Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

"Living Planet Report 2004" - Planet in Schieflage

25.10.2004


WWF stellt mit dem "Living Planet Report 2004" einen Bericht zur Lage der Welt vor


Echte Karettschildkroete



Der natürliche Reichtum der Wälder, Flüsse und Meere hat in den vergangenen 30 Jahren rapide abgenommen. Zu diesem Ergebnis kommt der WWF in seinem jetzt vorgestellten „Living Planet Report 2004“. Bei dem Index handelt es sich um eine umfassende Langzeituntersuchung über die Entwicklung der biologischen Vielfalt in den vergangenen 30 Jahren. Die Erhebung beruht auf der Basis der Bestandszahlen von 1.145 ausgewählten Tierarten, die charakteristisch für die unterschiedlichen Land-, Meeres- und Süßwasserökosysteme der Erde sind. Der WWF-Bericht zeigt, dass sich der massive Abwärtstrend bei der Artenvielfalt fortsetzt. Die Verluste liegen sowohl in den Meeren als auch in landgebundenen Lebensräumen bei etwa 30 Prozent. Noch dramatischer ist der Rückgang an biologischer Vielfalt in den Flüssen und Feuchtgebieten. Hier haben sich die Bestandszahlen seit 1970 nahezu halbiert. Die Untersuchung zeigt, dass die Menschheit deutlich über ihre Verhältnisse lebt: Die Menschen verbrauchen 20 Prozent mehr als der Planet an Naturschätzen produziert.

... mehr zu:
»Fluss »Planet


„Derzeit erleben wir den größten Rückgang von Tier- und Pflanzenbeständen seit dem Verschwinden der Dinosaurier. Dieser Trend wird sich noch verstärken, denn der Druck auf die Natur nimmt weiter zu“, betont Dr. Peter Prokosch, Geschäftsführer des WWF Deutschland. Im „Living Planet Report“ wird vorgerechnet, dass pro Kopf durchschnittlich 2,2 Hektar gebraucht werden, um die Bedürfnisse an Nahrung, Energie und Infrastruktur der Erdenbürger zu befriedigen. In den Industriestaaten ist der Bedarf noch erheblich höher. Jeder Deutsche benötigt z.B. im Schnitt 4,8 Hektar. Das ist eindeutig zu viel: rechnet man die zur Verfügung stehende Fläche auf die Weltbevölkerung um, sind pro Kopf nur 1,8 Hektar vorhanden. Die Analyse beruht auf einer Modellrechnung, dem so genannten „ökologischen Fußabdruck“. Der Ansatz rechnet den Verbrauch an Rohstoffen in Fläche um. Der Landverbrauch für die Nahrungsmittel- und Holzproduktion wird ebenso berücksichtigt wie die für Städte, Straßen und andere Infrastruktur benötigten Gebiete. Zudem bezieht man die nötige Fläche ein, um den Kohlendioxidausstoß aufzunehmen.

Der WWF-Report zeigt, dass der westliche Lebensstil zu einer gefährlichen Schieflage des Planeten führt. „Wenn jeder Mensch so viel natürliche Ressourcen konsumieren und den gleichen Ausstoß an Kohlendioxid produzieren würde wie US-Amerikaner, Deutsche oder Franzosen, bräuchten wir fast drei weitere Planeten“, so Peter Prokosch. Besonders alarmierend sei der Energiehunger der Welt. Der Energiebedarf habe sich zwischen 1961 und 2001 versiebenfacht. Ein Großteil davon werde durch die Verbrennung von fossilen Rohstoffen wie Kohle Gas und Öl erzeugt. Die dadurch verursachten Klimaveränderungen seien eine große Gefahr für Mensch und Natur. Der WWF hält es deshalb für besonders wichtig, Druck auf die Entscheidungsträger in aller Welt auszuüben, um erneuerbare Energien und effiziente Technologien voranzutreiben.

Jörn Ehlers | WWF
Weitere Informationen:
http://www.wwf.de

Weitere Berichte zu: Fluss Planet

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Mehr wärmeliebende Tiere und Pflanzen durch Klimawandel
20.02.2017 | Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseen

nachricht Gebietsfremde Arten weltweit auf dem Vormarsch
15.02.2017 | Senckenberg Forschungsinstitut und Naturmuseen

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Durchbruch mit einer Kette aus Goldatomen

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des Wärmetransportes

Einem internationalen Physikerteam mit Konstanzer Beteiligung gelang im Bereich der Nanophysik ein entscheidender Durchbruch zum besseren Verständnis des...

Im Focus: Breakthrough with a chain of gold atoms

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

In the field of nanoscience, an international team of physicists with participants from Konstanz has achieved a breakthrough in understanding heat transport

Im Focus: Hoch wirksamer Malaria-Impfstoff erfolgreich getestet

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Tübinger Wissenschaftler erreichen Impfschutz von bis zu 100 Prozent – Lebendimpfstoff unter kontrollierten Bedingungen eingesetzt

Im Focus: Sensoren mit Adlerblick

Stuttgarter Forscher stellen extrem leistungsfähiges Linsensystem her

Adleraugen sind extrem scharf und sehen sowohl nach vorne, als auch zur Seite gut – Eigenschaften, die man auch beim autonomen Fahren gerne hätte. Physiker der...

Im Focus: Weltweit genaueste und stabilste transportable optische Uhr

Optische Strontiumuhr der PTB in einem PKW-Anhänger – für geodätische Untersuchungen, weltweite Uhrenvergleiche und schließlich auch eine neue SI-Sekunde

Optische Uhren sind noch genauer als die Cäsium-Atomuhren, die gegenwärtig die Zeit „machen“. Außerdem benötigen sie nur ein Hundertstel der Messdauer, um eine...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Die Welt der keramischen Werkstoffe - 4. März 2017

20.02.2017 | Veranstaltungen

Schwerstverletzungen verstehen und heilen

20.02.2017 | Veranstaltungen

ANIM in Wien mit 1.330 Teilnehmern gestartet

17.02.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Multikristalline Siliciumsolarzelle mit 21,9 % Wirkungsgrad – Weltrekord zurück am Fraunhofer ISE

20.02.2017 | Energie und Elektrotechnik

Wie Viren ihren Lebenszyklus mit begrenzten Mitteln effektiv sicherstellen

20.02.2017 | Biowissenschaften Chemie

Mehr wärmeliebende Tiere und Pflanzen durch Klimawandel

20.02.2017 | Ökologie Umwelt- Naturschutz