Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Visionen mit Wasser

06.04.2005


Wissenschaftlerin der Universität Hannover befasst sich mit Konsequenzen der Regenwasserbewirtschaftung



Seit mehr als zehn Jahren nimmt in den Städten die Anzahl der Projekte zu, in denen Regenwasser in Mulden versickert oder in Teichen beziehungsweise Becken vorübergehend aufgestaut und nach und nach in ein nahe gelegenes Gewässer abgeleitet wird. Diese Entwicklungen sind zu Gunsten eines umweltverträglicheren Umgangs mit der Ressource Wasser zu begrüßen. In diesen Fällen wird das relativ saubere Regenwasser nicht mehr in das gesamtstädtische Kanalnetz abgeleitet und damit eine Vermengung mit dem häuslichen Abwasser vermieden.



Dr. Gudrun Beneke greift in ihrer Dissertation am Institut für Freiraumentwicklung und Planungsbezogene Soziologie der Universität Hannover das Thema auf und zieht in ihrer Arbeit "Regenwasser in Stadt und Landschaft" eine Zwischenbilanz aus städtebaulicher und freiraumplanerischer Sicht. Diese Arbeit erhielt Anfang diesen Jahres vom DifU (Deutsches Institut für Urbanistik) wegen ihrer Erkenntnisse für die Praxis von Städten und Gemeinden eine Auszeichnung. Das Difu das führt in Vertretung der deutschen Städte, Gemeinden und Kreise kommunalwissenschaftliche Forschungen durch und fördert diese.

Dr. Gudrun Beneke macht deutlich, dass die Abkoppelung der Regenwasserbeseitigung vom gesamtstädtischen Kanalnetz zu einem grundlegenden Bestandteil von Siedlungsentwicklung werden muss. "Bisher zeigt sich eine Bewirtschaftung nach dem Parzellenprinzip" erklärt Dr. Gudrun Beneke, "das heißt sie erfolgt innerhalb kleiner, deutlich abgegrenzter Abschnitte, die sich meist aus den Eigentumsverhältnissen ergeben." Folgen davon sind Eingriffe in das Geländerelief und kleinteilige sowie störungsanfällige Anlagensysteme, aber auch eine unüberschaubare Gewässerorganisation. So kann es unter anderem zu einer stärkeren Durchfeuchtung oberflächennaher Bodenschichten und zu Wasserschäden an Gebäuden kommen. Mit einer fortschreitenden Dezentralisierung werden sich diese Effekte deutlich verstärken. Zugleich steht die bisherige, kleinräumig angelegte dezentrale Regenwasserbewirtschaftung in keinem Verhältnis zur strukturell formgebenden und zugleich zerstörerischen Gestaltungskraft des Wassers.

Mit ihrer interdisziplinär angelegten Arbeit will Beneke eine Umorientierung in der Regenwasserbewirtschaftung anregen. Eine grundlegende, gesamtraumbezogene Planung und Gestaltung als Teil der Siedlungsentwicklung, sowie eine entsprechende Zusammenarbeit von Freiraum-, Landschafts-, Stadt- und Regionalplanern sind dafür Voraussetzung. Eine neuartige Rahmenplanung zur Wasserverteilung, zur Wassergestaltung und zur Verbindung mit Stadt-Landschaftskonzepten ist dafür erforderlich. Diese Umorientierung wird nicht zuletzt auch Einfluss auf das Erscheinungsbild von Städten haben. Statt unzähliger, unscheinbarer Rinnen, Mulden und kleiner Teiche könnten markante und robustere Wasserelemente in Verbindung mit Grünsystemen monotone Stadtlandschaften strukturieren, ästhetisch aufwerten und für die Naherholung nutzbar gemacht werden.

