Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Das Inkrafttreten des Kyoto-Protokolls öffnet Zukunftsmärkte

15.02.2005


Die internationale Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen bringt Dynamik für ökologischen Strukturwandel sowie volkswirtschaftliche Vorteile. Die Europäische Union und Deutschland müssen daher weiter voranschreiten.



Das Inkrafttreten des Kyoto-Protokolls am 16. Februar 2005 markiert einen historischen Schritt für den Klimaschutz. Seine Bedeutung liegt darin, dass die überwiegende Mehrheit der Industriestaaten in einer "Koalition der Willigen"eines der gravierendsten globalen Probleme gemeinsam anpacken will. Dabei wird die zwischen 2008 und 2012 vorgesehene Begrenzung der Treibhausgasemissionen bei weitem nicht ausreichen. Doch kann das Inkrafttreten des Protokolls gleichsam der Startschuss für eine Dynamik in Richtung eines ökologischen Strukturwandels sein. Denn damit werden Rahmenbedingungen gesetzt, die zusätzliche Anreize für Investitionen in Zukunftsmärkte im Bereich Energieeffizienz und erneuerbare Energien setzen.



Konzepte und Strategien für diesen Wandel zu einer zukunftsfähigen Wirtschaft und Gesellschaft zu entwerfen, ist der Gründungsauftrag des Wuppertal Instituts. Die Forschungsarbeiten der vergangenen vierzehn Jahre machen deutlich, dass die aus Klimaschutzperspektive kurz- und mittelfristig erforderlichen Emissionsminderungen in der Mehrheit der Industriestaaten wirtschaftlich umsetzbar sind. "Klimaschutz lohnt sich", so der Präsident des Wuppertal Instituts, Prof. Dr. Peter Hennicke. "Selbst Emissionsminderungen von bis zu 40 Prozent in den nächsten 15 bis 20 Jahren können mit volkswirtschaftlichen Vorteilen realisiert werden - und mindern die Abhängigkeit von und die Konkurrenz um immer knapper werdende Ressourcen."

Es ist nun insbesondere an der Europäischen Union und ihren Mitgliedsstaaten, in den kommenden Jahren ihre Vorreiterrolle bei den Klimaverhandlungen auch bei der Umsetzung von Klimaschutzmaßnahmen zu behaupten. Damit würde auch anderen Staaten das Signal gegeben: wirtschaftliche Entwicklung und Klimaschutz sind kein Widerspruch, zukunftsfähig ist vielmehr nur eine emissionsarme und ressourcensparende Wirtschaftsweise.

Deutschland kommt innerhalb der EU dabei eine Schlüsselrolle zu. Diese sollte die Bundesregierung auch im Sinne konjunktureller Impulse als Chance wahrnehmen. Aktuelle Forschungsergebnisse des Wuppertal Instituts zeigen, dass allein mit der Einrichtung eines Energieeffizienz-Fonds beträchtliche Emissionsminderungen mit Investitionen in zweistelliger Milliardenhöhe und einem positiven Nettoarbeitsplatzeffekt einhergehen würden.

Dies ist nur eines von vielen Beispielen dafür, dass sich Klimaschutz, der weit über die Ziele von Kyoto hinausgeht, doppelt lohnen kann. "Im Sinne globalen Klimaschutzes, aber auch einer zukunftsfähigen wirtschaftlichen Entwicklung kann die Bundesregierung die Rahmenbedingungen und positive Anreizstrukturen für einen ökologischen Strukturwandel schaffen", so Hennicke. "Die Konzepte und Strategien dafür liegen vor - der Aufschwung kann durch Klimaschutzinvestitionen beschleunigt werden."

Dorle Riechert | idw
Weitere Informationen:
http://www.wupperinst.org/Projekte/fg2/3216.html

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Erste "Rote Liste" gefährdeter Lebensräume in Europa
16.01.2017 | Universität Wien

nachricht Kann das "Greening" grüner werden?
11.01.2017 | Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Scientists spin artificial silk from whey protein

X-ray study throws light on key process for production

A Swedish-German team of researchers has cleared up a key process for the artificial production of silk. With the help of the intense X-rays from DESY's...

