Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Stabilität von Randzonen tropischer Regenwälder in Indonesien

25.01.2005


STORMA: Eine beispielhafte Zusammenarbeit - Sonderforschungsbereich als „best practice exemple“ auf internationaler Konferenz vorgestellt

... mehr zu:
»Randzonen »Regenwald »STORMA

Als „best practice example“ wurde das Engagement der Universität Göttingen in der Entwicklungszusammenarbeit am 3. November 2004 auf einer Konferenz in Berlin vorgestellt. Vor allem von der Kooperation zwischen der Georg-August-Universität und Partnerhochschulen in Indonesien im Rahmen des Sonderforschungsbereichs 552 „Stabilität von Randzonen tropischer Regenwälder in Indonesien“ (STORMA) zeigten sich die mehr als 300 Teilnehmer – Regierungsvertreter, hochrangige Mitglieder von Wissenschaftsorganisationen sowie Wissenschaftler aller Kontinente – beeindruckt. Die Hochschulrektorenkonferenz, der Deutsche Akademische Austauschdienst und die Gesellschaft für Technische Zusammenarbeit hatten zu der Konferenz eingeladen.

Der Sonderforschungsbereich (SFB) STORMA widmet sich einem besonders sensiblen Bereich der tropischen Regenwälder: dem Waldrand. Durch Holzeinschlag, Rodung, Besiedlung und Landwirtschaft werden die Waldränder bedroht. Dies hat massive Auswirkungen auf das gesamte Ökosystem und somit auf die dort lebenden Menschen. Seit mehr als vier Jahren untersuchen Wissenschaftler aus Deutschland und Indonesien die Wechselbeziehungen zwischen ökologischen Anforderungen, ökonomischen Rahmenbedingungen und sozialen Faktoren im Lore-Lindu-Nationalpark und den angrenzenden Regionen auf der indonesischen Insel Sulawesi. Auf der Basis dieser Ergebnisse entwickeln sie die Grundlagen für nachhaltige Landnutzungskonzepte, die die Lebenssituation der dörflichen Bevölkerung berücksichtigen und gleichzeitig die Stabilisierung der Waldrandgebiete mit dem Erhalt der Artenvielfalt und dem Schutz der Stoffkreisläufe zum Ziel haben.


Als Partnerhochschulen in Indonesien sind die renommierte Universität Bogor auf der Insel Java und die Universität Tadulako in Palu auf der Insel Sulawesi eingebunden. Im SFB sind die Göttinger Fakultäten Biologie, Agrar-, Forst- und Geowissenschaften mit zwölf Teilprojekten beteiligt; die Universität Kassel steuert zwei weitere bei. Deutsche und indonesische Wissenschaftler leiten gemeinsam die Teilprojekte und betreuen Masterstudenten, Diplomanden und Doktoranden aus beiden Ländern.

„Entscheidend für den Erfolg dieser Kooperation sind die intensiven Bemühungen, das Verständnis zwischen den Fachdisziplinen einerseits und den verschiedenen Kulturen und Wissenschaftssystemen andererseits zu fördern“, so SFB-Sprecher Prof. Dr. Manfred Zeller. Um die Projekte vor Ort durchführen zu können und die Ergebnisse im Alltag zu verankern, gehen die Wissenschaftler auch ungewöhnliche Wege: Durch Fußballturniere und gemeinsame Veranstaltungen erreichen sie die Köpfe und Herzen der Menschen in der Region. Untersuchungen in Hütten, auf Feldern und im Wald werden so oft erst möglich. Angesichts des geringen Ausbildungsstandes der Bevölkerung ist es zudem schwierig, die Forschungsergebnisse direkt zu vermitteln. Die Projektmitarbeiter werden bei dieser Aufgabe vor allem von der Universität Tadulako und von Nicht-Regierungsorganisationen unterstützt.

Koordiniert wird das Projekt vom Forschungs- und Studienzentrum der Agrar- und Forstwissenschaften der Tropen und Subtropen (Tropenzentrum) der Universität Göttingen. Das Tropenzentrum pflegt schon seit vielen Jahren enge Beziehungen mit den Partnern in Indonesien. Knapp 100 Dozenten aus Indonesien lehrten und forschten seit Anfang der neunziger Jahre in Göttingen; rund 150 Absolventen aus Indonesien erwarben hier ihren Master- oder Doktortitel. „Sie bekleiden heute zum Teil Führungspositionen und stehen weiterhin in engem Kontakt mit ihrer Alma Mater. Das mit den Jahren gewachsene Vertrauen zwischen den Partnern ist Bedingung für ein solch komplexes Projekt“, erläutert Dr. Uwe Muuß, Geschäftsführer des Tropenzentrums.

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert den SFB in der zweiten Förderphase (2003 bis 2006) mit 3,7 Millionen Euro. Im Herbst 2005 wird der SFB in Göttingen ein internationales Symposium ausrichten. Weitere Informationen sind im Internet unter den Adressen www.storma.de und www.tropenzentrum.de abrufbar.

Kontaktadresse:

Daniel Stietenroth
Georg-August-Universität Göttingen
Koordinator des Sonderforschungsbereichs 552 – STORMA
Büsgenweg 1, 37077 Göttingen
Telefon (0551) 39-9928 und 39-9543, Fax (0551) 39-9658
e-mail: dstiete@gwdg.de

Marietta Fuhrmann-Koch | Georg-August-Universität Götting
Weitere Informationen:
http://www.tropenzentrum.de
http://www.storma.de
http://www.uni-goettingen.de

Weitere Berichte zu: Randzonen Regenwald STORMA

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Fernerkundung für den Naturschutz
17.08.2017 | Hochschule München

nachricht "Brauchen wir das?" Auf dem Weg zu einer umweltgerechten Bedarfsprüfung von Infrastrukturprojekten
09.08.2017 | Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Unterwasserroboter soll nach einem Jahr in der arktischen Tiefsee auftauchen

Am Dienstag, den 22. August wird das Forschungsschiff Polarstern im norwegischen Tromsø zu einer besonderen Expedition in die Arktis starten: Der autonome Unterwasserroboter TRAMPER soll nach einem Jahr Einsatzzeit am arktischen Tiefseeboden auftauchen. Dieses Gerät und weitere robotische Systeme, die Tiefsee- und Weltraumforscher im Rahmen der Helmholtz-Allianz ROBEX gemeinsam entwickelt haben, werden nun knapp drei Wochen lang unter Realbedingungen getestet. ROBEX hat das Ziel, neue Technologien für die Erkundung schwer erreichbarer Gebiete mit extremen Umweltbedingungen zu entwickeln.

„Auftauchen wird der TRAMPER“, sagt Dr. Frank Wenzhöfer vom Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung (AWI) selbstbewusst. Der...

Im Focus: Mit Barcodes der Zellentwicklung auf der Spur

Darüber, wie sich Blutzellen entwickeln, existieren verschiedene Auffassungen – sie basieren jedoch fast ausschließlich auf Experimenten, die lediglich Momentaufnahmen widerspiegeln. Wissenschaftler des Deutschen Krebsforschungszentrums stellen nun im Fachjournal Nature eine neue Technik vor, mit der sich das Geschehen dynamisch erfassen lässt: Mithilfe eines „Zufallsgenerators“ versehen sie Blutstammzellen mit genetischen Barcodes und können so verfolgen, welche Zelltypen aus der Stammzelle hervorgehen. Diese Technik erlaubt künftig völlig neue Einblicke in die Entwicklung unterschiedlicher Gewebe sowie in die Krebsentstehung.

Wie entsteht die Vielzahl verschiedener Zelltypen im Blut? Diese Frage beschäftigt Wissenschaftler schon lange. Nach der klassischen Vorstellung fächern sich...

Im Focus: Fizzy soda water could be key to clean manufacture of flat wonder material: Graphene

Whether you call it effervescent, fizzy, or sparkling, carbonated water is making a comeback as a beverage. Aside from quenching thirst, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have discovered a new use for these "bubbly" concoctions that will have major impact on the manufacturer of the world's thinnest, flattest, and one most useful materials -- graphene.

As graphene's popularity grows as an advanced "wonder" material, the speed and quality at which it can be manufactured will be paramount. With that in mind,...

Im Focus: Forscher entwickeln maisförmigen Arzneimittel-Transporter zum Inhalieren

Er sieht aus wie ein Maiskolben, ist winzig wie ein Bakterium und kann einen Wirkstoff direkt in die Lungenzellen liefern: Das zylinderförmige Vehikel für Arzneistoffe, das Pharmazeuten der Universität des Saarlandes entwickelt haben, kann inhaliert werden. Professor Marc Schneider und sein Team machen sich dabei die körpereigene Abwehr zunutze: Makrophagen, die Fresszellen des Immunsystems, fressen den gesundheitlich unbedenklichen „Nano-Mais“ und setzen dabei den in ihm enthaltenen Wirkstoff frei. Bei ihrer Forschung arbeiteten die Pharmazeuten mit Forschern der Medizinischen Fakultät der Saar-Uni, des Leibniz-Instituts für Neue Materialien und der Universität Marburg zusammen Ihre Forschungsergebnisse veröffentlichten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift Advanced Healthcare Materials. DOI: 10.1002/adhm.201700478

Ein Medikament wirkt nur, wenn es dort ankommt, wo es wirken soll. Wird ein Mittel inhaliert, muss der Wirkstoff in der Lunge zuerst die Hindernisse...

Im Focus: Exotische Quantenzustände: Physiker erzeugen erstmals optische „Töpfe" für ein Super-Photon

Physikern der Universität Bonn ist es gelungen, optische Mulden und komplexere Muster zu erzeugen, in die das Licht eines Bose-Einstein-Kondensates fließt. Die Herstellung solch sehr verlustarmer Strukturen für Licht ist eine Voraussetzung für komplexe Schaltkreise für Licht, beispielsweise für die Quanteninformationsverarbeitung einer neuen Computergeneration. Die Wissenschaftler stellen nun ihre Ergebnisse im Fachjournal „Nature Photonics“ vor.

Lichtteilchen (Photonen) kommen als winzige, unteilbare Portionen vor. Viele Tausend dieser Licht-Portionen lassen sich zu einem einzigen Super-Photon...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

European Conference on Eye Movements: Internationale Tagung an der Bergischen Universität Wuppertal

18.08.2017 | Veranstaltungen

Einblicke ins menschliche Denken

17.08.2017 | Veranstaltungen

Eröffnung der INC.worX-Erlebniswelt während der Technologie- und Innovationsmanagement-Tagung 2017

16.08.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Eine Karte der Zellkraftwerke

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Chronische Infektionen aushebeln: Ein neuer Wirkstoff auf dem Weg in die Entwicklung

18.08.2017 | Biowissenschaften Chemie

Computer mit Köpfchen

18.08.2017 | Informationstechnologie