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US-Mais bedroht mexikanische Farmer

16.11.2004


Kampf Hightech-Landwirtschaft gegen konventionellen Anbau



Mexikanische Maisbauern fürchten sich vor der immer größeren Konkurrenz ihrer Kollegen aus den USA. Die Gründe dafür sind mannigfaltig: zum einen erhalten die US-Bauern finanzielle Unterstützung und fahren mit Hightech-Landwirtschaft größere Erträge ein, zum anderen wächst der Druck innerhalb der Freihandelspartner der NAFTA, die vor zehn Jahren zwischen Kanada, den USA und Mexiko gegründet wurde, berichtet der TVE Earth Report.

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US-Mais überflutet den mexikanischen Markt und drängt die heimischen mexikanischen Bauern stark ins Eck. Die USA exportieren derzeit jährlich zwischen sechs und acht Mio. Tonnen Mais. Doch fürchten Experten nicht nur die sozialen Probleme, sondern auch die Umweltschäden, die damit einhergehen, denn die mexikanischen Bauern bebauen die Felder in traditioneller und damit umweltfreundlicher Art. "Indigene Bauern stehen jetzt im Konkurrenzkampf mit Farmern, die Landbau zu einem extrem hohen Preis für Umwelt und Natur betreiben", so Exequiel Ezcurra vom mexikanischen National Ecology Institute. Die US-Bauern setzen große Mengen an Pestiziden und Düngemitteln ein, so der Forscher. Dies habe nachteilige Wirkungen auf die Umwelt.

Umgekehrt fürchten sich zahlreiche mexikanische Umweltgruppen auch davor, dass genetisch veränderter Mais von den USA nach Mexiko exportiert werden könnte und dort die traditionellen Sorten verunreinigt. Besonders groß ist die Angst bei Kleinbauern, die seit Jahrhunderten lokal gezogene Sorten anbauen. Die mexikanische Regierung unterstützt die Freihandelszone NAFTA. Die Bauern werfen der Regierung allerdings vor, dass das Versprechen, die NAFTA würde das Leben für alle Mexikaner verbessern, unrichtig sei. Insbesondere die US-Agrarförderungen in der Höhe von 19 Mrd. Dollar jährlich rege die mexikanischen Bauern auf. Sie erhalten nämlich keine staatliche Agrarsubvention. Umgekehrt sieht die NAFTA den Aufschlag von Zöllen für subventionierte Güter vor.

"Ironie ist es allerdings, dass Mexiko in den vergangenen zehn Jahren nichts gegen den Import des US-Mais unternommen hat", meint Luis de la Calle, Generaldirektor für öffentliche Strategien für Mexiko. Die Gründe dafür sieht der Fachmann vor allem darin, dass die Mexikaner Netto-Konsumenten für den US-Mais sind. Problematisch ist auch die Entwicklung, dass in den kommenden Jahren die Landbevölkerung um fünf Prozent zurückgehen werde. Derzeit leben 25 Prozent der Mexikaner in ländlichen Regionen. Die Kritiker fürchten auch, dass mit dem Mais-Import eine Jahrtausende alte Tradition der indigenen Bewohner zu Ende gehen könnte. Nach Angaben von Ezcurra liegen in den traditionell angebauten Maissorten Mexikos nämlich große Chancen für die Zukunft des Maisanbaus überhaupt: denn die Zahl der verschiedenen Sorten ist groß und zur Verbesserung anderer Sorten eignen sich die traditionellen Maistypen optimal. Eine Verunreinigung mit genetisch verändertem Mais hätte schreckliche Auswirkungen auf die Diversität.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.tve.org

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