Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Saure Meere gefährden Korallen

30.08.2004


PH-Werte in den Ozeanen sinken auf Rekordwerte



Die zunehmend sauren Meere könnten bis 2065 sämtliche Korallen der Erde vernichten. Zu diesem Schluss kommt die dänische Forscherin Katherine Richardson beim EuroScience- Forum, das derzeit in Stockholm stattfindet. Nach Ansicht der Expertin können jene Organismen, die Kalkstrukturen bilden, schwere Schäden im Aufbau bekommen.

... mehr zu:
»CO2 »Ozean »Phytoplankton


Die dänische Wissenschaftlerin vom Department of Marine Ecology in Aarhus weist darauf hin, dass die Übersäuerung durch CO2 Werte erreicht, die seit 55 Mio. Jahren nicht mehr so hoch waren. Ein Großteil des vom Menschen produzierten CO2 wird in den Ozeanen gebunden. Dort wandelt sich das Treibhausgas allerdings in Kohlensäure um. Der normale pH-Wert des Meerwassers beträgt acht, Wissenschaftler warnen jedoch davor, dass dieser Wert auf 7,4 sinken könnte. Eine solche Veränderung würde weit reichende Folgen für zahlreiche Organismen haben, die Kohlenstoff-Ionen zum Aufbau ihrer Strukturen benötigen.

Richardson kritisiert in diesem Zusammenhang auch, dass die Folgen der globalen Erwärmung durch den Eintrag von CO2 bisher in erster Linie auf den Landmassen und auf die Atmosphäre untersucht wurden. Insgesamt sind 78 Mio. Gigatonnen Kohlenstoff in den Sedimenten der Meere gebunden, im Vergleich dazu sind es lediglich 750 Gigatonnen in der Atmosphäre. Eine Veränderung dieser Mengen würde nach Ansicht der Forscherin immense Folgen für die Erde haben.

Die dominanteste Spezies im CO2-Haushalt ist Emiliana Huxleyi, ein Flagellat, der etwa 1,4 Mio. Quadratkilometer Ozeanoberfläche bewohnt. Wenn dieses Phytoplankton stirbt, sinkt es in Form von Partikeln langsam zu Boden. Forscher bezeichnen dieses Absinken als biologische Pumpe, weil es dazu beiträgt, Kohlendioxid von der Atmosphäre in den tiefen Ozean zu "pumpen". Vor allem in den höheren Breiten findet dieser Prozess verstärkt statt, weil das dort lebende Phytoplankton groß genug ist, aus dem Oberflächenwasser heraus in die Tiefe zu sinken. "E. Huxleyi dominiert die Weltmeere seit dem Holozän. Zuvor hatten diese Fähigkeiten andere Arten von Phytoplanton", so Richardson.

Wolfgang Weitlaner | pressetext.austria
Weitere Informationen:
http://www.esof2004.org

Weitere Berichte zu: CO2 Ozean Phytoplankton

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Müll in den Weltmeeren überall präsent: 1220 Arten betroffen
23.03.2017 | Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

nachricht Internationales Netzwerk bündelt experimentelle Forschung in europäischen Gewässern
21.03.2017 | Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise