Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Intensivlandwirtschaft bleibt Hauptbedrohung für Feldhasen

24.03.2005


Dem „Osterhasen“ geht es schlecht. Seit 1994 findet sich Meister Lampe auf der Roten Liste der bedrohten Arten. Auch wenn einige Regionen Deutschlands leicht zunehmende Bestände melden, geht es mit dem Feldhasen seit Mitte der siebziger Jahre bergab. Füchse oder streunende Hunde haben es zwar nach wie vor schwer, den Haken schlagenden, Zickzack laufenden Flüchtling zu erwischen, doch gegen Mähdrescher und intensiv eingesetzte Pflanzengifte hilft diese Taktik nicht. Nach Einschätzung des WWF hat sich die Landwirtschaft zur Bedrohung Nummer eins für die Langohren entwickelt.



„Der Schlüssel zur Rettung des Feldhasen liegt bei der EU“, betont Martina Fleckenstein. Die europapolitische Sprecherin des WWF Deutschland fordert ausreichende Mittel für die ländliche Entwicklung und für die Agrarumweltprogramme. Mit diesen Geldern werden Bauern unterstützt, wenn sie ihre Felder extensiv bewirtschaften und Hecken und Gehölze erhalten. Ausgerechnet diesen Töpfen drohen drastische Kürzungen, wenn Nettozahler wie Deutschland ihre Zahlungen auf ein Prozent des nationalen Haushalts begrenzen. Der WWF fordert, die bereits knapp bemessene Förderung für den ländlichen Raum nicht weiter zu reduzieren.



Hasen sind typische Vertreter der traditionellen Kulturlandschaft. Feldgehölze und Hecken entlang von Äckern sind für die Tiere überlebenswichtig, da sie Raum für ihre Schlafmulden, die so genannten Sassen, bieten. Die Intensivierung der Landwirtschaft und die damit verbundene Schaffung von großen Agrarflächen hat den Feldhasen seiner lebensnotwendigen Deckung beraubt. „Insbesondere Jungtiere haben keine Chance gegen Mähdrescher und schweres Ackergerät“, unterstreicht Martina Fleckenstein vom WWF. Zudem mache den Tieren der intensive Einsatz von Dünger und Pflanzenschutzmitteln zu schaffen. Hasen seien nicht die einzige Art, der die Intensivlandwirtschaft das Überleben schwer macht. Ähnliche Probleme haben Vögel wie Kiebitze oder Feldlerchen, die ihre Nester auf Wiesen bauen.

Wiesenvögeln und Hasen hilft eine reich gegliederte Landschaft mit einer Vielfalt an Acker- und Gründlandkulturen. Wichtig sind Hecken, Feldraine, Böschungen und Brachestreifen. Sie bieten den bedrohten Arten Schutz und zugleich ein ausreichendes abwechslungsreiches Nahrungsangebot. Damit eine solche Landschaft auch den Bauern etwas bringt, stellt die EU Gelder bereit, mit denen sich Landwirte ihre Arbeit für den Erhalt der Landschaft honorieren lassen können. Für den WWF ist es entscheidend, dass diese Mittel auch nach der Verabschiedung der neuen Verordnungen ab 2007 zur Verfügung stehen.

Martina Fleckenstein | WWF
Weitere Informationen:
http://www.wwf.de

Weitere Berichte zu: Feldhasen Hauptbedrohung Hecken Intensivlandwirtschaft

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Versauerung: Wie der Klimawandel die Süßgewässer belastet
12.01.2018 | Ruhr-Universität Bochum

nachricht Tote Bäume haben zahlreiche und treue Begleiter
10.01.2018 | Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Maschinelles Lernen im Quantenlabor

Auf dem Weg zum intelligenten Labor präsentieren Physiker der Universitäten Innsbruck und Wien ein lernfähiges Programm, das eigenständig Quantenexperimente entwirft. In ersten Versuchen hat das System selbständig experimentelle Techniken (wieder)entdeckt, die heute in modernen quantenoptischen Labors Standard sind. Dies zeigt, dass Maschinen in Zukunft auch eine kreativ unterstützende Rolle in der Forschung einnehmen könnten.

In unseren Taschen stecken Smartphones, auf den Straßen fahren intelligente Autos, Experimente im Forschungslabor aber werden immer noch ausschließlich von...

Im Focus: Artificial agent designs quantum experiments

On the way to an intelligent laboratory, physicists from Innsbruck and Vienna present an artificial agent that autonomously designs quantum experiments. In initial experiments, the system has independently (re)discovered experimental techniques that are nowadays standard in modern quantum optical laboratories. This shows how machines could play a more creative role in research in the future.

We carry smartphones in our pockets, the streets are dotted with semi-autonomous cars, but in the research laboratory experiments are still being designed by...

Im Focus: Fliegen wird smarter – Kommunikationssystem LYRA im Lufthansa FlyingLab

• Prototypen-Test im Lufthansa FlyingLab
• LYRA Connect ist eine von drei ausgewählten Innovationen
• Bessere Kommunikation zwischen Kabinencrew und Passagieren

Die Zukunft des Fliegens beginnt jetzt: Mehrere Monate haben die Finalisten des Mode- und Technologiewettbewerbs „Telekom Fashion Fusion & Lufthansa FlyingLab“...

Im Focus: Ein Atom dünn: Physiker messen erstmals mechanische Eigenschaften zweidimensionaler Materialien

Die dünnsten heute herstellbaren Materialien haben eine Dicke von einem Atom. Sie zeigen völlig neue Eigenschaften und sind zweidimensional – bisher bekannte Materialien sind dreidimensional aufgebaut. Um sie herstellen und handhaben zu können, liegen sie bislang als Film auf dreidimensionalen Materialien auf. Erstmals ist es Physikern der Universität des Saarlandes um Uwe Hartmann jetzt mit Forschern vom Leibniz-Institut für Neue Materialien gelungen, die mechanischen Eigenschaften von freitragenden Membranen atomar dünner Materialien zu charakterisieren. Die Messungen erfolgten mit dem Rastertunnelmikroskop an Graphen. Ihre Ergebnisse veröffentlichen die Forscher im Fachmagazin Nanoscale.

Zweidimensionale Materialien sind erst seit wenigen Jahren bekannt. Die Wissenschaftler André Geim und Konstantin Novoselov erhielten im Jahr 2010 den...

Im Focus: Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

Sogenannte vorverspannte Zustände beschleunigen auch photochemische Reaktionen

Was ermöglicht den schnellen Transfer von Elektronen, beispielsweise in der Photosynthese? Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Funktionsweise wichtiger...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Kongress Meditation und Wissenschaft

19.01.2018 | Veranstaltungen

LED Produktentwicklung – Leuchten mit aktuellem Wissen

18.01.2018 | Veranstaltungen

6. Technologie- und Anwendungsdialog am 18. Januar 2018 an der TH Wildau: „Intelligente Logistik“

18.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rittal vereinbart mit dem Betriebsrat von RWG Sozialplan - Zukunftsorientierter Dialog führt zur Einigkeit

19.01.2018 | Unternehmensmeldung

Open Science auf offener See

19.01.2018 | Geowissenschaften

Original bleibt Original - Neues Produktschutzverfahren für KFZ-Kennzeichenschilder

19.01.2018 | Informationstechnologie