Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Klimaschutz als Konjunkturmotor

16.07.2001


Der Abschied des US Präsidenten George W. Bush vom Klimaschutz könnte für die amerikanische Wirtschaft teuer werden. Zu diesem Ergebnis kommen zwei neue Untersuchungen des WWF. Wenn sich die USA aus den internationalen Klimaschutzbemühungen ausklinken, hätte dies Einbrüche beim Bruttoinlandsprodukt von 0,6 Prozent oder rund 45 Milliarden Dollar zur Folge. Die EU und Japan könnten hingegen mit erheblichen Wettbewerbsvorteilen rechnen, heißt es in der Studie. Die Wissenschaftler rechnen damit, dass eine zügige Umsetzung des Kyoto-Protokolls in Japan für eine Ankurbelung der Konjunktur und ein Wachstum des Bruttoinlandsproduktes um etwa 0,9 Prozent sorgen könne. Das entspricht einem jährlichen Zuwachs von rund 47 Milliarden Dollar.

Die EU würde ebenfalls zu den Gewinnern zählen. Eine frühzeitige effiziente Klimapolitik würde zu erheblichen Kostenersparnissen führen. Der Report rechnet vor, dass die EU mehr als 85 Prozent ihrer Klimaschutzziele ohne zusätzliche Kosten erreichen könne. Lediglich die letzten zehn bis 15 Prozent könnten zu minimalen Einbußen von 0,06 Prozent beim Bruttoinlandsprodukt führen. Gleichzeitig würde die EU aber die Wettbewerbsbedingungen für viele Wirtschaftszweige z.B. im Bereich der Energieeffizienz und anderer innovativer Technologien entscheidend verbessern. Da Klimaschutz zu zusätzlichen positiven Nebeneffekten, etwa auf dem Gebiet der Luftreinhaltung, führe, sei eine Verringerung des europäischen Kohlendioxidausstoßes um acht Prozent quasi zum Nulltarif zu haben.

"Bushs Nein zum Kyoto-Protokoll wird sich zum Bumerang für die amerikanische Wirtschaft entwickeln," ist Oliver Rapf überzeugt. Der WWF-Referent für Energiepolitik betont: "Klimaschutz und technische Innovationen gehen Hand in Hand. Je früher entsprechende Maßnahmen in Angriff genommen werden desto besser. Damit können sich gerade europäische und japanische Firmen neue Märkte öffnen."

Vor diesem Hintergrund sei es unverständlich, warum Japan immer noch zögere. Im Grunde müsse Japan schon allein aus wirtschaftlichem Interesse das Protokoll ratifizieren und umsetzen. Der WWF fordert die verantwortlichen Regierungschefs auf, beim Klimagipfel, der in dieser Woche in Bonn eröffnet wird, endlich Führungsstärke zu zeigen. "Die Fakten liegen auf dem Tisch. Es gibt keine Entschuldigung für weitere Verzögerungen. Das Kyoto-Protokoll muss endlich unter Dach und Fach gebracht werden", so Jennifer Morgan, Leiterin der WWF-Klimakampagne.

    Die WWF-Studien:

  • "Kyoto Without the U.S.: Costs and Benefits of Ratifying the Kyoto Protocol" ECOFYS Energy and Environment, The Netherland. Juli 2001
  • "Will Ratification of the Kyoto Protocol Result in Economic Loss?" Shonan Environmental Research Force, Shonan Econometrics Inc.. July 2001

können über die Homepage von WWF International www.panda.org bezogen werden. Weitere Informationen: Oliver Rapf, Referat Klimaschutz und Energiepolitik, Tel.: 069 / 791 44 184 Jörn Ehlers, Pressestelle WWF Deutschland, Tel.: 0171 544 01 44

Oliver Rapf | ots
Weitere Informationen:
http://www.panda.org

Weitere Berichte zu: Bruttoinlandsprodukt Klimaschutz Kyoto-Protokoll

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Professionelle Mooszucht für den Klimaschutz – Projektstart in Greifswald
29.05.2017 | Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

nachricht Wasserqualität von Flüssen: Zusätzliche Reinigungsstufen in Kläranlagen lohnen sich
24.05.2017 | Eberhard Karls Universität Tübingen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Neue Methode für die Datenübertragung mit Licht

