Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Zahl bedrohter Arten weit unterschätzt - Experten warnen vor Overkill auf der Erde

10.09.2004


Die Zahl der tatsächlich bedrohten Arten auf der Welt liegt nach Ansicht von Experten weit höher als bisher angenommen. Demnach könnte die Rate an bedrohten Tieren und Pflanzen um bis zu 50 Prozent über den bisherigen Schätzungen liegen. Vor allem Parasiten und Käfer, die von anderen Tieren oder Pflanzenarten, die ebenfalls bedroht sind, abhängig sind, wurden bisher nicht auf den Roten Listen berücksichtigt, berichtet das Wissenschaftsmagazin New Scientist.



Die Studie, die von den Experten Lian Pin Koh von der National University of Singapore und Robert Dunn von der amerikanischen Curtin University durchgeführt wurde, kommt zum Schluss, dass zusätzlich zu den derzeit 12.200 bedrohten Arten noch mindestens 6.300 hinzukommen. So sind beispielsweise mit dem bedrohten Kolobus-Affen auch drei Laus-Spezies bedroht. Solche und ähnliche Tiere wurden bisher meist nicht mitgezählt, da sie weniger Charisma haben, als ihre Wirte, meinen die Forscher. In Zukunft sollen also auch Spezies, die mit der bedrohten Art in Symbiose oder parasitär leben aufgezeichnet werden.

... mehr zu:
»Läuse »Parasit »Spezie


IUCN-Experten wie etwa Craig Hilton-Taylor sind von der Idee begeistert. Taylor räumt aber ein, dass die Arbeit, die dahinter steckt, groß sei. Das Forscherteam untersuchte in diesem Zusammenhang auch acht relativ gut erforschte Ficus-Arten und die mit ihnen lebenden Ficus-Wespen sowie Läuse und Milben, die in speziellen Seevögeln leben. Die Forscher schätzen, dass mit den bereits 399 bekannten ausgestorbenen Pflanzen, Fischen, Vögeln und Säugern auch weitere 200 unbekannte Spezies für immer verschwunden sind. Von den 9.536 derzeit bedrohten Arten, von denen es Aufzeichnungen gibt, sind mindestens 6.300 ebenso bedroht. Darunter sind rund 4.000 Käferarten, Schmetterlinge, Läuse und andere Parasiten.

Thomas Brooks vom Center for Applied Biodiversity Science of Conservation International in Washington sieht in der Arbeit der Forscher einen gewaltigen Schritt nach vorne. "Das Team hat den internationalen Bestrebungen tatsächlich sehr viel geholfen, weil es erstmals gezeigt hat, dass das große Sterben auch Arten betrifft, an die andere Forscher noch gar nicht gedacht haben".

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.redlist.org
http://www.biodiversityscience.org

Weitere Berichte zu: Läuse Parasit Spezie

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Müll in den Weltmeeren überall präsent: 1220 Arten betroffen
23.03.2017 | Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

nachricht Internationales Netzwerk bündelt experimentelle Forschung in europäischen Gewässern
21.03.2017 | Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise