Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Schutz der zentralasiatischen Saiga-Antilope

23.02.2005


Wegen ihrer Hörner und ihres Fleisches gejagt: die Saiga-Antilope


Die Umweltstiftung WWF und die Zoologische Gesellschaft Frankfurt setzen sich gemeinsam für die zentralasiatische Saiga-Antilope ein

... mehr zu:
»Saiga-Antilope »Wilderei »ZGF

Keine andere größere Wirbeltierart hat einen so drastischen Rückgang ihres Bestands zu verbuchen wie die Saiga-Antilope: 1980 gab es in Russland, Kasachstan und der Mongolei noch mehr als eine Million dieser aufgrund ihrer ungewöhnlichen Nasenform außerirdisch anmutenden Tiere. Rund zwanzig Jahre später wurde ihre Anzahl auf nur noch 40.000 geschätzt - das entspricht einem Rückgang um mehr als 95 Prozent. Der WWF und die Zoologische Gesellschaft Frankfurt (ZGF) beraten in diesen Tagen, wie sie ihre bestehenden Projekte zum Schutz der Saiga-Antilopen weiter ausbauen können, um den Abwärtstrend umzukehren. Den Grund für die drohende Ausrottung sehen die Umweltschützer in der zunehmenden Verarmung der Bevölkerung und der damit verbundenen Wilderei nach dem Horn und Fleisch der Antilopen.

Mit der Unabhängigkeit von der Sowjetunion haben sich insbesondere in Kasachstan die wirtschaftlichen Verhältnisse der rund 15 Millionen Einwohner deutlich verschlechtert. Zudem brachen bislang effektive Kontrollmechanismen zusammen. Die Saiga-Antilopen wurden zu einem wichtigen Fleischlieferanten. Außerdem werden vor allem die männlichen Tiere wegen ihrer kurzen, bernsteinfarbenen Hörner gejagt, die als Fieber senkendes Mittel in der traditionellen asiatischen Medizin verwendet werden und hohe Preise erzielen. Das hat inzwischen extreme Auswirkungen auf die Fortpflanzung der Tiere. „Männer sind unter den Saiga-Antilopen absolute Mangelware geworden. Die eigentlich sehr gebärfreudigen Weibchen bekommen deshalb nur noch sehr wenig Nachwuchs. Die hohen Verluste durch die Jagd können nicht mehr ausgeglichen werden“, berichtet Olga Pereladova, Projektleiterin des WWF Russland. Seit einigen Jahren bemühen sich WWF und ZGF in Kasachstan, die Wilderei zu bekämpfen und Schutzgebiete einzurichten. Jetzt zeichnen sich erste Erfolge ab: Die kasachische Regierung hat im letzten Jahr 200.000 Euro zur Verfügung gestellt und treibt mit den Umweltschützern die Ausweisung von neuen Schutzgebieten voran. Jüngste Bestandserhebungen deuten darauf hin, dass die Zahl der männlichen Tiere und Neugeborenen in einigen Gebieten wieder ansteigt. Außerdem wurde in 2004 kein einziger Fall von Wilderei gemeldet. Wolfgang Fremuth, Leiter des Europa-Referats der ZGF: „Erstmals seit Projektbeginn in 2002 mehren sich die Anzeichen, dass der dramatische Abwärtstrend gestoppt wurde. Nun dürfen wir nicht nachlassen, um den Saiga-Antilopen aus der Talsohle herauszuhelfen.“


Die Saiga-Antilope fasziniert durch ihr äußeres Erscheinungsbild, das von ihrer buckligen und aufgeblähten Nase bestimmt wird. Dieser Rüssel schützt die in den Halbwüsten Zentralasiens lebenden Antilopen davor, zuviel aufgewirbelten Staub einzuatmen. Die im Winter eisige Luft wird im großen Nasenvorhof aufgewärmt.

Volker Homes | WWF Deutschland
Weitere Informationen:
http://www.wwf.de

Weitere Berichte zu: Saiga-Antilope Wilderei ZGF

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Müll in den Weltmeeren überall präsent: 1220 Arten betroffen
23.03.2017 | Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

nachricht Internationales Netzwerk bündelt experimentelle Forschung in europäischen Gewässern
21.03.2017 | Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Im Focus: Auf der Spur des linearen Ubiquitins

Eine neue Methode ermöglicht es, den Geheimcode linearer Ubiquitin-Ketten zu entschlüsseln. Forscher der Goethe-Universität berichten darüber in der aktuellen Ausgabe von "nature methods", zusammen mit Partnern der Universität Tübingen, der Queen Mary University und des Francis Crick Institute in London.

Ubiquitin ist ein kleines Molekül, das im Körper an andere Proteine angehängt wird und so deren Funktion kontrollieren und verändern kann. Die Anheftung...

Im Focus: Tracing down linear ubiquitination

Researchers at the Goethe University Frankfurt, together with partners from the University of Tübingen in Germany and Queen Mary University as well as Francis Crick Institute from London (UK) have developed a novel technology to decipher the secret ubiquitin code.

Ubiquitin is a small protein that can be linked to other cellular proteins, thereby controlling and modulating their functions. The attachment occurs in many...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

Über Raum, Zeit und Materie

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Besser lernen dank Zink?

23.03.2017 | Biowissenschaften Chemie

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Innenraum-Ortung für dynamische Umgebungen

23.03.2017 | Architektur Bauwesen