Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mit Kompost und torffreier Erde die Moore dauerhaft schützen

24.03.2005


Der WWF weist zum Beginn der Gartensaison darauf hin, dass die Entwässerung von Mooren und der Jahrhunderte lange Torfabbau den Hochmooren in Europa schwer zugesetzt haben: 60 Prozent der ursprünglichen Flächen wurden bereits vernichtet. In Deutschland gelten nur noch rund fünf Prozent der einstigen Hochmoorflächen als natürlich oder naturnah. Angesichts dieses drastischen Schwunds empfiehlt der WWF, beim Düngen auf Torf zu verzichten und am besten Kompost aus dem eigenen Garten zu verwenden. Beim Kauf von Pflanzenerde sollten ausschließlich torffreie Produkte gewählt werden. Diese sind mittlerweile in vielen Märkten erhältlich und bestehen aus Holzfasern, Rindenhumus, Kompost, Tonmineralien und Lavagranulaten, die Wasser und Nährstoffe optimal speichern. Tipps zum umweltgerechten Düngen gibt der WWF auf www.wwf.de/torf .



Bernhard Bauske vom WWF macht auf die rasante Umweltzerstörung durch den Torfabbau aufmerksam: „Bis eine zwei Meter dicke Torfschicht gewachsen ist, vergehen rund 2.000 Jahre. Dieses Naturerbe zerstört ein Bagger in nur zwei Minuten.“ Bauske weist darauf hin, dass mit den Mooren auch viele Tier- und Pflanzenarten verschwinden, die nur unter den extremen Bedingungen dieser feuchten und nährstoffarmen Landschaften leben können, wie zum Beispiel Sonnentau, Zwergbirke, verschiedene Orchideen sowie zahlreiche Libellenarten und Schmetterlinge. Viele der Moorbewohner sind mittlerweile selten geworden und werden in der Roten Liste der bedrohten Arten geführt. Der Sonnentau zum Beispiel gilt in Deutschland als gefährdet. Er wird zwar durch das Bundesnaturschutzgesetz besonders geschützt, doch findet er immer weniger Platz in seiner natürlichen Umgebung. Gefahren drohen auch seltenen Moorvögeln wie dem Birkhuhn oder dem Großen Brachvogel. Beim Torfabbau werden nicht nur deren Lebensräume zerstört - in den tiefen Entwässerungsgräben verenden auch deren Jungvögel.

... mehr zu:
»Kompost »Torf »Torfabbau


Der Großteil des Torfes landet im professionellen Gartenbau, speziell in der Pflanzenanzucht. Rund ein Viertel wird von Hobbygärtnern verarbeitet. In geringem Umfang wird Torf auch für therapeutische Maßnahmen, zum Beispiel für Schlammbäder, eingesetzt. Die dafür benötigte Menge ist nach Ansicht des WWF durchaus vertretbar und wächst unter natürlichen Bedingungen auch nach. In Deutschland befindet sich die Hälfte der noch verbliebenen Torflagerstätten in Niedersachsen. Dort spielt sich nahezu die gesamte Torfproduktion in Deutschland ab, die noch auf Genehmigungen basiert, die vor der Verabschiedung der mittlerweile strengen Gesetze zum Schutz der Moore erteilt wurden. Um den steigenden Bedarf in Westeuropa zu decken, werden immer mehr Torf und Torfprodukte vornehmlich aus dem Baltikum importiert. Dort findet zurzeit im großen Stil das statt, was in Deutschland bereits zum Verschwinden der Moore geführt hat. Bernhard Bauske: „Nur die rechtzeitige und strenge Anwendung der europäischen Naturschutzgesetze kann im Baltikum noch die letzten großen Moore retten. Verbraucher, denen am Erhalt dieser einzigartigen Lebensräume gelegen ist, sollten darauf alleine aber nicht vertrauen, sondern sich beim Einkauf bewusst für torffreie Produkte entscheiden.“

Der WWF setzt sich seit mehr als 30 Jahren für die Bewahrung und Renaturierung der letzten Hoch- und Niedermoore in ganz Norddeutschland ein. Am Schaalsee, in den Wümmewiesen, im Drömling und in der Uckermark wirken die Umweltschützer dabei mit, einst zerstörte Flächen wieder unter Wasser zu setzen.

Jenni Glaser | WWF
Weitere Informationen:
http://www.wwf.de

Weitere Berichte zu: Kompost Torf Torfabbau

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Paradiese in Gefahr: Bayreuther Studierende forschen auf den Malediven zu Plastikmüll in den Meeren
13.04.2017 | Universität Bayreuth

nachricht Ozeanversauerung: Wie individuell sind die Reaktionen?
06.04.2017 | GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Im Focus: Wonder material? Novel nanotube structure strengthens thin films for flexible electronics

Reflecting the structure of composites found in nature and the ancient world, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have synthesized thin carbon nanotube (CNT) textiles that exhibit both high electrical conductivity and a level of toughness that is about fifty times higher than copper films, currently used in electronics.

"The structural robustness of thin metal films has significant importance for the reliable operation of smart skin and flexible electronics including...

Im Focus: Immunzellen helfen bei elektrischer Reizleitung im Herzen

Erstmals elektrische Kopplung von Muskelzellen und Makrophagen im Herzen nachgewiesen / Erkenntnisse könnten neue Therapieansätze bei Herzinfarkt und Herzrhythmus-Störungen ermöglichen / Publikation am 20. April 2017 in Cell

Makrophagen, auch Fresszellen genannt, sind Teil des Immunsystems und spielen eine wesentliche Rolle in der Abwehr von Krankheitserregern und bei der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Forschungsexpedition „Meere und Ozeane“ mit dem Ausstellungsschiff MS Wissenschaft

24.04.2017 | Veranstaltungen

3. Bionik-Kongress Baden-Württemberg

24.04.2017 | Veranstaltungen

Smart-Data-Forschung auf dem Weg in die wirtschaftliche Praxis

21.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Phoenix Contact übernimmt Spezialisten für Netzleittechnik

24.04.2017 | Unternehmensmeldung

Phoenix Contact beteiligt sich an Berliner Start-up Unternehmen für Energiemanagement

24.04.2017 | Unternehmensmeldung

Phoenix Contact übernimmt Spezialisten für industrielle Kommunikationstechnik

24.04.2017 | Unternehmensmeldung