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Naturschutz braucht unzerschnittene verkehrsarme Landschaften

08.11.2004


Vogtmann: Baugrundstückrecycling entlastet Siedlungsränder



Im Jahr 2003 nahmen die Siedlungs- und Verkehrsflächen durchschnittlich um 93 Hektar pro Tag zu. "Die Begrenzung der Flächeninanspruchnahme, insbesondere für Sied-lungs- und Verkehrszwecke, ist für die Bewahrung des Naturerbes sehr wichtig. Damit zwingend verbunden ist auch die Notwendigkeit zur Erhaltung unzerschnittener verkehrsarmer Räume," sagte der Präsident des Bundesamtes für Naturschutz, Prof. Dr. Hartmut Vogtmann, anlässlich der aktuellen Mitteilungen des Statistischen Bundesamtes zur Flächeninanspruchnahme.



Die negativen Effekte von Verkehrswegen aus Naturschutzsicht sind neben der direkten Zerstörung und Zerschneidung von Lebensräumen, auch die Verlärmung von Landschaften sowie die verkehrsbedingten Verluste von Tieren. Der Fischotter ist zum Beispiel auf große unzerschnittene Lebensräume angewiesen. Drei Viertel der zwischen 1985 und 1991 in Ostdeutschland tot aufgefundenen Otter kamen auf der Straße ums Leben. Außerdem gerät die zunehmende Verlärmung außerhalb von Ortschaften zunehmend zu einem Risikofaktor nicht nur für Tiere, sondern auch für das Naturerleben und die Erholung der Menschen.

Vogtmann forderte daneben auch die Städte und Gemeinden auf, "verstärkt brachliegende Gewerbeflächen und Baulücken im Gemeindegebiet zu nutzen, anstatt die Grenzen der Siedlun-gen immer weiter nach außen zu verschieben." Nicht mehr genutzte Baugrundstücke müsse man recyceln und wenn nötig, hierzu leerstehende und ungenutzte Gebäuden abreißen , damit die Lebensqualität in den Städten und Gemeinden steigt und der Druck in den Randbereichen kleiner wird.

Das Bundesamt für Naturschutz (BfN) schlage vor, kompakte verkehrssparende Siedlungsstruktu-ren umzusetzen und so auch außerhalb von Ortschaften nachhaltig Naturerleben und Erholung in unzerschnittenen verkehrsarmen Landschaften zu sichern, so der BfN-Präsident.

Franz August Emde | idw
Weitere Informationen:
http://www.bfn.de

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