Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Rückgang der Artenvielfalt soll weltweit bis 2010 deutlich reduziert werden

18.08.2004


BfN erarbeitet Nachhaltigkeitsindikator für die Artenvielfalt


Wird unsere Landschaft nachhaltig genutzt? Wie steht es um die Arten- und Lebensraumvielfalt in Deutschland? Nehmen die Arten in Deutschland zu oder ab? Für die Beantwortung dieser komplexen Fragen werden anschauliche und zugleich fachlich fundierte Indikatoren benötigt. In einem Forschungsvorhaben des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) wurde ein Nachhaltigkeitsindikator für die Artenvielfalt erarbeitet, der Aussagen über den Zustand von Natur und Landschaft macht. Auf diese Weise können Erfolge, aber auch Fehlentwicklungen bei der Sicherung der biologischen Vielfalt sichtbar werden.

Der Nachhaltigkeitsindikator für die Artenvielfalt beruht auf der Bestandsentwicklung von insgesamt 51 Vogelarten, zu denen bundesweit seit vielen Jahren umfangreiche Daten verfügbar sind. Die Bestandsveränderungen der ausgewählten Arten indizieren die Qualität der Lebensräume und stehen stellvertretend für die Entwicklung vieler anderer Arten in der Landschaft. Die Trends spiegeln zum Beispiel die Nachhaltigkeit der Flächennutzung wider, welche eine wesentliche Voraussetzung für die Erhaltung der biologischen Vielfalt ist.


Diese Vogelarten sind den wichtigsten Landschafts- und Lebensraumtypen in Deutschland zugeordnet (Agrarlandschaft, Wälder, Siedlungen, Binnengewässer, Küsten und Meere). Ein Expertengremium hat für jede einzelne Vogelart einen Bestands-Zielwert festgelegt, der bis zum Jahr 2015 erreicht werden könnte, wenn die Leitlinien einer nachhaltigen Entwicklung und die gesetzlichen Vorgaben im Naturschutz vollständig umgesetzt werden. Aus der Annäherung an die Zielwerte in jedem einzelnen Lebensraumtyp wird der Gesamtindikator berechnet.

Der "Artenindikator" zeigt, dass bis 1990 ein starker Rückgang der Bestände der Vogelarten stattgefunden hat. Seitdem verläuft die Kurve relativ ausgeglichen bei etwa 70% des Zielwertes. Um in Zukunft eine Verbesserung zu erreichen, muss u. a. die Flächeninanspruchnahme für Siedlungen und Verkehr deutlich vermindert werden. Weiterhin sind die Ausweitung eines naturverträglichen Landbaus und die konsequente Umsetzung des novellierten Bundesnaturschutzgesetzes zu fordern. Der Indikator signalisiert somit weitreichenden politischen Handlungsbedarf, um die Ziele einer nachhaltigen Flächennutzung zu erreichen und die biologische Vielfalt zu fördern.

Der Nachhaltigkeitsindikator für die Artenvielfalt ist einer von insgesamt 21 Indikatoren der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung und der wichtigste Naturschutzindikator. Als zentraler Schlüsselindikator dient er auch der Überprüfung des sogenannten 2010-Ziels des EU-Umweltaktionsprogramms und des Übereinkommens über die Biologische Vielfalt. Der "Artenindikator" wird in den Fortschrittsbericht 2004 zur nationalen Nachhaltigkeitsstrategie einfließen und fortan alle zwei Jahre aktualisiert werden. Damit ist ein wichtiger Erfolg bei der Verankerung naturschutzfachlicher Themen in der politischen Debatte um Fragen der nachhaltigen Nutzung von Natur und Landschaft erreicht.

Das Forschungsprojekt zur Konzipierung des Nachhaltigkeitsindikators für die Artenvielfalt lief in den Jahren 2002 bis 2004. Es wurde vom Interdisziplinären Ökologischen Zentrum der Technischen Universität Bergakademie Freiberg, dem Büro Dr. Hermann Stickroth und der Forschungsstelle für Umweltpolitik der Freien Universität Berlin im Auftrag des Bundesamtes für Naturschutz durchgeführt. Die Ergebnisse sind im Heft 63 der Schriftenreihe "Angewandte Landschaftsökologie" publiziert und können für 14,-- Euro im Buchhandel oder beim BfN-Schriftenvertrieb im Landwirtschaftsverlag, 48084 Münster, Tel. 02501/801-300 bezogen werden. Hinweis: Naturathlon 2004 - Natur bewegt - 16.9. bis 3.10.2004

BfN erarbeitet Nachhaltigkeitsindikator für die Artenvielfalt

Wird unsere Landschaft nachhaltig genutzt? Wie steht es um die Arten- und Lebensraumvielfalt in Deutschland? Nehmen die Arten in Deutschland zu oder ab? Für die Beantwortung dieser komplexen Fragen werden anschauliche und zugleich fachlich fundierte Indikatoren benötigt. In einem Forschungsvorhaben des Bundesamtes für Naturschutz (BfN) wurde ein Nachhaltigkeitsindikator für die Artenvielfalt erarbeitet, der Aussagen über den Zustand von Natur und Landschaft macht. Auf diese Weise können Erfolge, aber auch Fehlentwicklungen bei der Sicherung der biologischen Vielfalt sichtbar werden.

Der Nachhaltigkeitsindikator für die Artenvielfalt beruht auf der Bestandsentwicklung von insgesamt 51 Vogelarten, zu denen bundesweit seit vielen Jahren umfangreiche Daten verfügbar sind. Die Bestandsveränderungen der ausgewählten Arten indizieren die Qualität der Lebensräume und stehen stellvertretend für die Entwicklung vieler anderer Arten in der Landschaft. Die Trends spiegeln zum Beispiel die Nachhaltigkeit der Flächennutzung wider, welche eine wesentliche Voraussetzung für die Erhaltung der biologischen Vielfalt ist.

Diese Vogelarten sind den wichtigsten Landschafts- und Lebensraumtypen in Deutschland zugeordnet (Agrarlandschaft, Wälder, Siedlungen, Binnengewässer, Küsten und Meere). Ein Expertengremium hat für jede einzelne Vogelart einen Bestands-Zielwert festgelegt, der bis zum Jahr 2015 erreicht werden könnte, wenn die Leitlinien einer nachhaltigen Entwicklung und die gesetzlichen Vorgaben im Naturschutz vollständig umgesetzt werden. Aus der Annäherung an die Zielwerte in jedem einzelnen Lebensraumtyp wird der Gesamtindikator berechnet.

Der "Artenindikator" zeigt, dass bis 1990 ein starker Rückgang der Bestände der Vogelarten stattgefunden hat. Seitdem verläuft die Kurve relativ ausgeglichen bei etwa 70% des Zielwertes. Um in Zukunft eine Verbesserung zu erreichen, muss u. a. die Flächeninanspruchnahme für Siedlungen und Verkehr deutlich vermindert werden. Weiterhin sind die Ausweitung eines naturverträglichen Landbaus und die konsequente Umsetzung des novellierten Bundesnaturschutzgesetzes zu fordern. Der Indikator signalisiert somit weitreichenden politischen Handlungsbedarf, um die Ziele einer nachhaltigen Flächennutzung zu erreichen und die biologische Vielfalt zu fördern.

Der Nachhaltigkeitsindikator für die Artenvielfalt ist einer von insgesamt 21 Indikatoren der nationalen Nachhaltigkeitsstrategie der Bundesregierung und der wichtigste Naturschutzindikator. Als zentraler Schlüsselindikator dient er auch der Überprüfung des sogenannten 2010-Ziels des EU-Umweltaktionsprogramms und des Übereinkommens über die Biologische Vielfalt. Der "Artenindikator" wird in den Fortschrittsbericht 2004 zur nationalen Nachhaltigkeitsstrategie einfließen und fortan alle zwei Jahre aktualisiert werden. Damit ist ein wichtiger Erfolg bei der Verankerung naturschutzfachlicher Themen in der politischen Debatte um Fragen der nachhaltigen Nutzung von Natur und Landschaft erreicht.

Das Forschungsprojekt zur Konzipierung des Nachhaltigkeitsindikators für die Artenvielfalt lief in den Jahren 2002 bis 2004. Es wurde vom Interdisziplinären Ökologischen Zentrum der Technischen Universität Bergakademie Freiberg, dem Büro Dr. Hermann Stickroth und der Forschungsstelle für Umweltpolitik der Freien Universität Berlin im Auftrag des Bundesamtes für Naturschutz durchgeführt. Die Ergebnisse sind im Heft 63 der Schriftenreihe "Angewandte Landschaftsökologie" publiziert und können für 14,-- Euro im Buchhandel oder beim BfN-Schriftenvertrieb im Landwirtschaftsverlag, 48084 Münster, Tel. 02501/801-300 bezogen werden. Hinweis: Naturathlon 2004 - Natur bewegt - 16.9. bis 3.10.2004

Franz August Emde | idw
Weitere Informationen:
http://www.naturathlon.de
http://www.bfn.de

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Müll in den Weltmeeren überall präsent: 1220 Arten betroffen
23.03.2017 | Alfred-Wegener-Institut, Helmholtz-Zentrum für Polar- und Meeresforschung

nachricht Internationales Netzwerk bündelt experimentelle Forschung in europäischen Gewässern
21.03.2017 | Leibniz-Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei (IGB)

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Wegweisende Erkenntnisse für die Biomedizin: NAD⁺ hilft bei Reparatur geschädigter Erbinformationen

Eine internationale Forschergruppe mit dem Bayreuther Biochemiker Prof. Dr. Clemens Steegborn präsentiert in 'Science' neue, für die Biomedizin wegweisende Forschungsergebnisse zur Rolle des Moleküls NAD⁺ bei der Korrektur von Schäden am Erbgut.

Die Zellen von Menschen und Tieren können Schäden an der DNA, dem Träger der Erbinformation, bis zu einem gewissen Umfang selbst reparieren. Diese Fähigkeit...

Im Focus: Designer-Proteine falten DNA

Florian Praetorius und Prof. Hendrik Dietz von der Technischen Universität München (TUM) haben eine neue Methode entwickelt, mit deren Hilfe sie definierte Hybrid-Strukturen aus DNA und Proteinen aufbauen können. Die Methode eröffnet Möglichkeiten für die zellbiologische Grundlagenforschung und für die Anwendung in Medizin und Biotechnologie.

Desoxyribonukleinsäure – besser bekannt unter der englischen Abkürzung DNA – ist die Trägerin unserer Erbinformation. Für Prof. Hendrik Dietz und Florian...

Im Focus: Fliegende Intensivstationen: Ultraschallgeräte in Rettungshubschraubern können Leben retten

Etwa 21 Millionen Menschen treffen jährlich in deutschen Notaufnahmen ein. Im Kampf zwischen Leben und Tod zählt für diese Patienten jede Minute. Wenn sie schon kurz nach dem Unfall zielgerichtet behandelt werden können, verbessern sich ihre Überlebenschancen erheblich. Damit Notfallmediziner in solchen Fällen schnell die richtige Diagnose stellen können, kommen in den Rettungshubschraubern der DRF Luftrettung und zunehmend auch in Notarzteinsatzfahrzeugen mobile Ultraschallgeräte zum Einsatz. Experten der Deutschen Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin e.V. (DEGUM) schulen die Notärzte und Rettungsassistenten.

Mit mobilen Ultraschallgeräten können Notärzte beispielsweise innere Blutungen direkt am Unfallort identifizieren und sie bei Bedarf auch für Untersuchungen im...

Im Focus: Gigantische Magnetfelder im Universum

Astronomen aus Bonn und Tautenburg in Thüringen beobachteten mit dem 100-m-Radioteleskop Effelsberg Galaxienhaufen, das sind Ansammlungen von Sternsystemen, heißem Gas und geladenen Teilchen. An den Rändern dieser Galaxienhaufen fanden sie außergewöhnlich geordnete Magnetfelder, die sich über viele Millionen Lichtjahre erstrecken. Sie stellen die größten bekannten Magnetfelder im Universum dar.

Die Ergebnisse werden am 22. März in der Fachzeitschrift „Astronomy & Astrophysics“ veröffentlicht.

Galaxienhaufen sind die größten gravitativ gebundenen Strukturen im Universum, mit einer Ausdehnung von etwa zehn Millionen Lichtjahren. Im Vergleich dazu ist...

Im Focus: Giant Magnetic Fields in the Universe

Astronomers from Bonn and Tautenburg in Thuringia (Germany) used the 100-m radio telescope at Effelsberg to observe several galaxy clusters. At the edges of these large accumulations of dark matter, stellar systems (galaxies), hot gas, and charged particles, they found magnetic fields that are exceptionally ordered over distances of many million light years. This makes them the most extended magnetic fields in the universe known so far.

The results will be published on March 22 in the journal „Astronomy & Astrophysics“.

Galaxy clusters are the largest gravitationally bound structures in the universe. With a typical extent of about 10 million light years, i.e. 100 times the...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungen

Lebenswichtige Lebensmittelchemie

23.03.2017 | Veranstaltungen

Die „Panama Papers“ aus Programmierersicht

22.03.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Rund 500 Fachleute aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutierten über technologische Zukunftsthemen

24.03.2017 | Veranstaltungsnachrichten

Förderung des Instituts für Lasertechnik und Messtechnik in Ulm mit rund 1,63 Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise

TU-Bauingenieure koordinieren EU-Projekt zu Recycling-Beton von über sieben Millionen Euro

24.03.2017 | Förderungen Preise