Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Vögel lieben Stoppelfelder

17.11.2004


Ökoflächen bieten im Herbst und Winter Nahrung für Wiesenpieper & Co



"Bunt sind schon die Wälder, gelb die Stoppelfelder...", wer kennt es noch, das romantische Volkslied? Vögel würden es mit Begeisterung pfeifen, denn Stoppelfelder und winterliche Grünbrachen helfen ihnen, durch die kargen Zeiten des Jahres zu kommen. Wissenschaftler des Instituts für Ökologischen Landbau der Bundesforschungsanstalt für Landwirtschaft (FAL) und des Michael-Otto-Instituts im Naturschutzbund Deutschland (NABU) haben die Vogelbestände verschiedener landwirtschaftlich genutzter Flächen in Ostholstein erfasst. Dabei zeigte sich, dass Körner fressende Vögel im Winter vor allem auf Stoppelfeldern anzutreffen waren, Greifvögel im Herbst und Winter Stoppelfelder und begrünte Flächen bevorzugten und Insekten fressende Vögel hauptsächlich auf Grünbrachen nach Nahrung suchten.



In dem untersuchten Gebiet waren die Vogelbestände im Herbst und Winter auf ökologisch bewirtschafteten Feldern größer und vielfältiger als auf benachbarten konventionell genutzten Flächen. Als Grund vermuten die Wissenschaftler vor allem den unterschiedlichen Bewuchs: Während ein großer Teil der Ökoäcker mit Getreidestoppeln oder einer Grünbrache in den Winter ging, waren die konventionell bewirtschafteten Schläge überwiegend mit Winterweizen bestellt und nur schwach bewachsen. Auf diesen Feldern fanden die Vögel offensichtlich nicht genügend Nahrung. Ökologisch und konventionell bewirtschaftete Flächen mit Schwarzbrache, also ohne Vegetationsbewuchs im Winter, unterschieden sich hinsichtlich ihrer Vogelbestände kaum und wurden generell nur selten von Vögeln aufgesucht. Eine interessante Habitatwahl zeigte die Feldlerche: Während sie in den Herbstmonaten (August bis Oktober) klar die konventionell bewirtschafteten Flächen bevorzugte, wurde sie im Winter (November bis März) nur auf den Ökofeldern des Untersuchungsgebietes angetroffen.

Die Ergebnisse belegen die große Bedeutung von Stoppelfeldern und winterbegrünten Äckern für die Vogelwelt und unterstreichen, dass ökologisch bewirtschaftete Flächen auch in der wenig produktiven Jahreszeit wichtige Lebensräume für Rast- und Wintervögel darstellen.

Die Untersuchungen wurden im Gebiet des Gutes Trenthorst, rund 20 Kilometer südwestlich von Lübeck, durchgeführt. Große Ackerschläge, die von wenigen Wallhecken (sog. Knicks) gegliedert werden, prägen die dortige Agrarlandschaft. Die Ergebnisse sind publiziert in der Zeitschrift "Landbauforschung Völkenrode" (2004), Vol. 54/4, S. 251-260

Dr. Michael Welling | idw
Weitere Informationen:
http://www.fal.de/index.htm?page=/de/publikationen/default.htm

Weitere Berichte zu: Feldern Nahrung Stoppelfelder Stoppelfeldern Vogelbestände

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Sauerstoffkrisen in der Adria sind nicht nur vom Menschen verursacht
28.03.2017 | Universität Wien

nachricht Müll in den Weltmeeren überall präsent: 1220 Arten betroffen
23.03.2017 | Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Entwicklung miniaturisierter Lichtmikroskope - „ChipScope“ will ins Innere lebender Zellen blicken

Das Institut für Halbleitertechnik und das Institut für Physikalische und Theoretische Chemie, beide Mitglieder des Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), der Technischen Universität Braunschweig, sind Partner des kürzlich gestarteten EU-Forschungsprojektes ChipScope. Ziel ist es, ein neues, extrem kleines Lichtmikroskop zu entwickeln. Damit soll das Innere lebender Zellen in Echtzeit beobachtet werden können. Sieben Institute in fünf europäischen Ländern beteiligen sich über die nächsten vier Jahre an diesem technologisch anspruchsvollen Projekt.

Die zukünftigen Einsatzmöglichkeiten des neu zu entwickelnden und nur wenige Millimeter großen Mikroskops sind äußerst vielfältig. Die Projektpartner haben...

Im Focus: A Challenging European Research Project to Develop New Tiny Microscopes

The Institute of Semiconductor Technology and the Institute of Physical and Theoretical Chemistry, both members of the Laboratory for Emerging Nanometrology (LENA), at Technische Universität Braunschweig are partners in a new European research project entitled ChipScope, which aims to develop a completely new and extremely small optical microscope capable of observing the interior of living cells in real time. A consortium of 7 partners from 5 countries will tackle this issue with very ambitious objectives during a four-year research program.

To demonstrate the usefulness of this new scientific tool, at the end of the project the developed chip-sized microscope will be used to observe in real-time...

Im Focus: Das anwachsende Ende der Ordnung

Physiker aus Konstanz weisen sogenannte Mermin-Wagner-Fluktuationen experimentell nach

Ein Kristall besteht aus perfekt angeordneten Teilchen, aus einer lückenlos symmetrischen Atomstruktur – dies besagt die klassische Definition aus der Physik....

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Industriearbeitskreis »Prozesskontrolle in der Lasermaterialbearbeitung ICPC« lädt nach Aachen ein

28.03.2017 | Veranstaltungen

Neue Methoden für zuverlässige Mikroelektronik: Internationale Experten treffen sich in Halle

28.03.2017 | Veranstaltungen

Wie Menschen wachsen

27.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Von Agenten, Algorithmen und unbeliebten Wochentagen

28.03.2017 | Unternehmensmeldung

Hannover Messe: Elektrische Maschinen in neuen Dimensionen

28.03.2017 | HANNOVER MESSE

Dimethylfumarat – eine neue Behandlungsoption für Lymphome

28.03.2017 | Medizin Gesundheit