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"Rettungsnetz" für die Wildkatze soll Naturschutz auf die Sprünge helfen

25.08.2004


Sollen sich in Hessen, Bayern und Thüringen in ihren ursprünglichen Lebensräumen bald wieder heimisch fühlen: Wildkatzen.


Raubtier soll in Thüringen, Hessen und Bayern wieder heimisch werden - DBU unterstützt Modellprojekt mit fast 500.000 Euro


Der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) knüpft mit seinen Landesverbänden in Hessen, Bayern und Thüringen ein "Rettungsnetz für die Wildkatze". Im Beisein von Thüringens Umweltminister Dr. Volker Sklenar gab heute Ron Hoffmann, Landesvorsitzender des BUND Thüringen, mit Vertretern der Deutschen Bundesstiftung Umwelt und der Zoologischen Gesellschaft Frankfurt (ZGF) den offiziellen Projektstart bekannt. Mit einem Brückenschlag vom Nationalpark Hainich zum Naturpark Thüringer Wald sollen die seltene Raubkatze und viele andere Arten wieder in ihren ursprünglichen Lebensräumen heimisch werden. Dabei stehe das Schicksal der Wildkatze für viele bedrohte Arten. DBU-Pressesprecher Franz-Georg Elpers: "Weil ihre Lebensräume längst wie Inseln in der intensiv genutzten Kulturlandschaft voneinander getrennt sind, sind viele Tiere und Pflanzen vom Aussterben bedroht." Die DBU unterstützt das Projekt mit 494.000 Euro.

Biotopverbund vom Harz über Hainich und Thüringer Wald bis nach Bayern


Der BUND will mit seinen Landesverbänden in Thüringen, Hessen und Bayern naturnahe Waldgebiete so miteinander vernetzen, dass die Wildkatze und andere Arten wieder eine Chance haben, neue Gebiete zu besiedeln. Dazu soll ein Biotopverbund geschaffen werden, der vom Harz über den Hainich und den Thüringer Wald bis nach Bayern reicht. Nach Westen soll sich der Verbund vom Hainich bis zum Kellerwald ziehen. Durchlässe an Straßen, Gehölzstreifen entlang von Feldrändern und Waldinseln sollen die Lebensräume wieder miteinander verbinden. Mithilfe eines innovativen Konzeptes zur genetischen Untersuchung von Wildkatzenhaaren soll kontrolliert werden, wohin die Katzen wandern und ob die Maßnahmen funktionieren. Die genetischen Untersuchungen werden mit Unterstützung des Bayerischen Landesamtes für Umweltschutz durchgeführt.

Eine Million Euro Gesamtvolumen für fünf Jahre

Das Projekt hat nach Angaben des BUND ein Gesamtvolumen von über einer Million Euro und eine Laufzeit von fünf Jahren. Neben der DBU beteiligt sich die ZGF an der Umsetzung des Projektes mit 150.000 Euro. Darüber hinaus wird das Vorhaben durch die zuständigen Ministerien und nachgeordneten Behörden in allen drei Bundesländern unterstützt. Die Landesstiftung Naturschutz in Thüringen hat für den Erwerb von Flächen zum Aufbau des Biotopverbundes bereits finanzielle Unterstützung in Aussicht gestellt.

Paradebeispiel für das, was sich DBU im Naturschutz auf Fahnen geschrieben hat

Für die DBU betonten Dr. Volker Wachendörfer und Franz-Georg Elpers, das Vorhaben sei ein Paradebeispiel für das, was sich die größte Umweltstiftung Europas mit ihrer Förderung im Naturschutz auf die Fahnen geschrieben habe. Es sei von hohes Aktualität und großer naturschutzfachlicher Bedeutung. Wachendörfer: "Ein umfassender Ansatz zur Erhaltung und Vernetzung von Restlebensräumen der Wildkatze, der - und das ist ein ganz wesentlicher Aspekt - in enger Kooperation zwischen Landnutzern und Naturschützern umgesetzt wird." Täglich würden über 100 Hektar Land für den Siedlungs- und Straßenbau verbraucht - aufs Jahr gerechnet entspreche dies mehr als der Hälfte der Fläche Berlins. Elpers: "Das macht deutlich, wie wichtig es ist, den Naturschutz stärker als bisher in die vorherrschenden Flächennutzungen einzubinden." Seit ihrer Gründung hat die DBU in über 260 innovative Naturschutzprojekte mehr als 71 Millionen Euro investiert. Insgesamt bewilligte die DBU in Thüringen 325 Projekte mit 78,5 Mio. €, in Hessen 353 Projekte mit 46 Mio. € und in Bayern 594 Projekte mit 100 Mio. €.

Ansprechpartner: Dr. Burkhard Vogel, Tel.: 0361/5550312 oder 0170/7319593, E-Mail: burkhard.vogel@bund.net.

Franz-Georg Elpers | DBU
Weitere Informationen:
http://www.dbu.de

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