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Lenkung der Interessen in der europäischen Fischindustrie

22.02.2005


Die Problematik einer nachhaltigen Fischereipolitik ist in Europa wieder einmal ins Blickfeld geraten. Forschungsarbeiten durch die Universität von Portsmouth könnten zu einem besseren Verständnis darüber führen, wie man die widersprüchlichen Ziele der verschiedenen Interessengruppen in der Branche vereinbaren kann.



Die Fischindustrie ist ein wichtiger Bestandteil des wirtschaftlichen Lebens in Europa und hat überdies einen Anteil an der Erhaltung des ökologischen Gleichgewichts in den europäischen Küstenregionen. Mit der Gemeinsamen Fischereipolitik der EU soll die nachhaltige Fischerei gefördert werden, indem die notwendigen Richtlinien und Mechanismen bereitgestellt werden. Das Ziel ist zwar klar abgesteckt, der Weg, um dieses Ziel zu erreichen, ist aber weniger eindeutig.



Wie in anderen Branchen finden sich auch in der Fischindustrie eine Vielzahl von Interessenvertretern mit widersprüchlichen Zielen. Dazu zählen die Fischer selbst sowie Verbrauchergruppen, Umweltschützer, Betriebswirte, politische Entscheidungsträger und Fischereiunternehmen. Als ein Partner innerhalb des MOFISH-Projekts hat die Universität von Portsmouth ihr Fachwissen über die multiobjektive Analyse eingebracht, um sich dieser Problematik zu widmen.

Die Wissenschaftler haben diese Aufgabe gelöst, indem Sie die verschiedenen Interessengruppen aufteilten und ihre jeweiligen Ziele definierten. Die im Rahmen dieser Arbeiten durchgeführten Fallstudien richteten sich auf die wichtigsten Fischereigewässer in Europa. Die Forschungsarbeiten wurden durch persönliche Interviews gestützt. Dies war das erste Mal, dass solche Interviews in einem so großen Umfang in der europäischen Fischindustrie durchgeführt wurden. Moderne statistische Analyseverfahren wurden eingesetzt, um das komplexe Netz von Antworten handhaben zu können. Mit dem Analytischen Hierarchieprozess (AHP) konnten Prioritäten auf Grundlage von qualitativen als auch quantitativen Kriterien bestimmt werden. Die AHP-Methode wurde durch die Conjoint-Analyse ergänzt, welche die Schätzung des Wertes erleichterte, den verschiedene Aspekte der Fischereipolitik besitzen. Die daraus folgenden Diskussionen halfen bei der Festlegung und Validierung der exakten Präferenzen jeder Interessengruppe.

Auf Grundlage von Daten, die während MOFISH und weiteren ähnlichen Projekten zusammengetragen wurden, wurden Modelle erstellt. Durch die Nutzung der Modelle konnten verschiedene Szenarien getestet werden, die für unterschiedliche Ereignishorizonte erstellt worden sind. Die Modelle erwiesen sich als ein sehr nützliches Tool und können auch für andere Branchen genutzt werden, die mit ähnlichen Einschränkungen zu kämpfen haben.

Das während MOFISH angeeignete Wissen wird die EU bei ihren fortlaufenden Anstrengungen unterstützen, die europäischen Meeresressourcen zu schützen und eine nachhaltige Fischindustrie zu gewährleisten.

Dr. Simon Mardle | ctm
Weitere Informationen:
http://www.port.ac.uk/departments/economics/cemare

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