Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Sorbenten auf Magnesiumbasis für die Abfallbehandlung

01.09.2004


Die Emissionen, die bei der Verbrennung von kommunalen Abfällen entstehen, werden momentan mit Hilfe von Verbindungen auf Kalziumbasis reguliert. Eine Alternative hierzu stellen Produkte auf Magnesiumbasis dar, die bei der Behandlung von Abgasen deutlich kosteneffektiver und umweltfreundlicher sind. Vor der Anwendung dieser Produkte wurden die für eine Verbesserung der Reaktivität erforderlichen physiko-chemischen Parameter eingehend untersucht.


Um das Volumen von verbrennbaren Haushalt- bzw. kommunalen Abfällen zu reduzieren, werden Verbrennungsverfahren genutzt, bei denen umweltschädigende chemische Substanzen erzeugt werden. Als solche müssen Chlorwasserstoff (HCl), Schwefeldioxid (SO2), Dioxine und Schwermetalle wirksam unter Kontrolle gehalten werden. Bis heute wurden häufig preisgünstige und weit verbreitete Produkte auf Kalziumbasis als Sorbenten für HCl- und SO2-Emissionen genutzt.

Im Vergleich zu diesen Sorbenten können Produkte auf Magnesiumbasis aufgrund ihres geringeren Molekulargewichts und der milderen basischen Eigenschaften die Leistungsfähigkeit bei der Abgasbehandlung steigern. Für die Neutralisierung der gleichen Menge von emittierten Chemikalien werden geringere Mengen dieser Produkte benötigt, was wiederum weniger Rückstände und eine effizientere Aufnahme von Schadstoffen zur Folge hat.


Im Rahmen eines von der Europäischen Kommission finanzierten Projektes wurden daraufhin die physikochemischen Eigenschaften von Produkten aus natürlichem Magnesit untersucht und verbessert, um die Reaktivität und die Aufnahme von Schadstoffen zu erhöhen. Forscher haben die Mikrostruktur bzw. die spezifische Oberfläche (SSA-Specific Surface Area) und die Korngröße von ätzendem Magnesiumoxid und Magnesiumhydroxid sowie die Neutralisationsgeschwindigkeit von verschiedenen sauren Reagenten mit diesen Sorbenten untersucht.

Insbesondere die Erzeugung von ätzendem Magnesiumoxid mit einer SSA größer als 60m²/g erfordert eine bessere Regulierung der Verkalkung, was durch eine Verkleinerung der Aufgabekorngröße des Magnesits erreicht werden kann. Außerdem kann die angemessene Anpassung der Form und der Länge der Flamme in den Brennern, die aus einer effektiven Regulierung des Brennstoffverbrauchs und der Verbrennungsluft resultiert, die Gleichmäßigkeit und Einheitlichkeit von ätzendem Magnesiumoxid erhöhen.

Eine Regulierung der Hydration spielt desweiteren eine wichtige Rolle bei der Erzeugung von vollständig wasserhaltigem Magnesiumoxid mit feinen Partikeln und niedriger Agglomeration. Unter Berücksichtigung dieser Aspekte führte das Projekt zur Entwicklung von innovativen Mg(OH)2-Verbindungen. Im Gegensatz zu anderen kommerziellen Produkten, deren SSA größer als 25m²/g ist, haben diese innovativen Produkte eine SSA, die größer als 40m²/g ist und werden den Erwartungen zufolge neue Märkte für Produkte auf Basis von natürlichem Magnesiumoxid öffnen.

Dr. Theofilos Zampetakis | ctm
Weitere Informationen:
http://www.grecianmagnesite.com

Weitere Berichte zu: Magnesiumbasis Magnesiumoxid Regulierung SSA Sorbenten

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Plastik – nicht nur Müll
26.04.2017 | Max-Planck-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften e.V.

nachricht Paradiese in Gefahr: Bayreuther Studierende forschen auf den Malediven zu Plastikmüll in den Meeren
13.04.2017 | Universität Bayreuth

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Weltweit einzigartiger Windkanal im Leipziger Wolkenlabor hat Betrieb aufgenommen

Am Leibniz-Institut für Troposphärenforschung (TROPOS) ist am Dienstag eine weltweit einzigartige Anlage in Betrieb genommen worden, mit der die Einflüsse von Turbulenzen auf Wolkenprozesse unter präzise einstellbaren Versuchsbedingungen untersucht werden können. Der neue Windkanal ist Teil des Leipziger Wolkenlabors, in dem seit 2006 verschiedenste Wolkenprozesse simuliert werden. Unter Laborbedingungen wurden z.B. das Entstehen und Gefrieren von Wolken nachgestellt. Wie stark Luftverwirbelungen diese Prozesse beeinflussen, konnte bisher noch nicht untersucht werden. Deshalb entstand in den letzten Jahren eine ergänzende Anlage für rund eine Million Euro.

Die von dieser Anlage zu erwarteten neuen Erkenntnisse sind wichtig für das Verständnis von Wetter und Klima, wie etwa die Bildung von Niederschlag und die...

Im Focus: Nanoskopie auf dem Chip: Mikroskopie in HD-Qualität

Neue Erfindung der Universitäten Bielefeld und Tromsø (Norwegen)

Physiker der Universität Bielefeld und der norwegischen Universität Tromsø haben einen Chip entwickelt, der super-auflösende Lichtmikroskopie, auch...

Im Focus: Löschbare Tinte für den 3-D-Druck

Im 3-D-Druckverfahren durch Direktes Laserschreiben können Mikrometer-große Strukturen mit genau definierten Eigenschaften geschrieben werden. Forscher des Karlsruher Institus für Technologie (KIT) haben ein Verfahren entwickelt, durch das sich die 3-D-Tinte für die Drucker wieder ‚wegwischen‘ lässt. Die bis zu hundert Nanometer kleinen Strukturen lassen sich dadurch wiederholt auflösen und neu schreiben - ein Nanometer entspricht einem millionstel Millimeter. Die Entwicklung eröffnet der 3-D-Fertigungstechnik vielfältige neue Anwendungen, zum Beispiel in der Biologie oder Materialentwicklung.

Beim Direkten Laserschreiben erzeugt ein computergesteuerter, fokussierter Laserstrahl in einem Fotolack wie ein Stift die Struktur. „Eine Tinte zu entwickeln,...

Im Focus: Leichtbau serientauglich machen

Immer mehr Autobauer setzen auf Karosserieteile aus kohlenstofffaserverstärktem Kunststoff (CFK). Dennoch müssen Fertigungs- und Reparaturkosten weiter gesenkt werden, um CFK kostengünstig nutzbar zu machen. Das Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) hat daher zusammen mit der Volkswagen AG und fünf weiteren Partnern im Projekt HolQueSt 3D Laserprozesse zum automatisierten Besäumen, Bohren und Reparieren von dreidimensionalen Bauteilen entwickelt.

Automatisiert ablaufende Bearbeitungsprozesse sind die Grundlage, um CFK-Bauteile endgültig in die Serienproduktion zu bringen. Ausgerichtet an einem...

Im Focus: Making lightweight construction suitable for series production

More and more automobile companies are focusing on body parts made of carbon fiber reinforced plastics (CFRP). However, manufacturing and repair costs must be further reduced in order to make CFRP more economical in use. Together with the Volkswagen AG and five other partners in the project HolQueSt 3D, the Laser Zentrum Hannover e.V. (LZH) has developed laser processes for the automatic trimming, drilling and repair of three-dimensional components.

Automated manufacturing processes are the basis for ultimately establishing the series production of CFRP components. In the project HolQueSt 3D, the LZH has...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Ballungsräume Europas

26.04.2017 | Veranstaltungen

200 Weltneuheiten beim Innovationstag Mittelstand in Berlin

26.04.2017 | Veranstaltungen

123. Internistenkongress: Wie digitale Technik die Patientenversorgung verändert

26.04.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Akute Myeloische Leukämie: Ulmer erforschen bisher unbekannten Mechanismus der Blutkrebsentstehung

26.04.2017 | Biowissenschaften Chemie

Naturkatastrophen kosten Winzer jährlich Milliarden

26.04.2017 | Interdisziplinäre Forschung

Zusammenhang zwischen Immunsystem, Hirnstruktur und Gedächtnis entdeckt

26.04.2017 | Biowissenschaften Chemie