Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Mehr Mobilität und Umweltschutz

25.07.2001


Möglichkeiten und Hemmnisse neuer und umweltfreundlicher Mobilitätsangebote untersucht das Zentrum für Umweltforschung (ZUFO) der Universität Münster im Rahmen eines Forschungsprojektes, das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) in den kommenden zwei Jahren mit insgesamt 640.000 Mark finanziert wird. Der Projektträger des BMBF, das Münchener Forschungszentrum für Umwelt und Gesundheit, hat die Finanzierungszusage jetzt schriftlich bestätigt.

Ziel des interdisziplinären Forschungsprojektes "ZUSOMO - Zukunftsfähige sozialinnovative Mobilität" ist es, in Münster und dem Münsterland Hemmnisse und Möglichkeiten innovativer umweltfreundlicher Mobilitätsangebote zu erforschen. Die Untersuchungsergebnisse sollen mit den Mobilitätsanbietern vor Ort diskutiert und Schritte zur praktischen Umsetzung gemeinsam erarbeitet werden. "Wir haben den Zuschlag zu unserem Projekt auch deswegen bekommen", erklärt der Geschäftsführer des ZUFO für den Bereich Gesellschaftswissenschaften, Dr. Klaus Kraemer, "weil Münster bereits über ein funktionierendes Car-Sharing-Angebot verfügt."

Unter der Leitung des Zentrums für Umweltforschung wird das Forschungsprojekt ZUSOMO gemeinsam mit dem Institut für Soziologie der Universität und dem Transferzentrum für angepasste Technologien in Rheine durchgeführt. Um die praktische Umsetzung der Forschungsergebnisse zu gewährleisten, wurden bereits in der Vorbereitungsphase die Stadtwerke Münster, der Münsteraner Car-Sharing-Anbieter "Stadtteilauto" sowie der Regionalverkehr Münsterland (RVM) als Partner vor Ort gewonnen. Geplant ist darüber hinaus, weitere Mobilitätsanbieter und Verkehrsplaner aus der Region gezielt anzusprechen.

Car-Sharing gilt als innovatives umweltfreundliches Mobilitätsangebot. Von einem "Boom" des Stadtteilautos kann aber weder bundesweit noch in Münster gesprochen werden. Zwar sind die Nutzerzahlen des Car-Sharing in den letzten Jahren nicht nur in Münster, sondern auch in anderen Städten kontinuierlich gestiegen. Wie Uwe H. Bittlingmayer vom Institut für Soziologie der Universität Münster hervorhebt, ist es aber bislang noch nicht gelungen, breitere Gruppen in der Bevölkerung anzusprechen. Car-Sharing, so unterstreicht auch Kraemer, ist ein attraktives Angebot für ganz bestimmte Gruppen und Haushalte mit speziellen Bedürfnissen. "Aus dieser kulturellen Nische ist man aber noch nicht herausgekommen", betonen die beiden Wissenschaftler. Weitere Anstrengungen seien nötig, um Car-Sharing als interessante Alternative zum eigenen Auto zu etablieren.

Das Forschungsprojekt ZUSOMO wird das Mobilitätsverhalten in Münster und dem Münsterland detailliert untersuchen und modellhaft Strategien zur Verbreiterung des Car-Sharing erarbeiten. Neben Münster sind die Städte Greven und Senden als exemplarische Untersuchungsräume vorgesehen. Im Mittelpunkt des Projektes steht die Entwicklung geeigneter Kommunikationsstrategien, um bestehende soziale und kulturelle Barrieren auf der Nachfrageseite abbauen zu können. Darüber hinaus werden Vorschläge entwickelt, um zielgruppenorientierte Mobilitätsbedürfnisse beim Ausbau von Car-Sharing-Angeboten besser berücksichtigen zu können. Von besonderem Interesse wird schließlich die Frage nach einer engeren Vernetzung von Car-Sharing-Angeboten mit anderen regionalen Mobilitätsdienstleistungen wie zum Beispiel dem öffentlichen Personen-Nahverkehr sein.

Die Ergebnisse der Untersuchung werden zum Abschluss des Projektes im Rahmen einer bundesweiten Mobilitätskonferenz mit Verkehrsexperten aus Wissenschaft, Wirtschaft, Verwaltung und Politik diskutiert. Die gewonnenen Erfahrungen in Münster und dem Münsterland sollen dann herangezogen werden, um die Erfolgschancen umweltverträglicher Mobilitätskonzepte auch in anderen Städten genauer abschätzen zu können. Deswegen erwarten die Wissenschafter in Münster, dass dem Forschungsprojekt des ZUFO eine wichtige bundesweite Bedeutung zukommen wird.

Weitere Informationen: Dr. Klaus Kraemer, Zentrum für Umweltforschung der Universität Münster, Telefon 0251/83-38470, und Uwe H. Bittlingmayer, Institut für Soziologie der Universität Münster, Telefon 0251/83-25302.

Norbert Frie | idw
Weitere Informationen:
http://www.uni-muenster.de/Umweltforschung/Welcome-d.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Wasserqualität von Flüssen: Zusätzliche Reinigungsstufen in Kläranlagen lohnen sich
24.05.2017 | Eberhard Karls Universität Tübingen

nachricht Eisenmangel hemmt marine Mikroorganismen
19.05.2017 | GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften