Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Aufmerksamkeit für den Bodenschutz verstärken

06.12.2004


Gründung der "Kommission Bodenschutz" des Umweltbundesamtes soll Impulse geben

... mehr zu:
»Bodenschutz »Bodenschutzrecht

Der Bodenschutz gilt als eines der "Stiefkinder" der Umweltpolitik. Dies ist unverständlich, denn die Böden mit ihren vielfältigen Schnittstellen zu Wasser, Luft und Klima müssten eine wichtige Rolle im Zentrum einer vorsorgenden Umweltpolitik spielen. Die heute in Berlin gegründete "Kommission Bodenschutz" soll den Schutz des Bodens stärker ins Bewusstein der Bevölkerung und der Umweltpolitik bringen und Impulse für künftige politische Strategien im Bodenschutz geben. Einen Tag nach dem internationalen Tag des Bodens am 5. Dezember 2004 resümierten auf der Auftaktveranstaltung über 100 Fachleute aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik fünf Jahre Bodenschutzrecht in Deutschland und loteten Perspektiven des Bodenschutzes in Deutschland und Europa aus. "Die Kommission hat sich mit ihrem Arbeitsprogramm Großes vorgenommen. Die skizzierten Aufgaben werden den Notwendigkeiten und der Bedeutung des Bodenschutzes gerecht", sagte Prof. Dr. Andreas Troge, Präsident des Umweltbundesamte (UBA).

Die Veranstaltung machte erneut deutlich, wie wichtig die Böden als natürliche Lebensgrundlage für die Menschen sind. Mit ihren lebenserhaltenden Funktionen sind Böden unersetzliches Element für die natürlichen Stoffkreisläufe und die belebte Umwelt. Weit über die Hälfte der deutschen Böden wird für die Lebensmittelproduktion genutzt. Böden wirken als natürlicher Filter für das Grundwasser, aus dem etwa 70 Prozent der Trinkwasserversorgung Deutschlands erfolgt. Deshalb sind Böden als nicht erneuerbare natürliche Ressource vorsorgend vor schädlichen Einwirkungen zu schützen und ihr Verbrauch für Siedlung und Verkehr deutlich zu begrenzen.


Auf der Veranstaltung wurde offensichtlich, dass Bodenschutz mehr ist, als Gesetze zu erlassen. Verschlechterungen der Bodenqualität - beispielsweise als Folge des Treibhauseffektes - können zur Zeit rechtlich nur schwierig verhindert werden. Auch dafür sind Lösungen notwendig, um die Maßstäbe eines vorsorgenden Bodenschutzes zu erreichen und für nachfolgende Generationen Böden in ausreichender Menge und Qualität sicherzustellen. Dazu könnte auch die neue EU-Kommission beitragen.

Die elfköpfige "Kommission Bodenschutz" ist vom Präsidenten des UBA für drei Jahren berufen. Viele bodenbezogene Aufgaben, die in verschiedenen Bereichen des Umweltschutzes vorhanden sind, machen einen wissenschaftlichen Beratungsbedarf des UBA notwendig. Die Aufgaben der neuen Kommission gehen weit über den Anwendungsbereich des Bodenschutzrechtes hinaus und umfassen auch bodenschutzrelevante Fragestellungen in anderen Rechtsbereichen.

Die Kommission soll:

- die wissenschaftlichen Grundlagen und Methoden im Rahmen bodenschutzrelevanter Rechtssetzung überprüfen, fortentwickeln und ergänzen;
- Empfehlungen zu wissenschaftlich begründeten Bewertungen schädlicher Wirkungen auf die Bodenfunktionen geben und
- Empfehlungen zu Maßstäben der Bewertung von Böden in der Raumplanung formulieren.

Den Vorsitz der Kommission hat Herr Prof. Dr. Dr. h.c. Reinhard F. Hüttl, Technische Universität (TU) Cottbus, Lehrstuhl für Bodenschutz und Rekultivierung übernommen. Er ist ausgewiesener Fachmann für den vorsorgenden Bodenschutz. Weitere Mitglieder sind:

1. Dir. u. Prof. Wolf Eckelmann, Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe(BGR) Hannover, Bereich Geologie, Bodendaten, Bodenkunde

2. Prof. Dr. Felix Ekardt, Universität Bremen; Bereich Recht

3. Prof. Dr. Klaus Fricke, TU Braunschweig, Bereich Abfallwirtschaft

4. Prof. Dr. Peter Grathwohl; TU Tübingen, Bereich Hydrogeologie und Altlasten

5. Prof. Dr. Jürgen Hess; Universität Kassel; Bereich ökologische Agrarwissenschaften

6. Prof. Dr. Ulrich Köpke, Universität Bonn, Bereich organischer Landbau

7. Prof. Dr. Dr. Yeong Heui Lee, Technische Universität Berlin, Bereich Stadt- und Regionalplanung und Umwelt- und Bodenschutzplanung

8. Prof. Dr. Friedrich Rück; Fachhochschule Osnabrück; Bereich Flächenplanung

9. Prof. Dr. Magret Schlumpf, Eidgenössische Technische Hochschule Zürich (ETH), Bereich Human- und Ökotoxikologie

10. Prof. Dr. Dr. Ewald Schnug, Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL) Braunschweig, Bereich Landwirtschaft

11. Prof. Dr. Jutta Zeitz; Humboldt Universität Berlin, Bereich Bodenkunde, Standortlehre, Moorkunde

Jana Schmidt | idw
Weitere Informationen:
http://www.umweltbundesamt.de

Weitere Berichte zu: Bodenschutz Bodenschutzrecht

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Der Monsun und die Treibhausgase
18.09.2017 | Forschungszentrum Jülich

nachricht Artenschützer schlagen Alarm: Papageien noch bedrohter als befürchtet
15.09.2017 | Justus-Liebig-Universität Gießen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wundermaterial Graphen: Gewölbt wie das Polster eines Chesterfield-Sofas

Graphen besitzt extreme Eigenschaften und ist vielseitig verwendbar. Mit einem Trick lassen sich sogar die Spins im Graphen kontrollieren. Dies gelang einem HZB-Team schon vor einiger Zeit: Die Physiker haben dafür eine Lage Graphen auf einem Nickelsubstrat aufgebracht und Goldatome dazwischen eingeschleust. Im Fachblatt 2D Materials zeigen sie nun, warum dies sich derartig stark auf die Spins auswirkt. Graphen kommt so auch als Material für künftige Informationstechnologien infrage, die auf der Verarbeitung von Spins als Informationseinheiten basieren.

Graphen ist wohl die exotischste Form von Kohlenstoff: Alle Atome sind untereinander nur in der Ebene verbunden und bilden ein Netz mit sechseckigen Maschen,...

Im Focus: Hochautomatisiertes Fahren bei Schnee und Regen: Robuste Warnehmung dank intelligentem Sensormix

Schlechte Sichtverhältnisse bei Regen oder Schnellfall sind für Menschen und hochautomatisierte Fahrzeuge eine große Herausforderung. Im europäischen Projekt RobustSENSE haben die Forscher von Fraunhofer FOKUS mit 14 Partnern, darunter die Daimler AG und die Robert Bosch GmbH, in den vergangenen zwei Jahren eine Softwareplattform entwickelt, auf der verschiedene Sensordaten von Kamera, Laser, Radar und weitere Informationen wie Wetterdaten kombiniert werden. Ziel ist, eine robuste und zuverlässige Wahrnehmung der Straßensituation unabhängig von der Komplexität und der Sichtverhältnisse zu gewährleisten. Nach der virtuellen Erprobung des Systems erfolgt nun der Praxistest, unter anderem auf dem Berliner Testfeld für hochautomatisiertes Fahren.

Starker Schneefall, ein Ball rollt auf die Fahrbahn: Selbst ein Mensch kann mitunter nicht schnell genug erkennen, ob dies ein gefährlicher Gegenstand oder...

Im Focus: Ultrakurze Momentaufnahmen der Dynamik von Elektronen in Festkörpern

Mit Hilfe ultrakurzer Laser- und Röntgenblitze haben Wissenschaftler am Max-Planck-Institut für Quantenoptik (Garching bei München) Schnappschüsse der bislang kürzesten Bewegung von Elektronen in Festkörpern gemacht. Die Bewegung hielt 750 Attosekunden lang an, bevor sie abklang. Damit stellten die Wissenschaftler einen neuen Rekord auf, ultrakurze Prozesse innerhalb von Festkörpern aufzuzeichnen.

Wenn Röntgenstrahlen auf Festkörpermaterialien oder große Moleküle treffen, wird ein Elektron von seinem angestammten Platz in der Nähe des Atomkerns...

Im Focus: Ultrafast snapshots of relaxing electrons in solids

Using ultrafast flashes of laser and x-ray radiation, scientists at the Max Planck Institute of Quantum Optics (Garching, Germany) took snapshots of the briefest electron motion inside a solid material to date. The electron motion lasted only 750 billionths of the billionth of a second before it fainted, setting a new record of human capability to capture ultrafast processes inside solids!

When x-rays shine onto solid materials or large molecules, an electron is pushed away from its original place near the nucleus of the atom, leaving a hole...

Im Focus: Quantensensoren entschlüsseln magnetische Ordnung in neuartigem Halbleitermaterial

Physiker konnte erstmals eine spiralförmige magnetische Ordnung in einem multiferroischen Material abbilden. Diese gelten als vielversprechende Kandidaten für zukünftige Datenspeicher. Der Nachweis gelang den Forschern mit selbst entwickelten Quantensensoren, die elektromagnetische Felder im Nanometerbereich analysieren können und an der Universität Basel entwickelt wurden. Die Ergebnisse von Wissenschaftlern des Departements Physik und des Swiss Nanoscience Institute der Universität Basel sowie der Universität Montpellier und Forschern der Universität Paris-Saclay wurden in der Zeitschrift «Nature» veröffentlicht.

Multiferroika sind Materialien, die gleichzeitig auf elektrische wie auch auf magnetische Felder reagieren. Die beiden Eigenschaften kommen für gewöhnlich...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Biowissenschaftler tauschen neue Erkenntnisse über molekulare Gen-Schalter aus

19.09.2017 | Veranstaltungen

Zwei Grad wärmer – und dann?

19.09.2017 | Veranstaltungen

10. Cottbuser Medienrechtstage zu »Fake News, Hate Speech und Whistleblowing«

18.09.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Mit dem Umzug ins Baufritz-Haus kehrte die Gesundheit zurück

19.09.2017 | Unternehmensmeldung

Parasitenflirt: Molekulare Kamera zeigt Paarungszustand von Bilharziose-Erregern in 3D

19.09.2017 | Biowissenschaften Chemie

Biowissenschaftler tauschen neue Erkenntnisse über molekulare Gen-Schalter aus

19.09.2017 | Veranstaltungsnachrichten