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Treibhausgasreduktion finanziell machbar

04.11.2004


Experte: Kosten betragen 0,3 Prozent des globalen BSP



Um die Folgen der globalen Klimaerwärmung in den Griff zu bekommen, sind nach Aussagen des britischen Forschers John Schellnhuber nur etwa 0,3 Prozent des globalen Bruttosozialprodukts erforderlich, berichtet BBC-online. Der Forscher, der bei einer Konferenz in Berlin die Zahlen nannte, ist auch der Ansicht, dass schleunigst etwas gegen die Erwärmung zu unternehmen sei, ansonsten drohen Katastrophen.



Als Schritte gegen eine Erwärmung komme nur eine Reihe von Maßnahmen in Frage, erklärte der Wissenschaftler, der Forschungsdirektor des Tyndall Centre for Climate Change an der East Anglia University ist. Dazu zähle eine Effizienz-Steigerung der Kraftfahrzeuge sowie eine verbesserte Energiebilanz von Gebäuden. Wo es möglich sei, müssten Kohle, Öl und Gas durch andere umweltfreundlichere Energiequellen ersetzt werden. Auch müsse das Abholzen der großen Waldgebiete unbedingt eingeschränkt werden. Kontroversiell argumentiert Schellnhuber für den Einsatz von Atomenergie um das Verbrennen von Kohle zu vermindern.

In den Hochrechnungen schätzt Schellnhuber die Kosten dieser Maßnahmen auf etwa 0,3 bis 0,5 Prozent des gesamten Bruttosozialprodukts aller Länder. Der Experte glaubt, dass unter allen Umständen die Erwärmung verhindert werden müsse. "Die Steigerungsrate der Kohlendioxidwerte in den vergangenen zwei Mio. Jahren ist beispiellos", so der Wissenschaftler. Allein seit der industriellen Revolution ist der CO2-Wert um mehr als 30 Prozent auf heute 380 ppm gestiegen. "Ohne Maßnahmen wird dieser Wert auf 1.000 ppm bis zum Jahr 2100 steigen", zeigt sich der Fachmann überzeugt. "Es gibt keine magische Waffe gegen die globale Erwärmung, sondern nur eine Reihe von zu setzenden Maßnahmen", meint Schellnhuber.

Der Wissenschaftler gibt auch zu bedenken, dass eine Verdoppelung der CO2-Werte automatisch eine Temperaturerhöhung von mindestens 1,5 bis sechs Grad Celsius mit sich bringen würde. Nach jüngsten Ergebnissen ist eine Steigerung um drei Grad am wahrscheinlichsten.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://news.bbc.co.uk
http://www.tyndall.ac.uk

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