Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Veränderte Feldflora nach Gen-Pflanzen

22.03.2005


Schlechte Zeiten auch für Bienen und Schmetterlinge



Der kommerzielle Anbau von genetisch veränderten Pflanzen könnte nach Ansicht von Forschern große Wirkungen auf die umliegenden Gewächse und damit auch auf die Schmetterlinge und Bienen haben. Zu diesem Schluss kommt eine dreijährige Studie, die im Wissenschaftsmagazin Nature veröffentlicht wurde. Die Untersuchung wurde von der britischen Regierung in Auftrag gegeben und hat elf Mio. Dollar gekostet.



Nach den Ergebnissen der Forscher, die ein Rapsfeld mit genetisch verändertem Canola-Raps untersuchten, der einem bestimmten Herbizid widersteht, nahm die Zahl der Schmetterlinge und Bienen drastisch ab. Das hat aber nicht nur dramatische Auswirkungen auf die Insekten selbst, sondern auch auf jene Tiere, die in der Nahrungskette darüber liegen wie etwa verschiedene Vogelarten. Die Gentechnik-Befürworter sehen jene Gefahr aber nicht. "Einige der Tiere würden positiv davon betroffen sein, einige vielleicht negativ, aber die meisten gar nicht", meint Rony Combes vom Agricultural Biotechnology Council, einer Londoner Lobby-Gruppe für Gentechnologie.

Auch jene Rapsöl-Saat, die von Bayer CropScience in den USA und in Kanada im großen Stil angebaut wird, führt dazu, dass im Hochsommer knapp vor der Ernte kaum Schmetterlinge oder andere Insekten in der Nähe der Felder sichtbar sind. Gründe dafür liegen in der "Natur" der gentechnisch veränderten Pflanze, die kaum Nahrung für Insekten bietet. "Es gibt einfach nichts im Feld, was für Bienen oder Schmetterlinge interessant wäre", so der Bayer-Sprecher Julian Little.

Die Ergebnisse der britischen Studie, an der mehr als 150 Forscher teilgenommen hatten, die eine Mio. Pflanzen und zwei Mio. Insekten in verschiedenen Teilen Großbritanniens untersuchten, wurde im Fachmagazin Proceedings of the Royal Society B veröffentlicht. Die meisten der untersuchten Pflanzen sollen zwar in Europa nicht zugelassen werden und stehen auch nicht zur Debatte, dennoch nehmen die Forscher an, werden die Ergebnisse die Landwirtschaftspolitik für Jahrzehnte beeinflussen. "Nun gibt es einen rationalen und wissenschaftlich basierten Bericht, der diese Veränderungen deutlich macht", so Chris Pollock, wissenschaftlicher Direktor am Institute For Grassland and Environmental Research in Aberystwyth, der auch Vorsitzender des Studien-Komitees war. "Wir haben detailreich demonstriert wie eng die Verbindung zwischen der Landwirtschaft und der Umwelt ist".

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.nature.com

Weitere Berichte zu: Biene Feldflora Gen-Pflanzen Insekt Schmetterling

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Saugmaschinen machen Waschwässer von Binnenschiffen sauberer
20.10.2017 | Ostbayerische Technische Hochschule Regensburg

nachricht Forscher untersuchen Pflanzenkohle als Basis für umweltfreundlichen Langzeitdünger
20.10.2017 | Eberhard Karls Universität Tübingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Salmonellen als Medikament gegen Tumore

HZI-Forscher entwickeln Bakterienstamm, der in der Krebstherapie eingesetzt werden kann

Salmonellen sind gefährliche Krankheitserreger, die über verdorbene Lebensmittel in den Körper gelangen und schwere Infektionen verursachen können. Jedoch ist...

Im Focus: Salmonella as a tumour medication

HZI researchers developed a bacterial strain that can be used in cancer therapy

Salmonellae are dangerous pathogens that enter the body via contaminated food and can cause severe infections. But these bacteria are also known to target...

Im Focus: Hochfeldmagnet am BER II: Einblick in eine versteckte Ordnung

Seit dreißig Jahren gibt eine bestimmte Uranverbindung der Forschung Rätsel auf. Obwohl die Kristallstruktur einfach ist, versteht niemand, was beim Abkühlen unter eine bestimmte Temperatur genau passiert. Offenbar entsteht eine so genannte „versteckte Ordnung“, deren Natur völlig unklar ist. Nun haben Physiker erstmals diese versteckte Ordnung näher charakterisiert und auf mikroskopischer Skala untersucht. Dazu nutzten sie den Hochfeldmagneten am HZB, der Neutronenexperimente unter extrem hohen magnetischen Feldern ermöglicht.

Kristalle aus den Elementen Uran, Ruthenium, Rhodium und Silizium haben eine geometrisch einfache Struktur und sollten keine Geheimnisse mehr bergen. Doch das...

Im Focus: Schmetterlingsflügel inspiriert Photovoltaik: Absorption lässt sich um bis zu 200 Prozent steigern

Sonnenlicht, das von Solarzellen reflektiert wird, geht als ungenutzte Energie verloren. Die Flügel des Schmetterlings „Gewöhnliche Rose“ (Pachliopta aristolochiae) zeichnen sich durch Nanostrukturen aus, kleinste Löcher, die Licht über ein breites Spektrum deutlich besser absorbieren als glatte Oberflächen. Forschern am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) ist es nun gelungen, diese Nanostrukturen auf Solarzellen zu übertragen und deren Licht-Absorptionsrate so um bis zu 200 Prozent zu steigern. Ihre Ergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler nun im Fachmagazin Science Advances. DOI: 10.1126/sciadv.1700232

„Der von uns untersuchte Schmetterling hat eine augenscheinliche Besonderheit: Er ist extrem dunkelschwarz. Das liegt daran, dass er für eine optimale...

Im Focus: Schnelle individualisierte Therapiewahl durch Sortierung von Biomolekülen und Zellen mit Licht

Im Blut zirkulierende Biomoleküle und Zellen sind Träger diagnostischer Information, deren Analyse hochwirksame, individuelle Therapien ermöglichen. Um diese Information zu erschließen, haben Wissenschaftler des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT ein Mikrochip-basiertes Diagnosegerät entwickelt: Der »AnaLighter« analysiert und sortiert klinisch relevante Biomoleküle und Zellen in einer Blutprobe mit Licht. Dadurch können Frühdiagnosen beispielsweise von Tumor- sowie Herz-Kreislauf-Erkrankungen gestellt und patientenindividuelle Therapien eingeleitet werden. Experten des Fraunhofer ILT stellen diese Technologie vom 13.–16. November auf der COMPAMED 2017 in Düsseldorf vor.

Der »AnaLighter« ist ein kompaktes Diagnosegerät zum Sortieren von Zellen und Biomolekülen. Sein technologischer Kern basiert auf einem optisch schaltbaren...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Konferenz IT-Security Community Xchange (IT-SECX) am 10. November 2017

23.10.2017 | Veranstaltungen

Die Zukunft der Luftfracht

23.10.2017 | Veranstaltungen

Ehrung des Autors Herbert W. Franke mit dem Kurd-Laßwitz-Sonderpreis 2017

23.10.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Magma sucht sich nach Flankenkollaps neue Wege

23.10.2017 | Geowissenschaften

Neues Sensorsystem sorgt für sichere Ernte

23.10.2017 | Informationstechnologie

Salmonellen als Medikament gegen Tumore

23.10.2017 | Biowissenschaften Chemie