Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Lachs in Russlands Pazifikregion in Gefahr

04.11.2004


Extreme Armut als Umweltrisiko für Halbinsel Kamtschatka



Extreme Armut der Bevölkerung auf der russischen Halbinsel Kamtschatka bedroht die Wildlachspopulation des Nordpazifik. Nach Angaben der britischen Umweltorganisation Television Trust for the Environment hat das Ende der Sowjetunion zu einer katastrophalen wirtschaftlichen Situation geführt. Die Einheimischen verdienen sich nun Geld mit dem Verkauf von Lachskaviar. Das wird zu einer globalen Bedrohung der Wildlachs-Population, berichtet BBC-Online.

... mehr zu:
»Halbinsel »Lachs »Lachskaviar »Pustovit


Kamtschatka war bis 1989 wegen seiner militärisch wichtigen Lage kräftig finanziell unterstützt worden. Die Halbinsel war bis dahin militärisches Sperrgebiet. Das Ende der Sowjetunion hatte die Halbinsel zum Armenhaus gemacht, berichtet BBC World in einer TV-Dokumentation. Viele Bewohner der Hauptstadt Petropawlowsk verdienen sich nun ihr Geld mit dem Handel von Lachskaviar. Offiziell ist das zwar verboten, doch scheinen die Behörden entweder machtlos oder zumindest werden beiden Augen zugedrückt. Bis zu 1.000 Dollar monatlich können Menschen am Handel mit dem "roten Gold" verdienen, berichtet Inga Arsenuk, ein ehemaliger Schullehrer, der bis dahin mit 50 Dollar monatlich auskommen musste. Positiv hinzu komme noch, dass die Lachsjäger weder Steuern noch sonstige Sozialabgaben leisten, so Arsenuk. Mindestens eine Mrd. Dollar jährlich bringt der Handel mit Kaviar alleine in Kamtschatka.

Die Kaviarjäger gehen allerdings nicht wirklich schonend mit den Lachsen vor. Die Fische werden gefangen, aufgeschnitten und weggeworfen. Am offenen Markt in Petropawlowsk bringt ein Kilo Lachskaviar 15 Dollar, in Moskau allerdings fünf Mal so viel. Inzwischen wird der Kaviar auch nach Japan geliefert. Experten wie der Biologe Oleg Pustovit von der Moskau State University sprechen von katastrophalen Zuständen mit globaler Konsequenz. Pustovit, der für das US-Wild Salmon Center arbeitet, sieht Kamtschatka als letztes Refugium für Wildlachs weltweit. "Diese Halbinsel ist der einzige Ort der Welt, an dem alle Lachsarten natürlich vorkommen", so Pustovit. Sorgen bereiten den Umweltschützern aber nicht nur die illegalen Raubzüge der Jäger, sondern auch der kürzlichen Funde von Öl vor der Küste. Dennoch ist im Augenblick die illegale Jagd der größte Zerstörungsfaktor.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.tve.org
http://www.wildsalmoncenter.org

Weitere Berichte zu: Halbinsel Lachs Lachskaviar Pustovit

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Dünenökosysteme modellieren
23.06.2017 | Albert-Ludwigs-Universität Freiburg im Breisgau

nachricht Es wird zu bunt im Gillbach: Weitere nichtheimische Buntbarschpopulation in Deutschland nachgewiesen
22.06.2017 | Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Can we see monkeys from space? Emerging technologies to map biodiversity

An international team of scientists has proposed a new multi-disciplinary approach in which an array of new technologies will allow us to map biodiversity and the risks that wildlife is facing at the scale of whole landscapes. The findings are published in Nature Ecology and Evolution. This international research is led by the Kunming Institute of Zoology from China, University of East Anglia, University of Leicester and the Leibniz Institute for Zoo and Wildlife Research.

Using a combination of satellite and ground data, the team proposes that it is now possible to map biodiversity with an accuracy that has not been previously...

Im Focus: Klima-Satellit: Mit robuster Lasertechnik Methan auf der Spur

Hitzewellen in der Arktis, längere Vegetationsperioden in Europa, schwere Überschwemmungen in Westafrika – mit Hilfe des deutsch-französischen Satelliten MERLIN wollen Wissenschaftler ab 2021 die Emissionen des Treibhausgases Methan auf der Erde erforschen. Möglich macht das ein neues robustes Lasersystem des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnologie ILT in Aachen, das eine bisher unerreichte Messgenauigkeit erzielt.

Methan entsteht unter anderem bei Fäulnisprozessen. Es ist 25-mal wirksamer als das klimaschädliche Kohlendioxid, kommt in der Erdatmosphäre aber lange nicht...

Im Focus: Climate satellite: Tracking methane with robust laser technology

Heatwaves in the Arctic, longer periods of vegetation in Europe, severe floods in West Africa – starting in 2021, scientists want to explore the emissions of the greenhouse gas methane with the German-French satellite MERLIN. This is made possible by a new robust laser system of the Fraunhofer Institute for Laser Technology ILT in Aachen, which achieves unprecedented measurement accuracy.

Methane is primarily the result of the decomposition of organic matter. The gas has a 25 times greater warming potential than carbon dioxide, but is not as...

Im Focus: How protons move through a fuel cell

Hydrogen is regarded as the energy source of the future: It is produced with solar power and can be used to generate heat and electricity in fuel cells. Empa researchers have now succeeded in decoding the movement of hydrogen ions in crystals – a key step towards more efficient energy conversion in the hydrogen industry of tomorrow.

As charge carriers, electrons and ions play the leading role in electrochemical energy storage devices and converters such as batteries and fuel cells. Proton...

Im Focus: Die Schweiz in Pole-Position in der neuen ESA-Mission

Die Europäische Weltraumagentur ESA gab heute grünes Licht für die industrielle Produktion von PLATO, der grössten europäischen wissenschaftlichen Mission zu Exoplaneten. Partner dieser Mission sind die Universitäten Bern und Genf.

Die Europäische Weltraumagentur ESA lanciert heute PLATO (PLAnetary Transits and Oscillation of stars), die grösste europäische wissenschaftliche Mission zur...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Von Batterieforschung bis Optoelektronik

23.06.2017 | Veranstaltungen

10. HDT-Tagung: Elektrische Antriebstechnologie für Hybrid- und Elektrofahrzeuge

22.06.2017 | Veranstaltungen

„Fit für die Industrie 4.0“ – Tagung von Hochschule Darmstadt und Schader-Stiftung am 27. Juni

22.06.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Radioaktive Elemente in Cassiopeia A liefern Hinweise auf Neutrinos als Ursache der Supernova-Explosion

23.06.2017 | Physik Astronomie

Dünenökosysteme modellieren

23.06.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz

Makro-Mikrowelle macht Leichtbau für Luft- und Raumfahrt effizienter

23.06.2017 | Materialwissenschaften