Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

"Ich schloss meine Augen und betete zu Gott"

20.07.2001


"Ich schloss meine Augen und betete zu Gott". Dieses Zitat stammt von Marianna Gonzalez, 58, aus Nicaragua, die auf Einladung von Greenpeace heute auf der Klimakonferenz in Bonn über ihre dramatische Erfahrung mit den Auswirkungen des Klimawandels berichtet. Frau Gonzalez hat hautnah erleben müssen, wie der Hurrikan "Mitch" am 30. Oktober 1998 ihr Heimatdorf El Porvenir dem Erdboden gleichmachte. Wie durch ein Wunder überlebten sie und der enge Kreis ihrer Familie das Unglück. "Mitch" wütete zwischen dem 26. und 31. Oktober 1998 über Mittelamerika. Bei dem verheerenden Wirbelsturm kamen über 9.000 Menschen ums Leben.

Auch Phillip Oconnor, Tauchlehrer auf den Fidji Inseln, ist der Greenpeace-Einladung gefolgt und berichtet, wie eines der außergewöhnlichsten Korallenriffe der Welt langsam abstirbt. "In den letzten drei, vier Jahren habe ich Veränderungen am Riff bemerkt", sagt Oconnor. "Das Riff sieht anders aus, die Korallen sterben. Die Fische, die wir gewöhnlich beobachten, sind nicht mehr zu sehen."

Beide Schicksale sind auf die vom Menschen verursachte Klima-Erwärmung zurückzuführen. Die Berichte von beiden sind Teil des Greenpeace-Projektes "Climate Witness" (Klimazeuge), mit dem die Umweltorganisation auf dem Bonner Klimagipfel auf die schon jetzt dramatischen Folgen des Klimawandels aufmerksam machen will. "Das Schicksal dieser beiden Betroffenen soll den Delegierten und Politikern in Bonn vor Augen führen, dass hinter dem Klimawandel Menschenleben stehen," sagt Karsten Smid, Klimaexperte bei Greenpeace. "Die Stimmen der Klimazeugen sollen mitten in die Konferenz getragen werden."

Nicht jeder Hurrikan ist auf den globalen Treibhauseffekt zurückzuführen. Neu beim Hurrikan "Mitch" aber waren seine Dauer, verbunden mit außergewöhnlich heftigen und anhaltenden Regenfällen, sowie die Größe des betroffenen Gebietes. Auch das Absterben der Korallenriffe hängt mit dem Anstieg der Temperatur zusammen. Die aufgewärmte Atmosphäre führt zu einer höheren Oberflächentemperatur der Ozeane. Korallen reagieren darauf sehr empfindlich. Die Folge ist ein Ausbleichen der Riffe und das Verschwinden unzähliger weiterer Pflanzen und Fischarten. Die Temperatur der tropischen Ozeane ist in den letzten hundert Jahren um durchschnittlich ein Grad Celsius gestiegen. Greenpeace fordert angesichts der rasanten Klimaerwärmung und der schon jetzt fatalen Folgen für Mensch und Natur, dass wenigstens das Kyoto-Protokoll zügig ratifiziert wird.

Im Rahmen des "climate witness" Projektes hat Greenpeace in den vergangenen Monaten Hunderte von Kurzinterviews mit Menschen aus aller Welt gefilmt, die vom Treibhauseffekt entweder bereits betroffen oder unmittelbar bedroht sind. In ihren Statements fordern sie Politiker und Delegierte der Bonner Konferenz zum Handeln auf. Die Bilder und Interviews werden bis zum Ende der Konferenz auf 24 Fernsehern ausgestrahlt sowie als Videokopie den über hundert Delegationen übergeben.

Karsten Smid | ots
Weitere Informationen:
http://www.greenpeace.de/klima

Weitere Berichte zu: Hurrikan Klimawandel Korallenriff Ozean

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Wasserqualität von Flüssen: Zusätzliche Reinigungsstufen in Kläranlagen lohnen sich
24.05.2017 | Eberhard Karls Universität Tübingen

nachricht Eisenmangel hemmt marine Mikroorganismen
19.05.2017 | GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Im Focus: A quantum walk of photons

Physicists from the University of Würzburg are capable of generating identical looking single light particles at the push of a button. Two new studies now demonstrate the potential this method holds.

The quantum computer has fuelled the imagination of scientists for decades: It is based on fundamentally different phenomena than a conventional computer....

Im Focus: Tumult im trägen Elektronen-Dasein

Ein internationales Team von Physikern hat erstmals das Streuverhalten von Elektronen in einem nichtleitenden Material direkt beobachtet. Ihre Erkenntnisse könnten der Strahlungsmedizin zu Gute kommen.

Elektronen in nichtleitenden Materialien könnte man Trägheit nachsagen. In der Regel bleiben sie an ihren Plätzen, tief im Inneren eines solchen Atomverbunds....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Meeresschutz im Fokus: Das IASS auf der UN-Ozean-Konferenz in New York vom 5.-9. Juni

24.05.2017 | Veranstaltungen

Diabetes Kongress in Hamburg beginnt heute: Rund 6000 Teilnehmer werden erwartet

24.05.2017 | Veranstaltungen

Wissensbuffet: „All you can eat – and learn”

24.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

DFG fördert 15 neue Sonderforschungsbereiche (SFB)

26.05.2017 | Förderungen Preise

Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

26.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

Unglaublich formbar: Lesen lernen krempelt Gehirn selbst bei Erwachsenen tiefgreifend um

26.05.2017 | Gesellschaftswissenschaften