Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Juergen Trittin: Luftbelastung mit Feinstaeuben muss drastisch reduziert werden

08.11.2004


Bundesumweltminister stellt deutsche UN-Initiative vor



Nach Ansicht von Bundesumweltminister Juergen Trittin ist die Reduzierung von Feinstaeuben in der Luft die draengendste Aufgabe der Luftreinhaltung. "Die Belastung der Luft mit feinen und ultrafeinen Staubpartikeln gefaehrdet unsere Gesundheit. Sowohl Lungenerkrankungen als auch Herz- und Kreislauferkrankungen gehen in hohem Masse auf inhalierte Feinstaeube zurueck. Vor allem in den Ballungsgebieten werden jedes Jahr Hunderte und Tausende Menschen krank, in vielen Faellen mit toedlichem Ausgang," sagte Trittin bei der Eroeffnung eines Symposiums in Berlin anlaesslich des 25. Jahrestags der Genfer Luftreinhaltekonvention.



Trittin betonte, dass die von der EU gesetzten anspruchsvollen Grenzwerte fuer Feinstaeube ein wichtiger Schritt seien, um das Problem zu loesen. Die Luftqualitaetsgrenzwerte sind ab Januar 2005 verbindlich. Er forderte die Laender und Kommunen auf, dafuer zu sorgen, dass diese Grenzwerte eingehalten werden. Eine Absenkung der Grenzwerte stehe nicht zur Debatte.

Eine der groessten Quellen fuer die Belastung der Luft mit Staubpartikeln sind Dieselmotoren. Trittin begruesste deshalb die Zusage der deutschen Automobilindustrie, bis 2008 alle neuen Diesel-Pkw mit einem Partikelfilter auszuruesten, als einen bedeutenden Schritt fuer die weitere Verbesserung der Luftqualitaet. Jetzt sei die EU-Kommission am Zuge, einen Vorschlag fuer einen anspruchsvollen Grenzwert fuer die ab 2010 geltende Euro-5-Norm zu machen, so Trittin.

Deutschland hat in diesem Jahr innerhalb der Genfer Luftreinhaltekonvention eine Initiative zur Senkung der Feinstaeube gestartet. Ziel ist es, schnellstmoeglich neue internationale Regelungen zur Feinstaubsenkung zu vereinbaren. Dafuer soll voraussichtlich noch in diesem Monat eine Expertengruppe unter deutscher Leitung eingesetzt werden. Bundesumweltminister Trittin warb dafuer, dass weitere Staaten die unter der Genfer Luftreinhaltekonvention geschlossenen Protokolle zeichnen. Das sind bisher 8 Protokolle.

Kuerzlich hat Deutschland den Vereinten Nationen die Ratifikationsurkunde fuer das sogenannte "Multikomponentenprotokoll" ueberreicht. Dieses Protokoll ist eine UEbereinkunft zur internationalen Bekaempfung von Versauerung, Eutrophierung und dem durch Ozon verursachten Sommersmog. Damit werden die jaehrlichen Emissionen von Schwefeldioxid, Stickstoffoxiden, Ammoniak und leicht fluechtiger Kohlenwasserstoffe durch Einfuehrung nationaler Hoechstmengen begrenzt. Zum Inkrafttreten des Multi-komponentenprotokolls fehlen jetzt nur noch drei Ratifikationen, die fuer 2005 erwartet werden.

Bundesumweltminister Trittin hob die Erfolge der Luftreinhaltekonvention seit ihrer Zeichnung am 13. November 1979 hervor. Trittin: "Die Genfer Konvention ist zu einer Erfolgsgeschichte des internationalen Umweltschutzes geworden." So wurden europaweit seit 1980 die Emissionen von Schwefeldioxid um fast 80 %, die Stickoxidemissionen sowie die der leicht fluechtigen organischen Verbindungen um ca. 30 % vermindert. In Deutschland betraegt die Emissionsminderung bei Schwefeldioxid sogar ueber 90%, bei Stickoxiden sowie leicht fluechtigen organischen Verbindungen mehr als 50%.

Michael Schroeren | BMU-Pressereferat
Weitere Informationen:
http://www.bmu.de

Weitere Berichte zu: Feinstaeube Grenzwert Luftreinhaltekonvention Schwefeldioxid

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Dünenökosysteme modellieren
23.06.2017 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

nachricht Es wird zu bunt im Gillbach: Weitere nichtheimische Buntbarschpopulation in Deutschland nachgewiesen
22.06.2017 | Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Schnelles und umweltschonendes Laserstrukturieren von Werkzeugen zur Folienherstellung

Kosteneffizienz und hohe Produktivität ohne dabei die Umwelt zu belasten: Im EU-Projekt »PoLaRoll« entwickelt das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie IPT aus Aachen gemeinsam mit dem Oberhausener Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheit- und Energietechnik UMSICHT und sechs Industriepartnern ein Modul zur direkten Laser-Mikrostrukturierung in einem Rolle-zu-Rolle-Verfahren. Ziel ist es, mit Hilfe dieses Systems eine siebartige Metallfolie als Demonstrator zu fertigen, die zum Sonnenschutz von Glasfassaden verwendet wird: Durch ihre besondere Geometrie wird die Sonneneinstrahlung reduziert, woraus sich ein verminderter Energieaufwand für Kühlung und Belüftung ergibt.

Das Fraunhofer IPT ist im Projekt »PoLaRoll« für die Prozessentwicklung der Laserstrukturierung sowie für die Mess- und Systemtechnik zuständig. Von den...

Im Focus: Das Auto lernt vorauszudenken

Ein neues Christian Doppler Labor an der TU Wien beschäftigt sich mit der Regelung und Überwachung von Antriebssystemen – mit Unterstützung des Wissenschaftsministeriums und von AVL List.

Wer ein Auto fährt, trifft ständig Entscheidungen: Man gibt Gas, bremst und dreht am Lenkrad. Doch zusätzlich muss auch das Fahrzeug selbst ununterbrochen...

Im Focus: Vorbild Delfinhaut: Elastisches Material vermindert Reibungswiderstand bei Schiffen

Für eine elegante und ökonomische Fortbewegung im Wasser geben Delfine den Wissenschaftlern ein exzellentes Vorbild. Die flinken Säuger erzielen erstaunliche Schwimmleistungen, deren Ursachen einerseits in der Körperform und andererseits in den elastischen Eigenschaften ihrer Haut zu finden sind. Letzteres Phänomen ist bereits seit Mitte des vorigen Jahrhunderts bekannt, konnte aber bislang nicht erfolgreich auf technische Anwendungen übertragen werden. Experten des Fraunhofer IFAM und der HSVA GmbH haben nun gemeinsam mit zwei weiteren Forschungspartnern eine Oberflächenbeschichtung entwickelt, die ähnlich wie die Delfinhaut den Strömungswiderstand im Wasser messbar verringert.

Delfine haben eine glatte Haut mit einer darunter liegenden dicken, nachgiebigen Speckschicht. Diese speziellen Hauteigenschaften führen zu einer signifikanten...

Im Focus: Kaltes Wasser: Und es bewegt sich doch!

Bei minus 150 Grad Celsius flüssiges Wasser beobachten, das beherrschen Chemiker der Universität Innsbruck. Nun haben sie gemeinsam mit Forschern in Schweden und Deutschland experimentell nachgewiesen, dass zwei unterschiedliche Formen von Wasser existieren, die sich in Struktur und Dichte stark unterscheiden.

Die Wissenschaft sucht seit langem nach dem Grund, warum ausgerechnet Wasser das Molekül des Lebens ist. Mit ausgefeilten Techniken gelingt es Forschern am...

Im Focus: Hyperspektrale Bildgebung zur 100%-Inspektion von Oberflächen und Schichten

„Mehr sehen, als das Auge erlaubt“, das ist ein Anspruch, dem die Hyperspektrale Bildgebung (HSI) gerecht wird. Die neue Kameratechnologie ermöglicht, Licht nicht nur ortsaufgelöst, sondern simultan auch spektral aufgelöst aufzuzeichnen. Das bedeutet, dass zur Informationsgewinnung nicht nur herkömmlich drei spektrale Bänder (RGB), sondern bis zu eintausend genutzt werden.

Das Fraunhofer IWS Dresden entwickelt eine integrierte HSI-Lösung, die das Potenzial der HSI-Technologie in zuverlässige Hard- und Software überführt und für...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Marine Pilze – hervorragende Quellen für neue marine Wirkstoffe?

28.06.2017 | Veranstaltungen

Willkommen an Bord!

28.06.2017 | Veranstaltungen

Internationale Fachkonferenz IEEE ICDCM - Lokale Gleichstromnetze bereichern die Energieversorgung

27.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

EUROSTARS-Projekt gestartet - mHealth-Lösung: time4you Forschungs- und Entwicklungspartner bei IMPACHS

28.06.2017 | Unternehmensmeldung

Proteine entdecken, zählen, katalogisieren

28.06.2017 | Biowissenschaften Chemie

Neue Scheinwerfer-Dimension: Volladaptive Lichtverteilung in Echtzeit

28.06.2017 | Automotive