. "Was wir jetzt brauchen ist allerdings Wahlfreiheit für Autofahrer und Markteinführungsprogramme, die Bio-Ethanol ähnlich wie Windenergie und Solarstrom fördern".

Gerade in der EU sieht Professor Zeddies ein großes Potential für die Produktion von Bio-Ethanol: "Fünf bis zehn Prozent der EU-Flächen sind stillgelegt, auf weiteren fünf Prozent werden Überschüsse angebaut." In zehn Jahren könnten 20 Prozent der Fläche für die Produktion von Biomasse genutzt werden. Was sich mit dem erklärten Ziel der EU deckt, den Anteil von erneuerbaren Energien bis 2010 auf zwölf Prozent zu steigern.

Grund für die bessere Wirkung von Bio-Ethanol sind seine chemischen Eigenschaften: Beigemischt zum Dieselkraftstoff führt Ethanol zu einer besseren Verbrennung des Kraftstoffs im Motor, wodurch deutlich weniger Feinstaub und Ruß entstehen. "Dieses Prinzip ist in mancher Hinsicht erfolgreicher als ein Rußfilter, ersetzt diesen aber nicht unbedingt", kommentiert der Hohenheimer Ethanol-Experte, Privatdozent Dr. Thomas Senn, vom Fachgebiet für Gärungstechnologie unter Berufung auf jüngst veröffentlichte Daten.

Da derzeit die Produktionskosten von Bio-Ethanol in Europa mit 50 bis 60 Cent noch über den Kosten von fossilem Treibstoff mit derzeit mehr als 30 Cent pro Liter liegen, seien Strategien gefragt, klima- und gesundheitsfreundlichere Treibstoffe wirtschaftlich zu machen. "Einer unserer Forschungsansätze ist es, neben Zuckerrüben und Getreide auch ganze Pflanzen inklusive Stroh zu Alkohol zu vergären", erklärt Dr. Senn. "Dies macht vor allem dadurch Sinn, dass wir auch daran arbeiten, die Abfallstoffe aus der Bioethanol-Gewinnung weiter für die Produktion von Biogas zu nutzen, um den Energie-Gewinn weiter zu maximieren."

Florian Klebs | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-hohenheim.de/

Weitere Berichte zu: Bio-Ethanol Biomasse Treibstoff

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Wie Brände die Tundra langfristig verändern
12.12.2017 | Gesellschaft für Ökologie e.V.

nachricht Mit Drohnen Wildschweinschäden schätzen
12.12.2017 | Gesellschaft für Ökologie e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Nanostrukturen steuern Wärmetransport: Bayreuther Forscher entdecken Verfahren zur Wärmeregulierung

Der Forschergruppe von Prof. Dr. Markus Retsch an der Universität Bayreuth ist es erstmals gelungen, die von der Temperatur abhängige Wärmeleitfähigkeit mit Hilfe von polymeren Materialien präzise zu steuern. In der Zeitschrift Science Advances werden diese fortschrittlichen, zunächst für Laboruntersuchungen hergestellten Funktionsmaterialien beschrieben. Die hiermit gewonnenen Erkenntnisse sind von großer Relevanz für die Entwicklung neuer Konzepte zur Wärmedämmung.

Von Schmetterlingsflügeln zu neuen Funktionsmaterialien

Im Focus: Lange Speicherung photonischer Quantenbits für globale Teleportation

Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik erreichen mit neuer Speichertechnik für photonische Quantenbits Kohärenzzeiten, welche die weltweite...

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Im Focus: Electromagnetic water cloak eliminates drag and wake

Detailed calculations show water cloaks are feasible with today's technology

Researchers have developed a water cloaking concept based on electromagnetic forces that could eliminate an object's wake, greatly reducing its drag while...

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mit allen Sinnen! - Sensoren im Automobil

14.12.2017 | Veranstaltungen

Materialinnovationen 2018 – Werkstoff- und Materialforschungskonferenz des BMBF

13.12.2017 | Veranstaltungen

Innovativer Wasserbau im 21. Jahrhundert

13.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Was für IT-Manager jetzt wichtig ist

14.12.2017 | Unternehmensmeldung

30 Baufritz-Läufer beim 25. Erkheimer Nikolaus-Straßenlauf

14.12.2017 | Unternehmensmeldung

Mit allen Sinnen! - Sensoren im Automobil

14.12.2017 | Veranstaltungsnachrichten