Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Forscherteam will Wasserqualität der Lahn verbessern

20.10.2004


Das Tiefbauamt der Stadt Gießen, eine Arbeitsgruppe der FH Gießen-Friedberg unter Leitung von Prof. Dr.-Ing. Ulf Theilen und das Ingenieurbüro für Abfluss, Kläranlagen, Steuerung (iaks) aus Sonthofen kooperieren bei einem Forschungsprojekt. Die Deutsche Bundesstiftung Umwelt fördert die Arbeiten mit über 200.000 Euro. Bei dem in Deutschland einmaligen Forschungsvorhaben geht es darum, die Gießener Abwasserentsorgung zu optimieren.



In vielen Entwässerungsnetzen ist es nicht oder kaum möglich, das Abflussverhalten des Kanalisationssystems im Zusammenspiel mit der Kläranlage situationsgerecht und umweltverträglich zu steuern. Die Folge ist, dass häufig unnötig hohe Schmutzfrachten in die Gewässer abgeführt werden. Aber es werden auch die für die Aufnahme von Regenwasser bestimmten Becken zu groß dimensioniert, was die Ausgaben in die Höhe treibt.

... mehr zu:
»Kläranlage »Regenwasser


Diese Situation hatte das Tiefbauamt der Stadt Gießen veranlasst, in Deutschland nach kompetenten Partnern zur Problemlösung zu suchen. Auf Grund der bisherigen guten Zusammenarbeit mit dem Fachbereich Bauwesen der FH Gießen-Friedberg bot sich die Integration des dortigen Fachwissens in das Forschungsvorhaben an. In das Forschungsteam konnte darüber hinaus das Ingenieurbüro iaks einbezogen werden, das über besonders große Erfahrungen auf diesem Problemfeld verfügt und nun die fachliche und organisatorische Projektleitung hat.

Das aktuelle Gemeinschaftsprojekt hat das Ziel, den Betrieb des Klärwerks Gießen so zu verbessern, dass die Reinigungsleistung gesteigert und die Betriebskosten gesenkt werden können. Für das im Kanalnetz abfließende Wasser soll eine verfahrenstechnische Lösung konzipiert werden, die es ermöglicht, die bei Regen vielfach nötige Ableitung unbehandelten Mischwassers (Schmutz- und Regenwasser) in die Flüsse zu reduzieren. Die Verantwortlichen des Projekts, neben Prof. Theilen, der Siedlungswasserwirtschaft an der FH lehrt, sind das Tiefbauamtsleiter Dipl.-Ing. Clemens Abel und Dipl.-Ing. Martina Scheer, Ingenieur-Büro iaks, sehen darin einen weiteren großen Schritt zur Verbesserung der Gewässergüte der Lahn.

Die angestrebte Steuerung wird auf der Basis von Messungen der Abflussmengen und der Schmutzkonzentrationen für das Entwässerungssystem der Stadt Gießen mit den angeschlossenen Umlandbereichen entwickelt. Sie soll in der Praxis getestet werden und als Modell für die Anlagen anderer Kommunen dienen. Die Beteiligten wollen damit eine Reihe umweltrelevanter Ziele erreichen: Unter anderem soll der Anteil unbehandelten Mischwassers weitestgehend reduziert und der Zulauf der Kläranlage unter Beachtung ihrer aktuellen Belastung (Menge und Schmutzfrachten) geregelt werden.

Die erwarteten Verbesserungen der Kläranlagenleistungen werden vom Ingenieurbüro iaks durch eine Computersimulation berechnet, die verschiedene Szenarien der Abflusssteuerung durchspielt. Der Schwerpunkt der Untersuchungen der FH-Mitarbeiter liegt in der kontinuierlichen Erfassung und Auswertung der Verschmutzungswerte. Zu diesem Zweck werden sie im Testbetrieb Proben entnehmen und Online-Sonden einsetzen, deren Analyseergebnisse zum Abgleich der Computersimulation herangezogen werden. Als weiterer Forschungsschwerpunkt wird in diesem Projekt die Wirksamkeit verschiedener Aggregate zur Reinigung der Kanalisation überprüft.

Erhard Jakobs | Deutsche Bundesstiftung Umwelt
Weitere Informationen:
http://www.fh-giessen.de

Weitere Berichte zu: Kläranlage Regenwasser

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Wie gefährlich ist Reifenabrieb?
19.02.2018 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

nachricht Verbreitung von Fischeiern durch Wasservögel – nur ein Mythos?
19.02.2018 | Universität Basel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Verlässliche Quantencomputer entwickeln

Internationalem Forschungsteam gelingt wichtiger Schritt auf dem Weg zur Lösung von Zertifizierungsproblemen

Quantencomputer sollen künftig algorithmische Probleme lösen, die selbst die größten klassischen Superrechner überfordern. Doch wie lässt sich prüfen, dass der...

Im Focus: Developing reliable quantum computers

International research team makes important step on the path to solving certification problems

Quantum computers may one day solve algorithmic problems which even the biggest supercomputers today can’t manage. But how do you test a quantum computer to...

Im Focus: Innovation im Leichtbaubereich: Belastbares Sandwich aus Aramid und Carbon

Die Entwicklung von Leichtbaustrukturen ist eines der zentralen Zukunftsthemen unserer Gesellschaft. Besonders in der Luftfahrtindustrie und in anderen Transportbereichen sind Leichtbaustrukturen gefragt. Sie ermöglichen Energieeinsparungen und reduzieren den Ressourcenverbrauch bei Treibstoffen und Material. Zum Einsatz kommen dabei Verbundmaterialien in der so genannten Sandwich-Bauweise. Diese bestehen aus zwei dünnen, steifen und hochfesten Deckschichten mit einer dazwischen liegenden dicken, vergleichsweise leichten und weichen Mittelschicht, dem Sandwich-Kern.

Aramidpapier ist ein etabliertes Material für solche Sandwichkerne. Sein mechanisches Strukturversagen ist jedoch noch unzureichend erforscht: Bislang fehlten...

Im Focus: Die Brücke, die sich dehnen kann

Brücken verformen sich, daher baut man normalerweise Dehnfugen ein. An der TU Wien wurde eine Technik entwickelt, die ohne Fugen auskommt und dadurch viel Geld und Aufwand spart.

Wer im Auto mit flottem Tempo über eine Brücke fährt, spürt es sofort: Meist rumpelt man am Anfang und am Ende der Brücke über eine Dehnfuge, die dort...

Im Focus: Eine Frage der Dynamik

Die meisten Ionenkanäle lassen nur eine ganz bestimmte Sorte von Ionen passieren, zum Beispiel Natrium- oder Kaliumionen. Daneben gibt es jedoch eine Reihe von Kanälen, die für beide Ionensorten durchlässig sind. Wie den Eiweißmolekülen das gelingt, hat jetzt ein Team um die Wissenschaftlerin Han Sun (FMP) und die Arbeitsgruppe von Adam Lange (FMP) herausgefunden. Solche nicht-selektiven Kanäle besäßen anders als die selektiven eine dynamische Struktur ihres Selektivitätsfilters, berichten die FMP-Forscher im Fachblatt Nature Communications. Dieser Filter könne zwei unterschiedliche Formen ausbilden, die jeweils nur eine der beiden Ionensorten passieren lassen.

Ionenkanäle sind für den Organismus von herausragender Bedeutung. Wenn zum Beispiel Sinnesreize wahrgenommen, ans Gehirn weitergeleitet und dort verarbeitet...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

Tag der Seltenen Erkrankungen – Deutsche Leberstiftung informiert über seltene Lebererkrankungen

21.02.2018 | Veranstaltungen

Digitalisierung auf dem Prüfstand: Hochkarätige Konferenz zu Empowerment in der agilen Arbeitswelt

20.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Verlässliche Quantencomputer entwickeln

22.02.2018 | Informationstechnologie

Histologie in 3D: Neue Färbemethode ermöglicht Nano-CT-Aufnahmen von Gewebeproben

22.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Forscher entdecken neuen Signalweg zur Herzmuskelverdickung

22.02.2018 | Medizin Gesundheit

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics