Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Die Fischindustrie ködern

07.12.2004


Da die weltweite Fischindustrie zur Drosselung ihrer Fangmengen gezwungen ist, wird der Wettbewerb auf diesem Gebiet immer härter. Zur Erhaltung der europäischen Fischindustrie werden verschiedene innovative Ansätze gesucht. Einer davon ist die Verwendung künstlicher Köder.


Aufgrund der vielen Kontroversen zum industriellen Langleinenfischen steht nun die Verbesserung der Fangverfahren im Mittelpunkt. Die Langleinenfischerei hat derzeit noch den Tod tausender nicht zum Fang bestimmter Tiere zur Folge. Der häufigste Grund dafür ist die Verwendung von treibenden Langleinen und Grundleinen, die eine Vielzahl nicht verkäuflicher Arten anziehen. So sterben an treibenden Langleinen beispielsweise tausende Albatrosse und Sturmvögel. An Grundleinen gehören häufig Schildkröten, Wale und Haie zu den nicht gewollten Fängen.

Zur Verringerung dieser ungewollten Fänge hat sich eine europäische Interessengemeinschaft zusammengefunden, die nach alternativen Fischködermaterialien sucht. Der Schwerpunkt lag dabei auf der Herstellung preisgünstigerer, künstlicher Köder, welche die Kosten reduzieren würden, die mit an Bord befindlichen lebenden Langleinenködern verbunden sind. Es war außerdem wichtig, nur die gewollten Arten zu ködern und sich somit nur auf bestimmte Arten zu konzentrieren. Ein weiteres Ziel war die Untersuchung einer neuen Produktionsanlage für die Herstellung dieser neuen Köder.


Die natürlichen Köder sind eine starke Belastung für das Fischereibudget, da sie teuer sind und ein Großteil von den ungewollt gefangenen Arten verbraucht wird. Das gilt vor allem für kleinere privat betriebene Fischereien. Weltweit verdienen Millionen von Familien Ihren Lebensunterhalt mit Fischen. Wenn aber die Kosten steigen, die Erträge sinken und strengere Umweltschutzmaßnahmen veranlasst werden, müssen alle ihren Tribut zahlen. Preisgünstigere Köder sind also ein wichtiges Anliegen.

In der Testphase lag der Schwerpunkt auf zwei Gruppen von Fischen, zum einen auf Dorschen und Schellfischen in isländischen Gewässern und zum anderen auf Seehechten in mediterranen Gewässern. Fischabfälle wurden als Versuchsköder verwendet. Sie zeigten aber keinerlei Vorteile, so dass auf traditionelle Stoffe wie ganze Fische oder Tintenfischhappen zurückgegriffen wurde. In den isländischen Gewässern war die Verwendung von gefrorenem, geriebenem Fisch in Papierbeuteln vielversprechend. Der spanische Köder (bestehend aus verschiedenen gefrorenen Fischen und Bindemitteln mit einer inneren Verstärkung) muss noch weiter getestet werden.

Auch eine wirtschaftliche Machbarkeitsstudie in der Produktionsanlage wurde durchgeführt, um die praktische Anwendbarkeit der Aufwertung der gewonnenen Ergebnisse zu prüfen. Mit der Studie entstand ein Prototyp, der für die weitere Evaluierung bereitsteht, obgleich die Arbeitsgemeinschaft die Forschung und Entwicklung weiter vorantreiben wird.

Ana Sala Santa-Ana | ctm

Weitere Berichte zu: Gewässer Köder Langleinen Produktionsanlage

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Plastik – nicht nur Müll
26.04.2017 | Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

nachricht Paradiese in Gefahr: Bayreuther Studierende forschen auf den Malediven zu Plastikmüll in den Meeren
13.04.2017 | Universität Bayreuth

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Ballungsräume Europas

26.04.2017 | Veranstaltungen

200 Weltneuheiten beim Innovationstag Mittelstand in Berlin

26.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Wie digitale Technik die Patientenversorgung verändert

26.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Akute Myeloische Leukämie: Ulmer erforschen bisher unbekannten Mechanismus der Blutkrebsentstehung

26.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Naturkatastrophen kosten Winzer jährlich Milliarden

26.04.2017 | Interdisziplinäre Forschung

Zusammenhang zwischen Immunsystem, Hirnstruktur und Gedächtnis entdeckt

26.04.2017 | Biowissenschaften Chemie