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NABU: Klimaveränderungen und Luftverschmutzung schaden dem Wald

08.12.2004


Angesichts der alarmierenden Zahlen im heute vorgestellten Waldzustandsbericht hat der Naturschutzbund NABU gefordert, konsequentere Maßnahmen gegen Luftverschmutzung und die Ursachen von Ozonbelastungen und Klimaveränderungen zu ergreifen. "Der Wald steht unter Stress, der von verschiedenen Faktoren verursacht wird. Dazu zählen auch die Klimaveränderungen, die zu Hitze und Trockenheit der Rekordsommer 2002 und 2003 geführt haben", sagte NABU-Vizepräsident Christian Unselt. Man dürfe sich aber nicht dazu verleiten lassen, das Problem allein auf den Jahrhundertsommer 2003 zu schieben, denn auch Ozon, das vor allem für die Schäden an den Laubbäumen verantwortlich sei, spiele eine bedeutende Rolle. Daher müssten der Schadstoffausstoß und der Durchschnittsverbrauch neuer Fahrzeuge gesenkt werden. Ein weiteres Problem stellten laut NABU die nach wie vor hohen Stickstoffeinträge aus der Landwirtschaft dar, die unbedingt reduziert werden müssten.


Der Waldzustandsbericht weist die stärkste Schadenszunahme seit dem Beginn der Aufzeichnung auf. Im Gegensatz zu früheren Jahren sind nicht nur Nadelbäume massiv betroffen, sondern auch Laubholzarten. Wenn sich Standorte verändern, leiden laut NABU darunter am meisten die Baumarten, die sich am Rande ihres Ausbreitungsgebietes befinden. Dies trifft vor allem auf die Buche zu, die nach der Eiche die am schwersten geschädigte Baumart ist. Nach Ansicht des NABU muss sich der Waldbau auf die Standortveränderungen einstellen. So müssten bei der Wahl der Baumarten die natürlichen Standorte besser berücksichtigt werden, sagte Unselt: "Eine naturnahe Waldwirtschaft muss das Ziel der anstehenden Novelle des Bundeswaldgesetzes sein."

Als weitere Voraussetzung für den Umbau der Forste in naturnahe und ökologisch stabile Wälder forderte der NABU die baldige Reform des Bundesjagdgesetzes. So könnten andere schwächende Einflüsse wie etwa die überhöhten Schalenwildbestände auf ein tragbares Maß reduziert werden. Skeptisch betrachte der NABU die Forderungen nach einer stärkeren Nutzung der angeblich zu hohen Holzvorräte. "Holz ist zwar ein nachwachsender Rohstoff mit Zukunft, aber in der aktuellen Situation sollten wir froh sein, noch Holzreserven im Wald zu haben", sagte der NABU-Vizepräsident. Von den geschädigten Bäumen könne ein Großteil in den kommenden Jahren ausfallen, der dann als Sondernutzung entnommen werden müsse. "Um dem Wald zu helfen, muss in längerfristigen Dimensionen gedacht werden und das heutige ökologische Verständnis ein stärkeres Gewicht bekommen", so Unselt.

Gregor Beyer | presseportal
Weitere Informationen:
http://www.NABU.de

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