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Geplanter Donauausbau gefährdet letzte naturnahe Auen

25.07.2001


Gebiete von gesamtstaatlich-repräsentativer Bedeutung bedroht

Präsident des Bundesamtes für Naturschutz besucht Donau- und Isarauen

Der Präsident des Bundesamtes für Naturschutz (BfN), Prof. Dr. Hartmut Vogtmann, besucht auf Einladung des Bund Naturschutz Bayern e.V. (BN) den durch Ausbauplanungen betroffenen Abschnitt der Donau zwischen Straubing und Vilshofen. Diese 70 km des Donauverlaufs gehören zu den letzten naturnahen Flussabschnitten Deutschlands. Insbesondere im Bereich der Isarmündung bei Deggendorf finden sich noch großflächige Auwaldrelikte mit naturnaher Gewässerdynamik sowie vielen seltenen Tier- und Pflanzenarten.

Die Entscheidung über die Ausbauplanungen geht mit dem "Gemeinsamen Bericht" des Bundesverkehrsministeriums und des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Verkehr und Technologie nun in die heiße Phase. Bei einigen der dort zur Diskussion stehenden Varianten würde die für den Fortbestand des Lebensraumes Auwald notwendige natürliche Wasserstandsdynamik bedroht. Die tiefgreifendsten Beeinträchtigungen würden durch den Bau von Staustufen hervorgerufen.

"Alle größeren deutschen Flüsse - und erst recht die Ströme - sind mittlerweile fast vollständig verbaut und lassen ihren natürlichen Charakter kaum mehr erkennen", sagt Professor Vogtmann. "Mit dem Verlust der natürlichen Dynamik gehen auch die Lebensräume für viele seltene Arten verloren. Es ist unsere Aufgabe, diesen einzigartigen Lebensraum an der Donau zu erhalten." Herauszustellen ist, dass Bayern erst kürzlich einige dieser Auwaldflächen als FFH- und Vogelschutzgebiete gemeldet hat.

Vogtmann weist in diesem Zusammenhang auch auf die internationale Verantwortung Deutschlands hin, im Rahmen der Konvention zur Biologischen Vielfalt (CBD, Rio 1992) national typische und bedeutsame Lebensräume zu erhalten. "Wenn wir nicht in der Lage sind, unsere eigenen noch verbliebenen Naturschätze zu erhalten - wie können wir dies dann von den Entwicklungsländern verlangen?"

Daher fördert das BfN im Isarmündungsgebiet bereits seit 1989 Maßnahmen zur Erhaltung und Renaturierung natürlicher Auwaldbiotope als Vorhaben von gesamtstaatlich-repräsentativer Bedeutung. In Ergänzung dazu wird derzeit ein Forschungs- und Entwicklungsvorhaben im Auftrag des Bundesamtes für Naturschutz durchgeführt, bei dem die Auswirkungen unterschiedlicher Ausbaumaßnahmen auf das Gebiet untersucht werden. Die zwischenzeitlich vorliegenden Ergebnisse zeigen, dass die bisherigen Planungen von falschen Messwerten ausgingen und damit Beeinträchtigungen durch Staustufen auf das Hinterland nicht ausreichend berücksichtigt werden konnten. Neben den Überlegungen zum Donauausbau finden zur Zeit Deichausbaumaßnahmen statt, die das Grundwasserregime des Hinterlandes stark beeinträchtigen könnten. Außer den geschützten Auwäldern sind davon benachbarte forst- und landwirtschaftlich genutzte Flächen betroffen. Diese Maßnahmen laufen ebenso wie geplante Staustufen den Zielen des Naturschutzgroßvorhabens entgegen, zu deren Einhaltung sich das Land mit Empfang der mittlerweile 14,3 Mio. DM Bundesmittel verpflichtet hat.

"Dennoch sind wir sehr bemüht, einen vernünftigen Kompromiss zwischen den Bedürfnissen der Schifffahrt und denen des Naturschutzes hinzubekommen", führt Vogtmann aus. "Unsere bisherigen Prüfungen, die leider noch nicht abgeschlossen sind, da uns Endfassungen der Gutachten des Bundesverkehrsministeriums und Bayerns erst seit Mitte Juli vorliegen, haben ergeben, dass der Staustufenbau vermeidbar ist. Die in einzelnen Punkten nachvollziehbaren Wünsche der Schifffahrt können auch durch weitgehend naturverträgliche -und kostengünstige - Maßnahmen erreicht werden, die nicht zur Zerstörung großer Teile des Auwaldes führen."

Weitere Informationen zum Thema erhalten Sie beim Bundesamt für Naturschutz, Pressestelle, Konstantinstraße 110, 53179 Bonn, Telefon: 0228-8491-280, Fax: -299

Heike Sommer | idw

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