Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Just in Time - Ein gutes Timing erleichtert oekologische Innovationspolitik

28.09.2004


Ein "Jahr der Innovationen" sollte 2004 nach Ansicht der Bundesregierung werden. Rechtzeitig zum Schlussspurt haben die Fachhochschule Lausitz, das Institut fuer oekologische Wirtschaftsforschung (IOEW) und die Technische Universitaet Berlin ein Projekt zum Thema "Innovation, Zeit und Nachhaltigkeit - Zeitstrategien oekologischer Innovationspolitik" abgeschlossen. Gemeinsam gingen die Forschungseinrichtungen der Frage nach, wie die Politik das Innovationsgeschehen in Richtung Nachhaltigkeit steuern kann. Die Ergebnisse des Projektes sind in einer kuerzlich erschienenen Broschuere zusammengefasst.



Die Erkenntnis ist nicht neu: Die Umweltpolitik tut sich schwer mit schnellen Ausstiegen und radikalen Veraenderungen der technologischen Entwicklung. Ist ein technologischer Pfad einmal eingeschlagen, scheint es das Selbststeuerungsvermoegen moderner Industriegesellschaften zu ueberfordern, ihn wieder zu verlassen - selbst wenn klar ist, dass ein solcher Ausstieg oekologisch und oekonomisch sinnvoll waere. Hohe Kosten, Verteilungsprobleme und politische Traegheit verhindern die Ueberwindung einmal eingefahrener technologischer Wege. Wie laesst sich ein oekonomisch und oekologisch sinnvoller Technologiewechsel bewerkstelligen? "Alles eine Frage des Zeitpunktes", sagt Stefan Zundel, Professor fuer Oeffentliche Finanzwirtschaft, Energie und Umwelt an der Fachhochschule Lausitz und Leiter des Projektes. "Es kommt darauf an, im richtigen Moment des Innovationsgeschehens die passenden politischen Impulse zu setzen. Die Umweltpolitik braucht eine gute Zeitstrategie."



Die politische Steuerung von technologischen Prozessen, dies zeigen die Wissenschaftler in ihrem Projekt, steht und faellt nicht nur mit den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen. Sie ist auch abhaengig von sozio-kulturellen und politischen Faktoren, die entweder eingetretene Technologiepfade stabilisieren oder aber einen Pfadwechsel beguenstigen koennen. Solche instabilen Phasen, auch "windows of opportunity" oder "Zeitfenster" genannt, bieten der Politik gute Moeglichkeiten fuer eine Umsteuerung in Richtung Nachhaltige Entwicklung.

So hat sich in Japan im Bereich der Chlor-Alkali-Elektrolyse das oekologisch und oekonomisch fortschrittliche Membran-Verfahren durchgesetzt, in Deutschland dominiert weiterhin das oekologisch bedenkliche Quecksilber-Verfahren. Der Grund dafuer: Japan nutzte ein Zeitfenster zur radikalen Umsteuerung der Technologie, Deutschland nicht. Bei der Foerderung von Erneuerbaren Energien scheint die bundesdeutsche Umweltpolitik zwar aus der Vergangenheit gelernt zu haben und versucht jetzt einen Pfadwechsel - bei Passivhaeusern jedoch hat sie ihn durch zu geringe Unterstuetzung verzoegert.
Die Broschuere "Zeitstrategien oekologischer Innovationspolitik" richtet sich an Akteure in Politik und Wirtschaft. Sie steht zum kostenlosen Download bereit unter www.ioew.de. Gedruckte Rezensionsexemplare sind erhaeltlich ueber das Institut fuer oekologische Wirtschaftsforschung (IOEW), E-mail: kommunikation@ioew.de.

Das Projekt "Innovation, Zeit und Nachhaltigkeit - Zeitstrategien oekologischer Innovationspolitik" wurde gefoerdert vom Bundesministerium fuer Bildung und Forschung (BMBF) im Foerderschwerpunkt "Rahmenbedingungen fuer Innovationen zum nachhaltigen Wirtschaften".

Kontakt:

Prof. Dr. Stefan Zundel (Projektkoordination)
Fachhochschule Lausitz (FHL),
Fachbereich Wirtschaftswissenschaften
Tel.: 03573 - 85-733
E-Mail: zundel@fh-lausitz.de

Ruediger Haum
Institut fuer oekologische Wirtschaftsforschung gGmbH (IOEW)
Potsdamer Str.105
10785 Berlin
Tel. 030-884594-28
E-Mail: ruediger.haum@ioew.de

Claudia Nikschtat | idw
Weitere Informationen:
http://www.ioew.de

Weitere Berichte zu: IOEW Innovationspolitik Nachhaltigkeit Umweltpolitik

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Wie gefährlich ist Reifenabrieb?
19.02.2018 | Fraunhofer-Institut für Umwelt-, Sicherheits- und Energietechnik UMSICHT

nachricht Verbreitung von Fischeiern durch Wasservögel – nur ein Mythos?
19.02.2018 | Universität Basel

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Innovation im Leichtbaubereich: Belastbares Sandwich aus Aramid und Carbon

Die Entwicklung von Leichtbaustrukturen ist eines der zentralen Zukunftsthemen unserer Gesellschaft. Besonders in der Luftfahrtindustrie und in anderen Transportbereichen sind Leichtbaustrukturen gefragt. Sie ermöglichen Energieeinsparungen und reduzieren den Ressourcenverbrauch bei Treibstoffen und Material. Zum Einsatz kommen dabei Verbundmaterialien in der so genannten Sandwich-Bauweise. Diese bestehen aus zwei dünnen, steifen und hochfesten Deckschichten mit einer dazwischen liegenden dicken, vergleichsweise leichten und weichen Mittelschicht, dem Sandwich-Kern.

Aramidpapier ist ein etabliertes Material für solche Sandwichkerne. Sein mechanisches Strukturversagen ist jedoch noch unzureichend erforscht: Bislang fehlten...

Im Focus: Die Brücke, die sich dehnen kann

Brücken verformen sich, daher baut man normalerweise Dehnfugen ein. An der TU Wien wurde eine Technik entwickelt, die ohne Fugen auskommt und dadurch viel Geld und Aufwand spart.

Wer im Auto mit flottem Tempo über eine Brücke fährt, spürt es sofort: Meist rumpelt man am Anfang und am Ende der Brücke über eine Dehnfuge, die dort...

Im Focus: Eine Frage der Dynamik

Die meisten Ionenkanäle lassen nur eine ganz bestimmte Sorte von Ionen passieren, zum Beispiel Natrium- oder Kaliumionen. Daneben gibt es jedoch eine Reihe von Kanälen, die für beide Ionensorten durchlässig sind. Wie den Eiweißmolekülen das gelingt, hat jetzt ein Team um die Wissenschaftlerin Han Sun (FMP) und die Arbeitsgruppe von Adam Lange (FMP) herausgefunden. Solche nicht-selektiven Kanäle besäßen anders als die selektiven eine dynamische Struktur ihres Selektivitätsfilters, berichten die FMP-Forscher im Fachblatt Nature Communications. Dieser Filter könne zwei unterschiedliche Formen ausbilden, die jeweils nur eine der beiden Ionensorten passieren lassen.

Ionenkanäle sind für den Organismus von herausragender Bedeutung. Wenn zum Beispiel Sinnesreize wahrgenommen, ans Gehirn weitergeleitet und dort verarbeitet...

Im Focus: In best circles: First integrated circuit from self-assembled polymer

For the first time, a team of researchers at the Max-Planck Institute (MPI) for Polymer Research in Mainz, Germany, has succeeded in making an integrated circuit (IC) from just a monolayer of a semiconducting polymer via a bottom-up, self-assembly approach.

In the self-assembly process, the semiconducting polymer arranges itself into an ordered monolayer in a transistor. The transistors are binary switches used...

Im Focus: Erste integrierte Schaltkreise (IC) aus Plastik

Erstmals ist es einem Forscherteam am Max-Planck-Institut (MPI) für Polymerforschung in Mainz gelungen, einen integrierten Schaltkreis (IC) aus einer monomolekularen Schicht eines Halbleiterpolymers herzustellen. Dies erfolgte in einem sogenannten Bottom-Up-Ansatz durch einen selbstanordnenden Aufbau.

In diesem selbstanordnenden Aufbauprozess ordnen sich die Halbleiterpolymere als geordnete monomolekulare Schicht in einem Transistor an. Transistoren sind...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

VideoLinks
Industrie & Wirtschaft
Veranstaltungen

DFG unterstützt Kongresse und Tagungen - April 2018

21.02.2018 | Veranstaltungen

Tag der Seltenen Erkrankungen – Deutsche Leberstiftung informiert über seltene Lebererkrankungen

21.02.2018 | Veranstaltungen

Digitalisierung auf dem Prüfstand: Hochkarätige Konferenz zu Empowerment in der agilen Arbeitswelt

20.02.2018 | Veranstaltungen

VideoLinks
Wissenschaft & Forschung
Weitere VideoLinks im Überblick >>>
 
Aktuelle Beiträge

Kameratechnologie in Fahrzeugen: Bilddaten latenzarm komprimiert

21.02.2018 | Messenachrichten

Mit grüner Chemie gegen Malaria

21.02.2018 | Biowissenschaften Chemie

Periimplantitis: BMBF fördert zahnärztliches Verbund-Projekt mit 1,1 Millionen Euro

21.02.2018 | Förderungen Preise

Weitere B2B-VideoLinks
IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics