Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Emissionshandel startet pünktlich

23.12.2004


Emissionshandelsstelle schließt Zuteilungsverfahren ab - Jürgen Trittin: Deutschland ist gut vorbereitet



Der Handel mit Emissionszertifikaten kann in Deutschland pünktlich zu Beginn des neuen Jahres starten: Die Deutsche Emissionshandelsstelle (DEHSt) hat allen Teilnehmern ihre Emissionsberechtigungen zugeteilt. Bundesumweltminister Jürgen Trittin: "Die Bundesregierung hat alle Voraussetzungen für den Start des Emissionshandels geschaffen. Deutschland ist gut vorbereitet. Wir haben in nur einem Jahr ein neues marktwirtschaftliches Instrument der Umweltpolitik eingeführt. Ich bin optimistisch, dass es sich in der Praxis bewähren wird."



Am Emissionshandel nehmen 1.849 Anlagen von rund 1.200 Unternehmen der Energiewirtschaft und der energieintensiven Industrie teil. In den Zuteilungsbescheiden ist festgelegt, wie viele kostenlose Emissionsberechtigungen jede der Anlagen für die kommenden drei Jahre erhält. Insgesamt stehen den Unternehmen Emissionsberechtigungen für 1.485 Millionen Tonnen CO2 für den Zeitraum von 2005 bis 2007 zur Verfügung - 495 Millionen pro Jahr. Bei einem angenommenen Preis für ein Zertifikat von 5 Euro zu Beginn des Emissionshandels verteilt der Bund Zertifikate im Wert von über 7 Milliarden Euro an die Wirtschaft in Deutschland.

Die Bundesregierung hat bei der Antragstellung für Emissionsberechtigungen große Flexibilität ermöglicht, um den vielfältigen Bedingungen in den einzelnen Bereichen der Wirtschaft gerecht zu werden. Dies haben die Unternehmen genutzt: In den Zuteilungsanträgen treten insgesamt 58 verschiedene Kombinationen möglicher Zuteilungsregeln auf.

521 Anlagen nutzen die Option, eine Zuteilung anhand von Produktionsprognosen für die nächsten drei Jahre zu erhalten. Nicht zuletzt deshalb wurden rund 14 Millionen Emissionsberechtigungen pro Jahr über das gesetzlich festgelegte Maximalbudget hinaus beantragt. Dies führt zu einer Umverteilung der Berechtigungen: Um das Budget einzuhalten, erfolgte bei etwa zwei Drittel aller Anlagen eine zusätzliche anteilige Kürzung der Zuteilungen.

Die Inanspruchnahme der im Zuteilungsgesetz vorgesehenen Sonderzuteilungen für frühzeitige Emissionsminderungen (early action), prozessbedingte Emissionen und Stromerzeugung in Kraft-Wärme-Kopplung (KWK) entsprach insgesamt den Erwartungen. Trittin: "Besonders die hocheffiziente Kraft-Wärme-Koppelung wird durch den Emissionshandel sichtbar gestärkt." Das für diesen Bereich vorgesehene Sonderbudget wurde um 1,5 Millionen Tonnen über das geplante Budget hinaus beansprucht - ein Drittel mehr KWK in 2005 - 2007 als vorher geschätzt.

Etwas geringer als erwartet fällt dagegen der Bedarf für frühzeitige Emissionsminderungen aus. Bemerkenswerterweise entfallen fast 84 Prozent des Budgets dieser Sonderzuteilung auf die neuen Bundesländer. Trittin: "Damit wird der Modernisierung der Anlagen und der besonders starken Emissionsminderung in Ostdeutschland Rechnung getragen."

Mit dem Zuteilungsbescheid der DEHSt weiß jedes Unternehmen genau, über wie viele Emissionsberechtigungen es für die kommenden drei Jahre verfügt. Damit ist Investitionssicherheit gegeben. Parallel wurden die Anträge für die Einrichtung von Konten im sogenannten Emissionshandelsregister verschickt. Auf diese Online-Konten bucht die DEHSt bis zum 28. Februar 2005 die erste Jahresrate an kostenlosen Zertifikaten.

Mit dem Emissionshandel liegt nicht nur ein neues umweltpolitisches Instrument vor. Auch im Verwaltungshandeln wurde Neuland betreten. Mit der DEHSt steht die erste Behörde in Deutschland mit ihren Partnern in der Wirtschaft nahezu vollständig elektronisch in Verbindung. Damit werden in der gebührenfinanzierten Emissionshandelsstelle die Abläufe beschleunigt und die Verwaltungskosten niedrig gehalten.

Hinweis:
Zur Analyse der Zuteilungsanträge kann ein detailliertes Hintergrundpapier auf der Internetseite der Deutschen Emissionshandelsstelle unter www.umweltbundesamt.de/emissionshandel abgerufen werden. Ebenfalls auf der Homepage der DEHSt ist die Liste der am Emissionshandel teilnehmenden Anlagen veröffentlicht.

| Bundesumweltministerium

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Frühwarnsignale für Seen halten nicht, was sie versprechen
05.12.2016 | Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

nachricht Besserer Schutz vor invasiven Arten
15.11.2016 | Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Poröse kristalline Materialien: TU Graz-Forscher zeigt Methode zum gezielten Wachstum

Mikroporöse Kristalle (MOFs) bergen große Potentiale für die funktionalen Materialien der Zukunft. Paolo Falcaro von der TU Graz et al zeigen in Nature Materials, wie man MOFs gezielt im großen Maßstab wachsen lässt.

„Metal-organic frameworks“ (MOFs) genannte poröse Kristalle bestehen aus metallischen Knotenpunkten mit organischen Molekülen als Verbindungselemente. Dank...

Im Focus: Gravitationswellen als Sensor für Dunkle Materie

Die mit der Entdeckung von Gravitationswellen entstandene neue Disziplin der Gravitationswellen-Astronomie bekommt eine weitere Aufgabe: die Suche nach Dunkler Materie. Diese könnte aus einem Bose-Einstein-Kondensat sehr leichter Teilchen bestehen. Wie Rechnungen zeigen, würden Gravitationswellen gebremst, wenn sie durch derartige Dunkle Materie laufen. Dies führt zu einer Verspätung von Gravitationswellen relativ zu Licht, die bereits mit den heutigen Detektoren messbar sein sollte.

Im Universum muss es gut fünfmal mehr unsichtbare als sichtbare Materie geben. Woraus diese Dunkle Materie besteht, ist immer noch unbekannt. Die...

Im Focus: Significantly more productivity in USP lasers

In recent years, lasers with ultrashort pulses (USP) down to the femtosecond range have become established on an industrial scale. They could advance some applications with the much-lauded “cold ablation” – if that meant they would then achieve more throughput. A new generation of process engineering that will address this issue in particular will be discussed at the “4th UKP Workshop – Ultrafast Laser Technology” in April 2017.

Even back in the 1990s, scientists were comparing materials processing with nanosecond, picosecond and femtosesecond pulses. The result was surprising:...

Im Focus: Wie sich Zellen gegen Salmonellen verteidigen

Bioinformatiker der Goethe-Universität haben das erste mathematische Modell für einen zentralen Verteidigungsmechanismus der Zelle gegen das Bakterium Salmonella entwickelt. Sie können ihren experimentell arbeitenden Kollegen damit wertvolle Anregungen zur Aufklärung der beteiligten Signalwege geben.

Jedes Jahr sind Salmonellen weltweit für Millionen von Infektionen und tausende Todesfälle verantwortlich. Die Körperzellen können sich aber gegen die...

Im Focus: Shape matters when light meets atom

Mapping the interaction of a single atom with a single photon may inform design of quantum devices

Have you ever wondered how you see the world? Vision is about photons of light, which are packets of energy, interacting with the atoms or molecules in what...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

NRW Nano-Konferenz in Münster

07.12.2016 | Veranstaltungen

Wie aus reinen Daten ein verständliches Bild entsteht

05.12.2016 | Veranstaltungen

Von „Coopetition“ bis „Digitale Union“ – Die Fertigungsindustrien im digitalen Wandel

02.12.2016 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Das Universum enthält weniger Materie als gedacht

07.12.2016 | Physik Astronomie

Partnerschaft auf Abstand: tiefgekühlte Helium-Moleküle

07.12.2016 | Physik Astronomie

Bakterien aus dem Blut «ziehen»

07.12.2016 | Biowissenschaften Chemie