Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Weltweit einzigartiges Klima-Forschungsprojekt gestartet

24.03.2005

"Hallo Lufthansa! In der Reihe der Weltfluggesellschaften heißen wir das "neue" alte Mitglied willkommen." Das ist der Wortlaut einer am 1. April 1955 geschalteten Anzeige, mit der Pan American damals die Wiederaufnahme des Flugbetriebs der Lufthansa öffentlich begrüßte. Am 1. April steht nun das 50-jährige Jubiläum der Lufthansa an. Zu diesem Anlass möchten wir Sie bis zu diesem Datum jeweils montags und donnerstags über verschiedene Themen rund um die Geschichte und Entwicklung der Fluggesellschaft informieren.

Er ist Vater eines Umweltprojektes mit dem exotischem Namen CARIBIC: Professor Paul Crutzen, 71, vom Max-Planck-Institut für Chemie in Mainz. Im Jahr 1995 erhielt der gebürtige Niederländer mit zwei amerikanischen Kollegen den Chemie-Nobelpreis für die Forschung über die Ursachen des Ozonlochs. Zur Zeit leitet der renommierte Klimaforscher mit aktiver Lufthansa Unterstützung ein weltweit einzigartiges Forschungsprojekt.

... mehr zu:
»CARIBIC »Container

Es führt das Kürzel CARIBIC, hat aber mit Traumstränden und Steel Bands rein gar nichts zu tun. CARIBIC steht vielmehr für "Civil Aircraft for the Regular Investigation of the Atmosphere Based on an Instrument Container", (Zu Deutsch: Passagierflugzeug für die regelmäßige Untersuchung der Atmosphäre mit Hilfe eines Labor-Containers). Das klingt genauso kompliziert, wie es ist: Unter Federführung des Mainzer Max-Planck-Instituts für Chemie spüren mehr als zehn wissenschaftliche Einrichtungen aus sechs europäischen Ländern rund 50 verschiedenen Gasen und Partikelverbindungen in der Erdatmosphäre nach. Unterstützt wird das Vorhaben vom bundesdeutschen Forschungsministerium, der Europäischen Gemeinschaft und Lufthansa.

"CARIBIC ist ein wirklich europäisches Projekt", sagt der Koordinator Dr. Carl Brenninkmeijer von der Abteilung für Atmosphärenchemie, "getragen vom gemeinsamen Bewusstsein für die Umwelt und dem Willen zur Zusammenarbeit." Und es leistet Pionierarbeit: "Für die Untersuchungen wird ein werksneuer Langstrecken-Airbus A340- 600 eigens von den Spezialisten der Lufthansa Technik umgebaut", erklärt Dr. Karlheinz Haag, Leiter der Abteilung Umweltkonzepte des Lufthansa Konzern. Die erstmalige Umrüstung des Flugzeugs für die Forschungsaufgabe dauert ganze 17 Tage oder - anders ausgedrückt - mehr als 1000 Ingenieurstunden.

"Als Labor benutzen wir einen mit 20 wissenschaftlichen Instrumenten ausgerüsteten Frachtcontainer", erläutert Professor Paul Crutzen. "Der Container wird im Flugzeug mit dem Außenluft-Einlasssystem verbunden, so dass während des gesamten Fluges in Reiseflughöhe analysiert werden kann." - mitten im für die Klimaforschung so wichtigen Bereich der so genannten Tropopause, der Grenzschicht zwischen Troposphäre und darüber liegender Stratosphäre in acht bis zwölf Kilometern Höhe. Hier können Satelliten und bodengestützte Messungen - aufgrund ihrer groben vertikalen Auflösung - klimarelevante Messgrößen nur unzureichend erfassen. Die CARIBIC Forschungsflüge helfen somit, dort eine wichtige Beobachtungslücke zu schließen.

Über einen Projektzeitraum von mindestens 10 Jahren werden über große Distanzen hinweg durchgängig riesige Datensätze aufgezeichnet. Beide Faktoren - vergleichsweise lange Zeiträume und Datendichte - sind für die Wissenschaft von besonderer Bedeutung. Mit einer Reichweite von rund 13.000 km ist der Lufthansa CARIBIC-Airbus nahezu ebenso global einsetzbar wie die Satellitenfernerkundung vom Weltraum aus - bloß kostengünstiger. Die Mess-Einrichtung ist komplett auf dem neusten Stand der Technik.

"Der Lufthansa Langstreckenjet ist heute besser ausgestattet als manches Forschungsflugzeug", freut sich Haag. Ein bis zweimal im Monat soll das fliegende, etwa 15 Passagiere schwere Lufthansa Labor "auf Langstrecke" gehen. "Durch die Verwendung einer Linienmaschine erhalten wir kontinuierlich Daten - auch aus Gebieten, in denen Forschungsflugzeuge sonst nur sporadisch messen", ergänzt Brenninkmeijer, "das ist besonders interessant, um die weltweite Verteilung von Gasen und Schadstoffen in der Atmosphäre dokumentieren zu können."

Der Laborcontainer im Frachtraum des Lufthansa Jets arbeitet den ganzen Reiseflug unabhängig und vollautomatisch. Von den Ergebnissen des CARIBIC Projektes versprechen sich die Wissenschaftler ein besseres Verständnis über die Bildung, Zusammensetzung und Verteilung von Aerosol-Partikeln, über den Transport von kontinentalen Verschmutzungsfahnen sowie über deren chemische Veränderungsprozesse.

"Man gewinnt mit CARIBIC grundlegende Erkenntnisse über die Prozesse in der Atmosphäre." fasst Dr. Andreas Waibel, Klimawissenschaftler auf Lufthansa Seite zusammen "Modelle zur Klimavorhersage lassen sich deutlich verbessern und die Diskussion um die Klimawirkung des Luftverkehrs versachlichen".

Neben Investitionen in eine moderne und umweltverträgliche Flotte spielt die Unterstützung von wissenschaftlichen Projekten - insbesondere zur Klimaforschung - eine herausragende Rolle. Genau zu wissen, welche Auswirkungen das Fliegen auf die Umwelt hat, ist bei Lufthansa Basis für eine effektive Vorsorgepolitik.

| presseportal
Weitere Informationen:
http://www.lufthansa.com

Weitere Berichte zu: CARIBIC Container

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Wie Brände die Tundra langfristig verändern
12.12.2017 | Gesellschaft für Ökologie e.V.

nachricht Mit Drohnen Wildschweinschäden schätzen
12.12.2017 | Gesellschaft für Ökologie e.V.

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Long-lived storage of a photonic qubit for worldwide teleportation

MPQ scientists achieve long storage times for photonic quantum bits which break the lower bound for direct teleportation in a global quantum network.

Concerning the development of quantum memories for the realization of global quantum networks, scientists of the Quantum Dynamics Division led by Professor...

Im Focus: Electromagnetic water cloak eliminates drag and wake

Detailed calculations show water cloaks are feasible with today's technology

Researchers have developed a water cloaking concept based on electromagnetic forces that could eliminate an object's wake, greatly reducing its drag while...

Im Focus: Neue Einblicke in die Materie: Hochdruckforschung in Kombination mit NMR-Spektroskopie

Forschern der Universität Bayreuth und des Karlsruhe Institute of Technology (KIT) ist es erstmals gelungen, die magnetische Kernresonanzspektroskopie (NMR) in Experimenten anzuwenden, bei denen Materialproben unter sehr hohen Drücken – ähnlich denen im unteren Erdmantel – analysiert werden. Das in der Zeitschrift Science Advances vorgestellte Verfahren verspricht neue Erkenntnisse über Elementarteilchen, die sich unter hohen Drücken oft anders verhalten als unter Normalbedingungen. Es wird voraussichtlich technologische Innovationen fördern, aber auch neue Einblicke in das Erdinnere und die Erdgeschichte, insbesondere die Bedingungen für die Entstehung von Leben, ermöglichen.

Diamanten setzen Materie unter Hochdruck

Im Focus: Scientists channel graphene to understand filtration and ion transport into cells

Tiny pores at a cell's entryway act as miniature bouncers, letting in some electrically charged atoms--ions--but blocking others. Operating as exquisitely sensitive filters, these "ion channels" play a critical role in biological functions such as muscle contraction and the firing of brain cells.

To rapidly transport the right ions through the cell membrane, the tiny channels rely on a complex interplay between the ions and surrounding molecules,...

Im Focus: Stabile Quantenbits

Physiker aus Konstanz, Princeton und Maryland schaffen ein stabiles Quantengatter als Grundelement für den Quantencomputer

Meilenstein auf dem Weg zum Quantencomputer: Wissenschaftler der Universität Konstanz, der Princeton University sowie der University of Maryland entwickeln ein...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Innovative Strategien zur Bekämpfung von parasitären Würmern

08.12.2017 | Veranstaltungen

Hohe Heilungschancen bei Lymphomen im Kindesalter

07.12.2017 | Veranstaltungen

Der Roboter im Pflegeheim – bald Wirklichkeit?

05.12.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mit Quantenmechanik zu neuen Solarzellen: Forschungspreis für Bayreuther Physikerin

12.12.2017 | Förderungen Preise

Stottern: Stoppsignale im Gehirn verhindern flüssiges Sprechen

12.12.2017 | Biowissenschaften Chemie

E-Mobilität: Neues Hybridspeicherkonzept soll Reichweite und Leistung erhöhen

12.12.2017 | Energie und Elektrotechnik