Dr. Stefanie Beier | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-hannover.de

Weitere Berichte zu: Mulden Regenwasser Regenwasserbewirtschaftung

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Das Schweigen der Hummeln
15.11.2017 | Karlsruher Institut für Technologie

nachricht Nachhaltige Wasseraufbereitung löst Algenprobleme
26.10.2017 | SCHOTT AG

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Ultrakalte chemische Prozesse: Physikern gelingt beispiellose Vermessung auf Quantenniveau

Wissenschaftler um den Ulmer Physikprofessor Johannes Hecker Denschlag haben chemische Prozesse mit einer beispiellosen Auflösung auf Quantenniveau vermessen. Bei ihrer wissenschaftlichen Arbeit kombinierten die Forscher Theorie und Experiment und können so erstmals die Produktzustandsverteilung über alle Quantenzustände hinweg - unmittelbar nach der Molekülbildung - nachvollziehen. Die Forscher haben ihre Erkenntnisse in der renommierten Fachzeitschrift "Science" publiziert. Durch die Ergebnisse wird ein tieferes Verständnis zunehmend komplexer chemischer Reaktionen möglich, das zukünftig genutzt werden kann, um Reaktionsprozesse auf Quantenniveau zu steuern.

Einer deutsch-amerikanischen Forschergruppe ist es gelungen, chemische Prozesse mit einer nie dagewesenen Auflösung auf Quantenniveau zu vermessen. Dadurch...

Im Focus: Leoniden 2017: Sternschnuppen im Anflug?

Gemeinsame Pressemitteilung der Vereinigung der Sternfreunde und des Hauses der Astronomie in Heidelberg

Die Sternschnuppen der Leoniden sind in diesem Jahr gut zu beobachten, da kein Mondlicht stört. Experten sagen für die Nächte vom 16. auf den 17. und vom 17....

Im Focus: «Kosmische Schlange» lässt die Struktur von fernen Galaxien erkennen

Die Entstehung von Sternen in fernen Galaxien ist noch weitgehend unerforscht. Astronomen der Universität Genf konnten nun erstmals ein sechs Milliarden Lichtjahre entferntes Sternensystem genauer beobachten – und damit frühere Simulationen der Universität Zürich stützen. Ein spezieller Effekt ermöglicht mehrfach reflektierte Bilder, die sich wie eine Schlange durch den Kosmos ziehen.

Heute wissen Astronomen ziemlich genau, wie sich Sterne in der jüngsten kosmischen Vergangenheit gebildet haben. Aber gelten diese Gesetzmässigkeiten auch für...

Im Focus: A “cosmic snake” reveals the structure of remote galaxies

The formation of stars in distant galaxies is still largely unexplored. For the first time, astron-omers at the University of Geneva have now been able to closely observe a star system six billion light-years away. In doing so, they are confirming earlier simulations made by the University of Zurich. One special effect is made possible by the multiple reflections of images that run through the cosmos like a snake.

Today, astronomers have a pretty accurate idea of how stars were formed in the recent cosmic past. But do these laws also apply to older galaxies? For around a...

Im Focus: Pflanzenvielfalt von Wäldern aus der Luft abbilden

Produktivität und Stabilität von Waldökosystemen hängen stark von der funktionalen Vielfalt der Pflanzengemeinschaften ab. UZH-Forschenden gelang es, die Pflanzenvielfalt von Wäldern durch Fernerkundung mit Flugzeugen in verschiedenen Massstäben zu messen und zu kartieren – von einzelnen Bäumen bis hin zu ganzen Artengemeinschaften. Die neue Methode ebnet den Weg, um zukünftig die globale Pflanzendiversität aus der Luft und aus dem All zu überwachen.

Ökologische Studien zeigen, dass die Pflanzenvielfalt zentral ist für das Funktionieren von Ökosys-temen. Wälder mit einer höheren funktionalen Vielfalt –...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungen

Roboter für ein gesundes Altern: „European Robotics Week 2017“ an der Frankfurt UAS

17.11.2017 | Veranstaltungen

Börse für Zukunftstechnologien – Leichtbautag Stade bringt Unternehmen branchenübergreifend zusammen

17.11.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Technologievorsprung durch Textiltechnik

17.11.2017 | Veranstaltungsnachrichten

IHP präsentiert sich auf der productronica 2017

17.11.2017 | Messenachrichten

Roboter schafft den Salto rückwärts

17.11.2017 | Innovative Produkte