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Eine umfassende Sammlung von Reinkulturen von Zyanobakterienstämmen

12.10.2004


Um die Artenvielfalt von Süßwasserökosystemen bewerten und erhalten zu können, wurden Zyanobakterien isoliert. Die umfangreiche Sammlung steht für Taxonomie-Studien, für die Untersuchung von bioaktiven Molekülen und die Erforschung von Giftstoffen zur Verfügung.



Obwohl Mikroorganismen die Mehrheit der Arten innerhalb des gesamten globalen biologischen Systems bilden, ist bisher wenig über sie bekannt. Im Gegensatz zu anderen Organismen ist das Wissen über die Morphologie oder Biochemie von Mikroorganismen entweder beschränkt oder unklar. Solange diese Informationen nicht mit geeigneten molekularen Daten wie Gensequenzen kombiniert werden, sind Studien zur mikrobiellen Artenvielfalt nur sehr schwierig zu realisieren.



Die Forscher des MIDI-CHIP-Projekts haben deshalb ihre Aufmerksamkeit auf eine bestimmte Art von Mikroorganismen, die Zyanobakterien oder auch Blaugrün-Algen, gerichtet, die in Süßwasserseen oder -becken reichhaltig vorkommen. Aufgrund ihrer photosynthetischen Eigenschaften sind die Zyanobakterien eines der wichtigsten grundlegenden Elemente der Nahrungskette, obwohl sie unter bestimmten Bedingungen hochgiftige Verbindungen in Wasserblütenformationen bilden können.

Forscher waren in der Lage, eine Vielzahl von charakteristischen Angehörigen dieser ökologisch wertvollen Lebensgemeinschaft aus verschiedenen europäischen Seen sammeln. Nachdem die Forscher zwei Jahre lang Proben entnommen haben, konnten sie schließlich mit Hilfe von mehreren Verfahren, die verschiedene Anreicherungs- und Isolierungsmedien verwenden, hunderte von Zyanobakterienstämmen gewinnen. Diese Ansammlung von Bakterienstämmen, die aus Laborkulturen erzeugt wurde, spiegelt die natürlich Artenvielfalt der Zyanobakterien wieder.

Diese wertvollen Kulturen und Stämme eignen sich für Studien zur Taxonomie und Artenvielfalt von Zyanobakterien im Süßwasser. Außerdem können sie für die zyanobakterielle Charakterisierung in Analysen von Zyanotoxinen verwendet werden. Sie stellen weiterhin eine wichtige Grundlage für die Produktion von Gensequenzen dar, die in Mikroreihen weiter verwendet werden. Schließlich können Sie in anderen molekularen Verfahren genutzt werden, wie zum Beispiel Primer-Design und -Tests für (Echtzeit)-PCR zur Überwachung der Wasserqualität.

Stefano Ventura | ctm
Weitere Informationen:
http://www.ise.cnr.it

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