Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Bewässerungsbewertung für landwirtschaftliche Dynamik

07.12.2004


Veränderungen bei den politischen, sozialen und wirtschaftlichen Bedingungen beeinflussen die Nutzung von Land und Wasser. Manchmal wirken sich diese Bedingungen positiv auf die Landwirtschaft aus. Leider trifft das aber immer öfter nicht mehr zu. Die Entwicklung einer nachhaltigen Landwirtschaft beinhaltet mehr als nur die Anwendung geeigneter landwirtschaftlicher Methoden. Es sind vielmehr tiefgreifende Analysen der Methoden notwendig, um zu erkennen, ob diese flexibel genug sind, den stetigen Veränderungen Stand zu halten.



Die gemeinsame Agrarpolitik und Wasserrahmenrichtlinie sollten eine Verbesserung der landwirtschaftlichen Praxis, des Wasserverbrauchs, der Produkterschwinglichkeit und Marktstabilität herbeiführen. Sie sollten auch zu einem umfassenderen Umweltschutz führen, technische Normen verbessern, Wasserökosysteme und damit verbundene Feuchtgebiete bewahren sowie die Bedrohung durch Überflutung und Dürre verringern.



Da die meisten dieser politischen Entscheidungen in direktem Zusammenhang mit der Verfügbarkeit von Süßwasser und der steigenden Nachfrage der Industrie nach einer effektiveren Wassernutzung stehen, spielt die Bewässerung eine wichtige Rolle. Der Wasserverbrauch ist ein heiß diskutiertes Anliegen. Die Hauptfragen bleiben aber: Welches Bewässerungssystem erlaubt eine effektive Pflanzenproduktion ohne Verletzung der bestehenden Gesetze, die den Wasserverbrauch einschränken oder beeinflussen? Welche Methode ist in der landwirtschaftlichen Praxis finanziell realisierbar? Welchen Einfluss werden diese Methoden im Rahmen der genannten Richtlinien auf die Umwelt? Und am allerwichtigsten: Welche Modelle von Nachhaltigkeit werden die Methoden fördern?

Für die Beantwortung all dieser Fragen hat eine Gruppe europäischer Forschungsinstitute eine Reihe von Arbeitsmodellen erstellt, mit denen sich ihre Untersuchungen durchführen. Sie untersuchten verschiedene Regionen mit unterschiedlichen klimatischen Bedingungen und erstellten verschiedene landwirtschaftliche Typologien, die eine Vielzahl von Bestandstypen hervorbringen. Die Ergebnisse waren in vielen Fällen sehr überraschend und zeigten, dass gute Methoden nicht immer zu guten Ergebnissen führen.

Mit Hinblick auf die Nachhaltigkeit zeigt sich, dass Landwirtschaftsbetriebe, die ihre Felder bewässern, höhere Erträge erwirtschaften und nicht so sehr von Subventionen abhängig sind. Sie bieten zwar mehr Arbeitsplätze, haben aber einen negativeren Einfluss auf die Umwelt. Weder bewässerte noch beregnete Felder zeigten deutliche Vorteile mit Hinblick auf Nitritauswaschung und Verschmutzung durch Pestizide.

Ein weiteres bedeutendes Ergebnis dieser Langzeitstudie war die Entwicklung eines multikriteriellen Entscheidungsfindungsinstruments (Multi-Criteria Decision Making = MCDM), welches wiederum auf multiobjektiver mathematischer Programmierung basiert. Wenn dieses Tool mit zielorientierten Programmierverfahren kombiniert wird, kann es für die grafische Darstellung von methodischen Aspekten der Modellierung des Einflusses genutzt werden, den die Richtlinien auf bewässerte Landwirtschaftsbetriebe haben. Mit diesem Instrument konnten bereits Langzeitmodelle für verschiedene Landwirtschaftstypologien erstellt werden, welche ihre wichtigsten Bestandteile charakterisieren. Es kann wertvolle Informationen zu den am besten realisierbaren Szenarien der verschiedenen Fallstudien liefern, die bereits im Zusammenhang mit den Auswirkungen der Wasserrahmenrichtlinie erwähnt wurden.

Dr. Julio Berbel | ctm
Weitere Informationen:
http://www.uco.es/dptos/economia-agraria/

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Dünenökosysteme modellieren
23.06.2017 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

nachricht Es wird zu bunt im Gillbach: Weitere nichtheimische Buntbarschpopulation in Deutschland nachgewiesen
22.06.2017 | Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften