Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Studie zum Umweltbewusstsein der Deutschen im internationalen Vergleich

21.06.2001


  • 82 Prozent der Deutschen erwarten mehr Umwelt-Engagement von der Wirtschaft
  • Lediglich 42 Prozent halten die Umwelt im eigenen Land für "ziemlich zerstört"
  • In Polen und Japan sind 80 Prozent und mehr der Bevölkerung dieser Meinung

Die deutschen Unternehmen tun nicht genug für den Erhalt der Umwelt, meint ein Großteil der deutschen Bevölkerung: 82 Prozent sind der Ansicht, dass sich die deutschen Unternehmen noch mehr für den Umweltschutz engagieren sollten. Dies ist eines der Ergebnisse einer repräsentativen Umfrage des Instituts für Demoskopie Allensbach bei 2.150 Bundesbürgern über 16 Jahre im Auftrag der Duales System Deutschland AG (DSD), die das Wirtschaftsmagazin ’impulse’ (Ausgabe 7/2001, EVT 21. Juni) exklusiv veröffentlicht. Nicht nur die Wirtschaft, sondern auch der Staat müsse mehr für den Umweltschutz tun, sagen immerhin fast zwei Drittel der Befragten (65 Prozent).

Allerdings erkennen auch drei Viertel der Deutschen (74 Prozent) bei sich selbst einen Nachholbedarf im Umweltschutz und möchten, dass jeder Einzelne mehr für die Umwelt tut. "Ohne dieses geschärfte Umweltbewusstsein der deutschen Bevölkerung hätte ein Unternehmen wie der "Der Grüne Punkt" keine Chance," kommentiert der DSD-Vorstandsvorsitzende Wolfram Brück die Ergebnisse gegenüber dem Wirtschaftsmagazin ’impulse’.

Umweltschutz nutzt der Wirtschaft und schafft Arbeitsplätze

Die meisten Deutschen haben der DSD-Studie zufolge längst erkannt, dass sich Ökologie und Ökonomie nicht ausschließen. Zum einen sind deutlich mehr Deutsche (39 Prozent) davon überzeugt, dass hohe Umweltschutzauflagen langfristig der Wirtschaft nützen, als dass sie ihr schaden (28 Prozent). Zum anderen geben erstaunliche 58 Prozent der Befragten an, Umweltschutz schaffe auf die Dauer gesehen neue Arbeitsplätze.

Deutsche mit Zustand der Umwelt tendenziell zufriedener

Die Studie, die zugleich auch in den USA, Japan, Brasilien und Polen durchgeführt wurde, erlaubt zudem einen internationalen Vergleich des Umweltbewusstseins in der Bevölkerung. Auffälligster Unterschied: Die Deutschen sind tendenziell mit dem Zustand der Umwelt in ihrem Land zufriedener als andere Nationen: 42 Prozent der Befragten kommen zu dem Schluss, die Umwelt in Deutschland sei "ziemlich zerstört", 41 Prozent halten sie dagegen im Großen und Ganzen für in Ordnung. Ganz anders fielen im Vergleich dazu die Antworten in den anderen Ländern aus. So schätzen 83 Prozent der Polen und 80 Prozent der Japaner die Umwelt in ihrem Land als "ziemlich zerstört" ein. In Brasilien liegt der Anteil bei 61 Prozent, in den USA bei 53 Prozent.

Dementsprechend hoch sind auch die Erwartungen der Bürger an die Regierungen und die Unternehmen, mehr für den Umweltschutz zu tun. In Polen und Brasilien fordern jeweils 93 Prozent von den Unternehmen und 91 Prozent vom Staat ein größeres Umwelt-Engagement ein. In Japan liegt der Anteil für beide Bereiche bei 82 Prozent, in den USA bei 70 beziehungsweise 77 Prozent. Allen Vergleichsländern gemeinsam ist, dass - wie auch in Deutschland - die große Mehrheit der Bevölkerung (78 bis 93 Prozent) mehr Eigen-Engagement für die Umwelt für notwendig hält.

Stellenwert des Umweltschutzes in Deutschland geringer als anderswo

Was die Deutschen von anderen Nationen unterscheidet: Im Vergleich zu anderen Aufgabengebieten der Politik wie beispielsweise Arbeitslosigkeit, Bildung oder Rente liegt der Umweltschutz in Deutschland nur an sechster Stelle. In Brasilien erreicht er immerhin Platz Fünf, in den USA und Polen jeweils Platz Vier und in Japan sogar Platz Eins.

Bei der Frage nach dem größten Umweltproblem zeigen sich ebenfalls von Land

zu Land eindeutige Unterschiede. Während in Polen und Brasilien die Wasserverschmutzung das drängendste Umweltproblem ist, ist es in Japan der Müll, in den USA die Luftverschmutzung. In Deutschland dagegen steht der Verkehr an erster Stelle. Die Lösung der Verkehrsprobleme ist für 63 Prozent der Deutschen die wichtigste Aufgabe des Umweltschutzes, gefolgt vom Problem der Abfallentsorgung und dem Umgang mit dem Atommüll (je 56 Prozent), die Luftverschmutzung rangiert mit 55 Prozent der Nennungen auf dem vierten Platz.

Dr. Manfred Wirl | ots

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Erste "Rote Liste" gefährdeter Lebensräume in Europa
16.01.2017 | Universität Wien

nachricht Kann das "Greening" grüner werden?
11.01.2017 | Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovatives Hochleistungsmaterial: Biofasern aus Florfliegenseide

Neuartige Biofasern aus einem Seidenprotein der Florfliege werden am Fraunhofer-Institut für Angewandte Polymerforschung IAP gemeinsam mit der Firma AMSilk GmbH entwickelt. Die Forscher arbeiten daran, das Protein in großen Mengen biotechnologisch herzustellen. Als hochgradig biegesteife Faser soll das Material künftig zum Beispiel in Leichtbaukunststoffen für die Verkehrstechnik eingesetzt werden. Im Bereich Medizintechnik sind beispielsweise biokompatible Seidenbeschichtungen von Implantaten denkbar. Ein erstes Materialmuster präsentiert das Fraunhofer IAP auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin vom 20.1. bis 29.1.2017 in Halle 4.2 am Stand 212.

Zum Schutz des Nachwuchses vor bodennahen Fressfeinden lagern Florfliegen ihre Eier auf der Unterseite von Blättern ab – auf der Spitze von stabilen seidenen...

Im Focus: Verkehrsstau im Nichts

Konstanzer Physiker verbuchen neue Erfolge bei der Vermessung des Quanten-Vakuums

An der Universität Konstanz ist ein weiterer bedeutender Schritt hin zu einem völlig neuen experimentellen Zugang zur Quantenphysik gelungen. Das Team um Prof....

Im Focus: Traffic jam in empty space

New success for Konstanz physicists in studying the quantum vacuum

An important step towards a completely new experimental access to quantum physics has been made at University of Konstanz. The team of scientists headed by...

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Mittelstand 4.0 – Mehrwerte durch Digitalisierung: Hintergründe, Beispiele, Lösungen

20.01.2017 | Veranstaltungen

Nachhaltige Wassernutzung in der Landwirtschaft Osteuropas und Zentralasiens

19.01.2017 | Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

21.500 Euro für eine grüne Zukunft – Unserer Umwelt zuliebe

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

innovations-report im Interview mit Rolf-Dieter Lafrenz, Gründer und Geschäftsführer der Hamburger Start ups Cargonexx

20.01.2017 | Unternehmensmeldung

Niederlande: Intelligente Lösungen für Bahn und Stahlindustrie werden gefördert

20.01.2017 | Förderungen Preise