Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Erster Fischlift am Hochrhein

15.03.2005


Die Energiedienst AG aus Rheinfelden baut am NaturEnergie-Wasserkraftwerk Wyhlen derzeit Deutschlands ersten Fischlift dieser Größenordnung. Damit betritt das Unternehmen Neuland in der umweltverträglichen Wasserkraftnutzung. Mit dem neu entwickelten Fischlift schafft der regionale Energieversorger vom Hochrhein eine einfache funktionale Fischaufstiegshilfe. Der Ökostromproduzent und Betreiber von Wasserkraftwerken leistet damit einen wirkungsvollen Beitrag zur Gewässerdurchgängigkeit.

... mehr zu:
»Fischlift »Meter »Wanne »Wasserkraftwerk

Die bisherige Denil-Fischtreppe lieferte im Gegensatz zum benachbarten Beckenpass in der Vergangenheit weniger gute Ergebnisse beim Fischaufstieg. Umfangreiche Untersuchungen zeigten, dass die Fische den Eingang zur Fischtreppe dank der Lockströmung zwar fanden, doch aufgrund der beengten Platzverhältnisse war der folgende Anstieg sehr steil und strömungsintensiv, so dass ihn nur wenige Fische bewältigen konnten.

"Bequem" am Wasserkraftwerk vorbei


Ab April steht den Fischen nun eine "bequeme" Aufstiegsmöglichkeit zur Verfügung. Ein Aufzugskorb befördert die unterhalb des Stauwehrs angelockten Fische rund sechs Meter nach oben auf die Höhe des Wasserspiegels oberhalb der Kraftwerksanlage.

Jochen Ulrich, bei Energiedienst zuständig für ökologische Maßnahmen, erläutert das Prinzip: "Über eine Leitströmung werden die Fische in ein Becken gelockt. Hier befindet sich ein Reusenkorb mit einem Einlasstrichter. Dieser ermöglicht den Fischen das Einschwimmen, verhindert aber das Herausschwimmen. In regelmäßigen Abständen wird der Trichter mit einer Klappe geschlossen und die Reuse über eine Seilwinde nach oben gezogen. Die Fische verbleiben dabei in der über 2.000 Liter Wasser fassenden Wanne des Reusenkorbs. Die Wanne wird oben in eine 25 Meter lange, wasserdurchströmte Rinne ausgekippt. Über diese gelangen die Fische anschließend sicher und unbeschadet ins Oberwasser."

Für den Bau des Fischlifts lösten die Fachleute von Energiedienst verschiedene technische Probleme. In einem Modell im Maßstab 1:10 wurde der gesamte Mechanismus getestet und somit sichergestellt, dass die Konstruktion fehlerfrei funktioniert. "Der Fischlift wurde überwiegend in Eigenleistung gefertigt, um möglichst optimal auf die örtlichen Gegebenheiten eingehen zu können," so Ulrich. Energiedienst investierte rund 110.000 Euro in den Bau des Fischlifts.

Koordinierte Fischzählung am Hochrhein

Das Schweizer Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft (BUWAL) kontrolliert alle zehn Jahre den Aufstieg an den Fischpassanlagen der Hochrheinkraftwerke. Daher finden von April 2005 bis März 2006 wieder täglich an allen elf Wasserkraftwerken Fischzählungen statt. Der Fischlift in Wyhlen geht rechtzeitig dafür in Betrieb. Hier wird sich zeigen, wie gut die Fische den neuartigen Aufstieg annehmen. Gut möglich also, dass in wenigen Jahren die ersten aufsteigenden Lachse per Fischlift den Hochrhein oberhalb von Wyhlen wieder besiedeln.

Unternehmensinformation

Die Energiedienst-Gruppe beliefert in Südbaden und der Schweiz auf einer Fläche von 3.816 Quadratkilometern mehr als 750.000 Menschen mit Strom und energienahen Dienstleistungen. Zu den regionalen Kunden gehören mehr als 300.000 Haushalts- und Gewerbekunden, fast 2.500 Geschäftskunden und 20 weiterverteilende kommunale Kunden. Rund 7,3 Milliarden Kilowattstunden Strom wurden 2004 verkauft. Zur Unternehmensgruppe der Energiedienst Holding AG (EDH) gehören die Energiedienst AG (ED-AG), die Energiedienst Netze GmbH (EDN) und die NaturEnergie AG.

Technische Daten Fischlift:

Höhenunterschied Unterwasser - Oberwasser: ca. 5,5 bis 6,5 Meter
Höhe Aufzugsturm: 16,75 Meter
maximaler Betriebsabfluss: 1.200 Liter/Sekunde
Abmessungen Reusenkorb: Breite 2,5 Meter, Länge 2,5 Meter, Höhe 1,5 Meter
Volumen der Wanne:2.150 Liter
Leitströmung am Einlasstrichter der Reuse:1,0 Meter pro Sekunde
Betriebsintervall: 1 bis 3 Stunden

Thomas Zwigart | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.energiedienst.de/pressemitteilungen

Weitere Berichte zu: Fischlift Meter Wanne Wasserkraftwerk

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Es wird zu bunt im Gillbach: Weitere nichtheimische Buntbarschpopulation in Deutschland nachgewiesen
22.06.2017 | Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

nachricht Mit der Filtermembran auf den Weltmarkt
12.06.2017 | Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH Zürich)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Im Focus: Forscher entschlüsseln erstmals intaktes Virus atomgenau mit Röntgenlaser

Bahnbrechende Untersuchungsmethode beschleunigt Proteinanalyse um ein Vielfaches

Ein internationales Forscherteam hat erstmals mit einem Röntgenlaser die atomgenaue Struktur eines intakten Viruspartikels entschlüsselt. Die verwendete...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

Forschung zu Stressbewältigung wird diskutiert

21.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Individualisierte Faserkomponenten für den Weltmarkt

22.06.2017 | Physik Astronomie

Evolutionsbiologie: Wie die Zellen zu ihren Kraftwerken kamen

22.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Spinflüssigkeiten – zurück zu den Anfängen

22.06.2017 | Physik Astronomie