Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Im fünften Jahr in Folge: Umweltkriminalität rückläufig

30.11.2004


Hohe Aufklärungsquote im Vergleich zur Gesamtkriminalität in Deutschland - aber unterschiedliche Erfolge in den Bundesländern



Der Trend der vergangenen Jahre setzte sich auch 2003 fort: Die Zahl der registrierten Umweltdelikte in Deutschland geht zurück. Wurden für das Jahr 2002 noch 33.385 Straftaten gegen die Umwelt registriert, ging diese Zahl im Jahr 2003 auf 31.696 zurück. Dies ist ein Ergebnis der Studie "Umweltdelikte 2003", die das Umweltbundesamt (UBA) jetzt vorgelegt hat. Weiter zeigt die Studie: Die Aufklärungsquote für Umweltdelikte lag im Berichtsjahr mit 61,8 Prozent deutlich über dem Wert für die Gesamtkriminalität (53,1 Prozent). Haftstrafen für Umweltstraftaten gab es jedoch nur selten: Lediglich in 76 Fällen verhängten Gerichte bei einem nachgewiesenen Verstoß gegen umweltschutzrelevante Vorschriften des Strafgesetzbuches (StGB) eine Freiheitsstrafe.



Grundlagen der UBA-Studie sind Statistiken des Bundeskriminalamtes, der Landeskriminalämter, des Statistischen Bundesamtes sowie der Landesstatistikämter. Gründe für den Rückgang der registrierten Umweltstraftaten liefern sie nicht. Ob die Zahl der Straftaten seit 1998 tatsächlich kontinuierlich zurückgegangen ist, lässt sich nicht mit eindeutiger Gewissheit sagen. Möglich ist auch, dass die Bereitschaft in der Öffentlichkeit, Umweltvergehen anzuzeigen, rückläufig ist oder die Sensibilität für Umweltschäden nachgelassen hat. Das Besondere an Umweltdelikten ist: Sie verursachen selten Schäden bei Einzelpersonen. Sie richten sich vielmehr gegen Allgemeingüter - wie beispielsweise das Wasser oder den Boden - und sind daher besonders auf die Anzeigebereitschaft der Öffentlichkeit angewiesen.

Erfreulich ist, dass die Umweltstraftaten an der Gesamtkriminalität mit knapp 0,4 Prozent nur einen geringen Anteil haben.

Der unerlaubte Umgang mit gefährlichen Abfällen ist auch 2003 das mit Abstand am häufigsten registrierte Delikt gegen die Umwelt - wie auch in den Jahren zuvor. Hier wurden 17.039 Fälle registriert. An zweiter Stelle liegen Delikte der Gewässerverunreinigung. Hier sind 4.415 Fälle für 2003 ausgewiesen. Daran schließt sich die Bodenverunreinigung mit 1.720 bekannt gewordenen Fällen an.

Daneben wurden 41 umweltrelevante Straftaten nach sonstigen Vorschriften des StGB sowie 7.082 Straftaten nach dem so genannten Umweltnebenstrafrecht - wie zum Beispiel Chemikaliengesetz oder Bundesnaturschutzgesetz - bekannt.

Die Zahl der bekannt gewordenen Straftaten gegen die Umwelt ist in den einzelnen Bundesländern unterschiedlich. So registrierten die Behörden in Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz weit über 80 Straftaten auf 100.000 Einwohner, in Bayern und Nordrhein-Westfalen hingegen wenig mehr als zehn. Zum Vergleich: Im gesamten Bundesgebiet wurden je 100.000 Einwohner 30 Straftaten gegen die Umwelt bekannt.

Auch die Aufklärungsquote variiert zwischen den einzelnen Ländern erheblich: Während in Berlin und Hamburg nicht einmal 40 Prozent aller Umweltdelikte aufgeklärt wurden, sind in Sachsen-Anhalt in vier von fünf Fällen die Täter bekannt.

Die Studie "Umweltdelikte 2003 - Eine Auswertung der Statistiken" ist in der Reihe TEXTE des Umweltbundesamtes als Nr. 39/04 erschienen, umfasst 144 Seiten und kostet 10,- Euro. Sie ist erhältlich bei Werbung und Vertrieb, Wolframstraße 95-96, 12105 Berlin, Fax: 030 / 218 13 79.

Jana Schmidt | idw
Weitere Informationen:
http://www.umweltbundesamt.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Paradiese in Gefahr: Bayreuther Studierende forschen auf den Malediven zu Plastikmüll in den Meeren
13.04.2017 | Universität Bayreuth

nachricht Ozeanversauerung: Wie individuell sind die Reaktionen?
06.04.2017 | GEOMAR Helmholtz-Zentrum für Ozeanforschung Kiel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Im Focus: Wonder material? Novel nanotube structure strengthens thin films for flexible electronics

Reflecting the structure of composites found in nature and the ancient world, researchers at the University of Illinois at Urbana-Champaign have synthesized thin carbon nanotube (CNT) textiles that exhibit both high electrical conductivity and a level of toughness that is about fifty times higher than copper films, currently used in electronics.

"The structural robustness of thin metal films has significant importance for the reliable operation of smart skin and flexible electronics including...

Im Focus: Immunzellen helfen bei elektrischer Reizleitung im Herzen

Erstmals elektrische Kopplung von Muskelzellen und Makrophagen im Herzen nachgewiesen / Erkenntnisse könnten neue Therapieansätze bei Herzinfarkt und Herzrhythmus-Störungen ermöglichen / Publikation am 20. April 2017 in Cell

Makrophagen, auch Fresszellen genannt, sind Teil des Immunsystems und spielen eine wesentliche Rolle in der Abwehr von Krankheitserregern und bei der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Forschungsexpedition „Meere und Ozeane“ mit dem Ausstellungsschiff MS Wissenschaft

24.04.2017 | Veranstaltungen

3. Bionik-Kongress Baden-Württemberg

24.04.2017 | Veranstaltungen

Smart-Data-Forschung auf dem Weg in die wirtschaftliche Praxis

21.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Phoenix Contact übernimmt Spezialisten für Netzleittechnik

24.04.2017 | Unternehmensmeldung

Phoenix Contact beteiligt sich an Berliner Start-up Unternehmen für Energiemanagement

24.04.2017 | Unternehmensmeldung

Phoenix Contact übernimmt Spezialisten für industrielle Kommunikationstechnik

24.04.2017 | Unternehmensmeldung