Der steigende Bedarf an schneller, leistungsfähiger Datenübertragung erfordert die Entwicklung neuer Verfahren zur verlustarmen und störungsfreien Übermittlung von optischen Informationssignalen. Wissenschaftler der Universität Johannesburg, des Instituts für Angewandte Optik der Friedrich-Schiller-Universität Jena und des Leibniz-Instituts für Photonische Technologien Jena (Leibniz-IPHT) präsentieren im Fachblatt „Journal of Optics“ eine neue Möglichkeit, glasfaserbasierte und kabellose optische Datenübertragung effizient miteinander zu verbinden.

Dank des Internets können wir in Sekundenbruchteilen mit Menschen rund um den Globus in Kontakt treten. Damit die Kommunikation reibungslos funktioniert,...

Im Focus: Strathclyde-led research develops world's highest gain high-power laser amplifier

The world's highest gain high power laser amplifier - by many orders of magnitude - has been developed in research led at the University of Strathclyde.

The researchers demonstrated the feasibility of using plasma to amplify short laser pulses of picojoule-level energy up to 100 millijoules, which is a 'gain'...

Im Focus: Lässt sich mit Boten-RNA das Immunsystem gegen Staphylococcus aureus scharf schalten?

Staphylococcus aureus ist aufgrund häufiger Resistenzen gegenüber vielen Antibiotika ein gefürchteter Erreger (MRSA) insbesondere bei Krankenhaus-Infektionen. Forscher des Paul-Ehrlich-Instituts haben immunologische Prozesse identifiziert, die eine erfolgreiche körpereigene, gegen den Erreger gerichtete Abwehr verhindern. Die Forscher konnten zeigen, dass sich durch Übertragung von Protein oder Boten-RNA (mRNA, messenger RNA) des Erregers auf Immunzellen die Immunantwort in Richtung einer aktiven Erregerabwehr verschieben lässt. Dies könnte für die Entwicklung eines wirksamen Impfstoffs bedeutsam sein. Darüber berichtet PLOS Pathogens in seiner Online-Ausgabe vom 25.05.2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) ist ein Bakterium, das bei weit über der Hälfte der Erwachsenen Haut und Schleimhäute besiedelt und dabei normalerweise keine...

Im Focus: Can the immune system be boosted against Staphylococcus aureus by delivery of messenger RNA?

Staphylococcus aureus is a feared pathogen (MRSA, multi-resistant S. aureus) due to frequent resistances against many antibiotics, especially in hospital infections. Researchers at the Paul-Ehrlich-Institut have identified immunological processes that prevent a successful immune response directed against the pathogenic agent. The delivery of bacterial proteins with RNA adjuvant or messenger RNA (mRNA) into immune cells allows the re-direction of the immune response towards an active defense against S. aureus. This could be of significant importance for the development of an effective vaccine. PLOS Pathogens has published these research results online on 25 May 2017.

Staphylococcus aureus (S. aureus) is a bacterium that colonizes by far more than half of the skin and the mucosa of adults, usually without causing infections....

Im Focus: Orientierungslauf im Mikrokosmos

Physiker der Universität Würzburg können auf Knopfdruck einzelne Lichtteilchen erzeugen, die einander ähneln wie ein Ei dem anderen. Zwei neue Studien zeigen nun, welches Potenzial diese Methode hat.

Der Quantencomputer beflügelt seit Jahrzehnten die Phantasie der Wissenschaftler: Er beruht auf grundlegend anderen Phänomenen als ein herkömmlicher Rechner....

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Lebensdauer alternder Brücken - prüfen und vorausschauen

29.05.2017 | Veranstaltungen

49. eucen-Konferenz zum Thema Lebenslanges Lernen an Universitäten

29.05.2017 | Veranstaltungen

Internationale Konferenz an der Schnittstelle von Literatur, Kultur und Wirtschaft

29.05.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Intelligente Sensoren mit System

29.05.2017 | Messenachrichten

Geckos kommunizieren überraschend flexibel

29.05.2017 | Biowissenschaften Chemie

1,5 Millionen Euro für vier neue „Innovative Training Networks” an der Universität Hamburg

29.05.2017 | Förderungen Preise