Im Focus: Forscher spinnen künstliche Seide aus Kuhmolke

Ein schwedisch-deutsches Forscherteam hat bei DESY einen zentralen Prozess für die künstliche Produktion von Seide entschlüsselt. Mit Hilfe von intensivem Röntgenlicht konnten die Wissenschaftler beobachten, wie sich kleine Proteinstückchen – sogenannte Fibrillen – zu einem Faden verhaken. Dabei zeigte sich, dass die längsten Proteinfibrillen überraschenderweise als Ausgangsmaterial schlechter geeignet sind als Proteinfibrillen minderer Qualität. Das Team um Dr. Christofer Lendel und Dr. Fredrik Lundell von der Königlich-Technischen Hochschule (KTH) Stockholm stellt seine Ergebnisse in den „Proceedings“ der US-Akademie der Wissenschaften vor.

Seide ist ein begehrtes Material mit vielen erstaunlichen Eigenschaften: Sie ist ultraleicht, belastbarer als manches Metall und kann extrem elastisch sein....

Im Focus: Erstmalig quantenoptischer Sensor im Weltraum getestet – mit einem Lasersystem aus Berlin

An Bord einer Höhenforschungsrakete wurde erstmals im Weltraum eine Wolke ultrakalter Atome erzeugt. Damit gelang der MAIUS-Mission der Nachweis, dass quantenoptische Sensoren auch in rauen Umgebungen wie dem Weltraum eingesetzt werden können – eine Voraussetzung, um fundamentale Fragen der Wissenschaft beantworten zu können und ein Innovationstreiber für alltägliche Anwendungen.

Gemäß dem Einstein’schen Äquivalenzprinzip werden alle Körper, unabhängig von ihren sonstigen Eigenschaften, gleich stark durch die Gravitationskraft...

Im Focus: Quantum optical sensor for the first time tested in space – with a laser system from Berlin

For the first time ever, a cloud of ultra-cold atoms has been successfully created in space on board of a sounding rocket. The MAIUS mission demonstrates that quantum optical sensors can be operated even in harsh environments like space – a prerequi-site for finding answers to the most challenging questions of fundamental physics and an important innovation driver for everyday applications.

According to Albert Einstein's Equivalence Principle, all bodies are accelerated at the same rate by the Earth's gravity, regardless of their properties. This...

Im Focus: Mikrobe des Jahres 2017: Halobacterium salinarum - einzellige Urform des Sehens

Am 24. Januar 1917 stach Heinrich Klebahn mit einer Nadel in den verfärbten Belag eines gesalzenen Seefischs, übertrug ihn auf festen Nährboden – und entdeckte einige Wochen später rote Kolonien eines "Salzbakteriums". Heute heißt es Halobacterium salinarum und ist genau 100 Jahre später Mikrobe des Jahres 2017, gekürt von der Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie (VAAM). Halobacterium salinarum zählt zu den Archaeen, dem Reich von Mikroben, die zwar Bakterien ähneln, aber tatsächlich enger verwandt mit Pflanzen und Tieren sind.

Rot und salzig
Archaeen sind häufig an außergewöhnliche Lebensräume angepasst, beispielsweise heiße Quellen, extrem saure Gewässer oder – wie H. salinarum – an...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Neuer Algorithmus in der Künstlichen Intelligenz

24.01.2017 | Veranstaltungen

Gehirn und Immunsystem beim Schlaganfall – Neueste Erkenntnisse zur Interaktion zweier Supersysteme

24.01.2017 | Veranstaltungen

Hybride Eisschutzsysteme – Lösungen für eine sichere und nachhaltige Luftfahrt

23.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Im Interview mit Harald Holzer, Geschäftsführer der vitaliberty GmbH

24.01.2017 | Unternehmensmeldung

MAIUS-1 – erste Experimente mit ultrakalten Atomen im All

24.01.2017 | Physik Astronomie

European XFEL: Forscher können erste Vorschläge für Experimente einreichen

24.01.2017 | Physik Astronomie