Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

WWF: Waldbrände wüten immer schlimmer. 95 Prozent werden von Menschen verursacht.

02.08.2004


Jeden Sommer kommt das Feuer




Jedes Jahr werden riesige Waldflächen ein Raub der Flammen. Auch in diesem Sommer werden Portugal, Spanien und Frankreich wieder von Feuern heimgesucht. Der WWF befürchtet, dass die aktuellen Waldbrände im Mittelmeerraum ähnlich katastrophale Ausmaße erreichen könnten wie im vergangenen Sommer. Pedro Regato ist beim WWF für die Erhaltung der Wälder im Mittelmeerraum zuständig. Er hält die Maßnahmen, die zum Schutz vor Waldbränden ergriffen werden, für unzureichend: „Statt auf Vorbeugung setzen die Regierungen zu sehr auf aufwändige Technik zur Brandbekämpfung. Solange aber nicht in Prävention investiert wird, können die Feuer nicht verhindert werden und werden immer schlimmer.“



Der WWF weist darauf hin, dass schätzungsweise 95 Prozent aller Waldbrände von Menschen verursacht werden - direkt oder indirekt, absichtlich oder aus Versehen. Niemand weiß genau, wie viele Hektar Wald jedes Jahr ein Opfer der Flammen werden. Doch Statistiken belegen, dass die Intensität der Waldbrände in den vergangenen hundert Jahren deutlich gestiegen ist. Der WWF schätzt, dass in den 1990er Jahren so viel Wald verbrannte wie nie zuvor. „Es gibt kaum noch natürliche Waldbrände. Fast alle Feuer sind auf menschliche Einflüsse zurückzuführen“, stellt WWF-Forstexperte Martin Geiger fest. Als Ursache Num-mer eins identifiziert der WWF Brandstiftung. Auch bei den aktuellen Waldbränden im Mittelmeerraum gehen die Behörden davon aus, dass die meisten Feuer auf bewusste oder fahrlässige Brandstiftung zu-rückzuführen sind. Achtlos weg geworfene Zigarettenstummel und Glasscherben sowie Lagerfeuer sind bei den zurzeit in Südeuropa herrschenden hochsommerlichen Temperaturen gefährliche Brandherde und häufig Auslöser verheerender Feuersbrünste.

Waldbrände gehören in vielen Regionen der Welt zum natürlichen Ablauf dazu. Doch überall dort, wo sie am falschen Ort, zur falschen Zeit, zu stark und zu häufig auftreten, stellen sie nach Ansicht des WWF eine ernsthafte Bedrohung für das Ökosystem Wald dar. Der WWF schätzt, dass im Mittelmeerraum jedes Jahr rund 800.000 Hektar Wald ein Opfer der Flammen werden - eine Fläche, die der Größe Korsikas ent-spricht. Besonders schlimm wüteten die Flammen im vergangenen Sommer in Portugal: Damals verbrann-ten dort nach Angaben des European Forest Fire Information Systems innerhalb weniger Wochen etwa 400.000 Hektar Wald, es entstand ein Schaden von rund einer Milliarde Euro. Viele der Brände könnten nach Ansicht des WWF durch sinnvolle Präventivmaßnahmen verhindert oder durch verbesserte Brandbe-kämpfung zumindest eingedämmt werden. Um Wälder vor dem Feuer zu schützen, müsse man langfristig denken und ihren natürlichen Zustand wieder herstellen. Martin Geiger: „Grundsätzlich gilt: Je natürlicher ein Wald ist, umso besser kann er einem Brand standhalten.“

Jenni Glaser | WWF
Weitere Informationen:
http://www.wwf.de

Weitere Berichte zu: Brandstiftung Mittelmeerraum Waldbrand Waldbränden

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Versauerung: Wie der Klimawandel die Süßgewässer belastet
12.01.2018 | Ruhr-Universität Bochum

nachricht Tote Bäume haben zahlreiche und treue Begleiter
10.01.2018 | Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Forscher entschlüsseln zentrales Reaktionsprinzip von Metalloenzymen

Sogenannte vorverspannte Zustände beschleunigen auch photochemische Reaktionen

Was ermöglicht den schnellen Transfer von Elektronen, beispielsweise in der Photosynthese? Ein interdisziplinäres Forscherteam hat die Funktionsweise wichtiger...

Im Focus: Scientists decipher key principle behind reaction of metalloenzymes

So-called pre-distorted states accelerate photochemical reactions too

What enables electrons to be transferred swiftly, for example during photosynthesis? An interdisciplinary team of researchers has worked out the details of how...

Im Focus: Erstmalige präzise Messung der effektiven Ladung eines einzelnen Moleküls

Zum ersten Mal ist es Forschenden gelungen, die effektive elektrische Ladung eines einzelnen Moleküls in Lösung präzise zu messen. Dieser fundamentale Fortschritt einer vom SNF unterstützten Professorin könnte den Weg für die Entwicklung neuartiger medizinischer Diagnosegeräte ebnen.

Die elektrische Ladung ist eine der Kerneigenschaften, mit denen Moleküle miteinander in Wechselwirkung treten. Das Leben selber wäre ohne diese Eigenschaft...

Im Focus: The first precise measurement of a single molecule's effective charge

For the first time, scientists have precisely measured the effective electrical charge of a single molecule in solution. This fundamental insight of an SNSF Professor could also pave the way for future medical diagnostics.

Electrical charge is one of the key properties that allows molecules to interact. Life itself depends on this phenomenon: many biological processes involve...

Im Focus: Wie Metallstrukturen effektiv helfen, Knochen zu heilen

Forscher schaffen neue Generation von Knochenimplantaten

Wissenschaftler am Julius Wolff Institut, dem Berlin-Brandenburger Centrum für Regenerative Therapien und dem Centrum für Muskuloskeletale Chirurgie der...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

2. Hannoverscher Datenschutztag: Neuer Datenschutz im Mai – Viele Unternehmen nicht vorbereitet!

16.01.2018 | Veranstaltungen

Fachtagung analytica conference 2018

15.01.2018 | Veranstaltungen

Tagung „Elektronikkühlung - Wärmemanagement“ vom 06. - 07.03.2018 in Essen

11.01.2018 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Der Kobold in der Zange

17.01.2018 | Biowissenschaften Chemie

Mit Elektrizität Magnetismus umschalten

17.01.2018 | Physik Astronomie

Maßgeschneiderte Eigenschaften erlauben Einblicke in Quantenpunkte

17.01.2018 | Physik Astronomie