Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

EcoTopTen: Konsum mit Köpfchen

23.09.2004


Öko-Institut setzt Innovationsziele / Verbraucherinformation über eine neue Produkt-Generation

... mehr zu:
»EcoTopTen »Konsum »Öko-Produkte

Wer beim Einkauf eine bewusste Entscheidung für attraktive nachhaltige Produkte treffen möchte, hat es in Zukunft einfacher. Denn mit "EcoTopTen" haben anspruchsvolle VerbraucherInnen in Kürze eine professionelle Marktübersicht zur Hand. EcoTopTen ist eine große, vom Öko-Institut e.V. initiierte Informationskampagne für nachhaltigen Konsum und Produkt-Innovationen im Massenmarkt. Im Fokus stehen dabei die EcoTopTen-Produkte. Sie sind qualitativ und technisch hochwertig, haben ein gutes Preis-Leistungs-Verhältnis und sind selbstverständlich ökologisch. "Und das" betont Dr. Rainer Grießhammer, stellvertretender Geschäftsführer des Öko-Instituts und Initiator der Kampagne, "nehmen wir wörtlich: Öko-Produkte, die überteuert sind oder eine schlechte Qualität haben, sind keine guten Produkte und fallen bei der Bewertung durch." Im März 2005 geht die EcoTopTen-Kampagne unter Schirmherrschaft von Bundesministerin Renate Künast an die Öffentlichkeit. Schon jetzt informiert die neu eingerichtete Homepage der Initiative unter www.ecotopten.de über die Vorbereitungen und Hintergründe der Kampagne.

EcoTopTen umfasst zehn Produktfelder, die in Sachen Verbraucherkosten und Umweltbelastung besonders stark ins Gewicht fallen. Diese zehn Produktfelder verursachen derzeit bei Herstellung, Gebrauch und Entsorgung etwa 60 Prozent der bundesdeutschen Umweltbelastungen und umfassen etwa 65 Prozent der Haushaltsausgaben der KonsumentInnen. Einbezogen werden klassische Produktgruppen wie etwa Autos, Wohnungen oder Lebensmittel, aber auch sich schnell entwickelnde Produktgruppen wie etwa Multimedia-Geräte oder Geldanlagen und Versicherungen. Beispiele für EcoTopTen-Produkte sind Niedrigverbrauchs-Autos ("Fit für die nächste Ölkrise"), Car-Sharing ("Das echte Sparmodell"), wartungsarme und sichere Fahrräder ("Licht- und Bremsprobleme? Ohne uns!"), Waschmaschinen mit Dialogsystem ("Da passt noch mehr rein"), virtuelle Anrufbeantworter ("Da geht nichts mehr kaputt"), Grüner Strom ("Der private AKW-Ausstieg") und Produkt-Kombinationen ("Das kleine Notebook für unterwegs, mit Anschluss an den Flachbildschirm-TV zu Hause"). Da werden die zu Recht kaufmüden Verbraucher hellwach.


Konventionelle Produkte werden genauso untersucht und bewertet wie Öko-Produkte. Denn nur wenn sich Öko-Produkte auch bei Qualität und Kosten bewähren, erzielen sie bei EcoTopTen ein gutes Ranking. Das macht Projektleiterin Kathrin Graulich unmissverständlich klar: "Letztendlich entscheiden die VerbraucherInnen - und sonst keiner." Einem möglichen Missverständnis will Rainer Grießhammer von vorne herein begegnen: "EcoTopTen ist weder ein neues Produkt-Siegel noch eine Konkurrenz für bestehende Produktsiegel wie das Umweltzeichen "Blauer Engel". Ganz im Gegenteil: Soweit möglich beziehen wir bestehende Produkt-Siegel bei den Ranking-Kriterien ein."

Doch nicht nur für VerbraucherInnen ist EcoTopTen interessant: Auch Unternehmen können von der Kampagne profitieren. Ausgehend von technischen Analysen und Konsumforschung wird das Öko-Institut regelmäßig "Innovationsziele" aus Sicht anspruchsvoller VerbraucherInnen veröffentlichen. Die Innovationsziele sind für die Unternehmen gleichermaßen Messlatte wie Orientierungshilfe. Kathrin Graulich ist optimistisch, dass die EcoTopTen-Kampagne ihre Ziele erreicht: "Die Untersuchungen haben gezeigt, dass viele Innovationen schon in den Schubladen der ProduktentwicklerInnen und Marketingabteilungen liegen - die warten nur noch auf eine Kampagne wie EcoTopTen."

Beauftragt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung hat das Öko-Institut die EcoTopTen-Kampagne zusammen mit dem Institut für sozial-ökologische Forschung, ISOE, im Rahmen eines Forschungsprojektes vorbereitet. Mit der Produktentwicklungs-Methode PROSA, Product Sustainability Assessment, (www.PROSA.org), und eigener Konsumforschung werden Produktentwicklungen initiiert und Marktübersichten erstellt.

In fünf Monaten startet die auf zwei Jahre angelegte EcoTopTen-Kampagne. Flankiert von Informationsangeboten wie Verbraucherberatung und Internetpräsenz stehen weitere Elemente im Mittelpunkt der Öffentlichkeitsarbeit. Wettbewerbe zwischen großen Mitgliederverbänden, Medienpartnerschaften und Events werden für große Aufmerksamkeit sorgen. Aktuelle Informationen zur Kampagne, dem Forschungsprojekt und zu ersten Innovationszielen finden Sie ab sofort im Internet unter www.ecotopten.de. Hier werden zum Start der Kampagne im März 2005 auch in regelmäßigen Abständen Produktübersichten mit den EcoTopTen-Produkten veröffentlicht.

AnsprechpartnerIn
Projektleiterin Kathrin Graulich, Bereich "Produkte & Stoffströme", Öko-Institut e.V. Freiburg, Telefon 0761/452 95-51

Dr. Rainer Grießhammer, Stellvertretender Geschäftsführer, Öko-Institut e.V. Freiburg, Telefon 0761/452 95-50

Christiane Rathmann | idw
Weitere Informationen:
http://www.oeko.de
http://www.oeko.de/newsletter.htm

Weitere Berichte zu: EcoTopTen Konsum Öko-Produkte

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Erste "Rote Liste" gefährdeter Lebensräume in Europa
16.01.2017 | Universität Wien

nachricht Kann das "Greening" grüner werden?
11.01.2017 | Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

Wissenschaftler der TU Chemnitz präsentieren im Februar und März 2017 ein neues temporäres System zum Schutz gegen Hochwasser auf Baumessen in Chemnitz und Dresden

Auch die jüngsten Hochwasserereignisse zeigen, dass vielerorts das natürliche Rückhaltepotential von Uferbereichen schnell erschöpft ist und angrenzende...

Im Focus: Wie Darmbakterien krank machen

HZI-Forscher entschlüsseln Infektionsmechanismen von Yersinien und Immunantworten des Wirts

Yersinien verursachen schwere Darminfektionen. Um ihre Infektionsmechanismen besser zu verstehen, werden Studien mit dem Modellorganismus Yersinia...

Im Focus: How gut bacteria can make us ill

HZI researchers decipher infection mechanisms of Yersinia and immune responses of the host

Yersiniae cause severe intestinal infections. Studies using Yersinia pseudotuberculosis as a model organism aim to elucidate the infection mechanisms of these...

Im Focus: Interfacial Superconductivity: Magnetic and superconducting order revealed simultaneously

Researchers from the University of Hamburg in Germany, in collaboration with colleagues from the University of Aarhus in Denmark, have synthesized a new superconducting material by growing a few layers of an antiferromagnetic transition-metal chalcogenide on a bismuth-based topological insulator, both being non-superconducting materials.

While superconductivity and magnetism are generally believed to be mutually exclusive, surprisingly, in this new material, superconducting correlations...

Im Focus: Erforschung von Elementarteilchen in Materialien

Laseranregung von Semimetallen ermöglicht die Erzeugung neuartiger Quasiteilchen in Festkörpersystemen sowie ultraschnelle Schaltung zwischen verschiedenen Zuständen.

Die Untersuchung der Eigenschaften fundamentaler Teilchen in Festkörpersystemen ist ein vielversprechender Ansatz für die Quantenfeldtheorie. Quasiteilchen...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Künftige Rohstoffexperten aus aller Welt in Freiberg zur Winterschule

18.01.2017 | Veranstaltungen

Bundesweiter Astronomietag am 25. März 2017

17.01.2017 | Veranstaltungen

Über intelligente IT-Systeme und große Datenberge

17.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

ALMA beginnt Beobachtung der Sonne

18.01.2017 | Physik Astronomie

Textiler Hochwasserschutz erhöht Sicherheit

18.01.2017 | Architektur Bauwesen

Neues Forschungsspecial zu Meeren, Ozeanen und Gewässern

18.01.2017 | Geowissenschaften