Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Um das Überleben der Flussdelfine steht es schlecht

24.03.2005


Am Dienstag beginnt die von den Vereinten Nationen ausgerufene Dekade des Wassers. Die Chancen, dass die letzten überlebenden Flussdelfine das Jahrzehnt überleben, stehen schlecht. Verschmutztes Wasser, Staudämme und begradigte Flüsse machen den blinden Säugern das Leben schwer. Zudem verfangen sich immer wieder Tiere als ungewollter Beifang in den Kiemennetzen der Fischer, wo sie oft qualvoll ersticken. Der WWF startet jetzt eine Initiative, um sie vor dem drohenden Aussterben zu retten. Ziel ist es, die Flüsse als Lebensraum zu bewahren und sie für Delfine und andere bedrohte Arten bewohnbar zu machen „Flüsse sind die Lebensadern des Planeten, wenn es nicht gelingt, sie zu schützen, graben wir nicht nur den Delfinen sondern auch uns selbst das Wasser ab,“ warnt Petr Obrdlik vom WWF Deutschland.




Es gibt sieben verschiedene Arten von Süßwasserdelfinen. Vier von ihnen können nur in Flüssen leben, drei wagen sich auch ins Meer. Die seltsamen Säuger kommen vorwiegend in Asien vor. Nur zwei Arten, der Amazonasdelfin und der karibische Tucuxi, leben in Südamerika. Einige Flussdelfinarten werden bis zu 2,50 Meter lang, die meisten sind aber kleiner. Die dicksten Brocken wiegen bis zu 120 Kilo. Sie sind blind oder können nur sehr wenig sehen, dafür sind sie aber in der Lage, sich mit einem hoch entwickelten Sonarsystem zu orientieren. Die wendigen Schwimmer nutzen ihre kräftige Schwanzflosse als Antrieb und können sich mit ihren grossen Brustflossen auch seitlich bewegen.

... mehr zu:
»Delfin »Fluss »Flussdelfine


Besonders bedroht sind die Tiere im chinesischen Yangtse. Hier vermutet man nur noch ein gutes Dutzend Exemplare. Sie haben kaum eine Überlebenschance. Etwas besser sieht die Situation in Indien und Pakistan aus. Im Einzugsgebiet des Ganges leben noch etwa 2000 Tiere, im pakistanischen Indus sind es etwa 1.300 Exemplare. Problematisch ist vor allem, dass die verschiedenen Populationen oft durch Staustufen voneinander getrennt sind. Dadurch wird eine genetische Durchmischung verhindert und Inzucht ist vorprogrammiert.

Besonders in Asien leben Flussdelfine in extrem dicht besiedelten Gebieten. Entsprechend hoch ist die Belastung. Abwässer werden ungeklärt in die Flüsse geleitet und der Regen schwämmt zusätzliche Schadstoffen von Äckern in die Flüsse. Den Tieren geht es aber nicht nur wegen des trüben Wassers dreckig, sondern auch der enorme Wasserbedarf für die Landwirtschaft macht den Tieren zu schaffen.

Der WWF Deutschland engagiert sich vor allem für den Irawadi Delfin im Mekong. Die Population wird auf 80 bis 100 Tiere geschätzt. „Bei einer so kleinen Zahl ist jedes getötete Tier eine wirkliche Gefahr für den Fortbestand der Art im Mekong“, betont Petr Obrdlik. Der Überlebenskampf der Flusssäuger symbolisiere zugleich den Zustand des Flusses. Ziel des WWF ist es, die nachhaltige Entwicklung entlang des asiatischen Stroms voranzubringen. Das Spektrum reicht dabei von Umweltbildungsprogrammen über Renaturierungsprojekte bis hin zur Förderung des sanften Tourismus.

Petr Obrdlik | WWF
Weitere Informationen:
http://www.wwf.de

Weitere Berichte zu: Delfin Fluss Flussdelfine

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Fernerkundung für den Naturschutz
17.08.2017 | Hochschule München

nachricht "Brauchen wir das?" Auf dem Weg zu einer umweltgerechten Bedarfsprüfung von Infrastrukturprojekten
09.08.2017 | Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie