Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Den Angriff des Westlichen Maiswurzelbohrers abwehren

23.03.2005


Der Westliche Maiswurzelbohrer, einer der stärksten und zerstörerischsten Schädlinge, bedroht den europäischen Maisanbau. Im Rahmen des DIABROTICA-Projektes werden daher verschiedene Möglichkeiten zur effektiven, kostengünstigen und umweltfreundlichen Bekämpfung dieses Schädlings untersucht.


Der Diabrotica virgifera virgifera LeConte oder der Westliche Maiswurzelbohrer (Western Corn Rootworm - WCR) ist einer der bedeutendsten Maisschädlinge. Er verursacht hohe Ertragsverluste und lässt die Kosten für die chemische Schädlingsbekämpfung auf westeuropäischen Feldern steigen. Dieser Blattkäfer trat zum ersten Mal in Serbien in Erscheinung und breitete sich in den vergangenen Jahren auf mehr als 15 Länder aus, einschließlich Italien, Deutschland und Ungarn. Dieser Schädling wird wahrscheinlich alle Länder, die im eurasischen Gebiet Mais anbauen, befallen.

Momentan beginnt der Schädling erst, sich durchzusetzen und muss mit rechtzeitigen sowie effektiven Maßnahmen bekämpft werden, um die katastrophalen Folgen zu minimieren. Bis jetzt konzentrierte man sich hauptsächlich auf die Bekämpfung im Larvenstadium, doch konventionelle Insektizidmethoden reichten bisher nicht aus. Im Rahmen des DIABROTICA-Projektes haben sieben Partner ihre Kräfte gebündelt, um dieses Problem gemeinsam anhand der Ökologie des WCR und unter Berücksichtigung verschiedener Aspekte des Maisanbaus zu lösen. Das Hauptziel war die Entwicklung und der Aufbau einer sicheren und umweltfreundlichen Kulturführung, die an die unterschiedlichen Maisanbausysteme in Europa angepasst ist.


Ein sehr viel versprechendes Verfahren ist eine umweltfreundliche biologische und biotechnische Strategie, die das Partnersuchverhalten der ausgewachsenen Tiere stört. Zur Störung der Orientierung werden flüchtige halbchemische Stoffe wie Kairomon MCA (Methoxyzimtaldehyd) eingesetzt, welche die Anforderungen an die biologische Abbaubarkeit und die ökologischen Standards erfüllen. Die Forscher setzten jene Substanzen punktuell als Granulat von luftbasierten Systemen ein und untersuchten den Reiz und die Störung männlicher und weiblicher Käfer.

Solche Störungswerkzeuge wurden bereits erfolgreich bei der Vermehrungskontrolle von Schädlingen eingesetzt, es sind jedoch noch weitere Verbesserungen, auch hinsichtlich der Granulatzusammensetzung, notwendig. Dies kann aber aufgrund des erhöhten Arbeitsaufwandes für eine Evaluierung und des hohen Zeitaufwandes nicht mit den verfügbaren Ressourcen geschafft werden. Die Forschung auf diesem Gebiet geht jedoch weiter und wird wahrscheinlich nicht nur zu einem langsameren Voranschreiten des Befalls, sondern möglicherweise auch zu einer vollständigen Ausrottung führen.

Prof. Hans E. Hummel | ctm
Weitere Informationen:
http://www.uni-giessen.de/uni/

Weitere Berichte zu: Maisanbau Maiswurzelbohrer Schädling WCR

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Dünenökosysteme modellieren
23.06.2017 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

nachricht Es wird zu bunt im Gillbach: Weitere nichtheimische Buntbarschpopulation in Deutschland nachgewiesen
22.06.2017 | Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften