Forum für Wissenschaft, Industrie und Wirtschaft

Hauptsponsoren:     3M 
Datenbankrecherche:

 

Kältemittel: Erste Unternehmen kündigen Verzicht auf klimaschädliche HFKW an

29.07.2004


Innovative, klimafreundliche Lösungen für Supermärkte sind technisch realisierbar


Seit nunmehr einem Jahr wird in der Europäischen Union über eine Verordnung diskutiert, die den Verzicht auf die Verwendung fluorierter Treibhausgase - wie etwa teilfluorierte Kohlenwasserstoffe HFKW - einleiten soll. Bisher bleiben dabei jedoch Supermärkte und Getränkeautomaten ausgeklammert. Unabhängig davon haben jetzt zum Beispiel die Firmen Coca-Cola, McDonald’s und Unilever angekündigt, freiwillig auf den Einsatz HFKW-haltiger Kältemitteln zu verzichten. Das ist ein wichtiger Schritt zum aktiven Klimaschutz. Auch für größere Anlagen - zum Beispiel in Supermärkten - stehen innovative Lösungen ohne HFKW zur Verfügung, wie eine aktuelle Studie des Umweltbundesamtes (UBA) zeigt.

Kälteanlagen in Supermärkten sind - neben Pkw-Klimaanlagen - eine große Quelle für klimaschädliche HFKW-Emissionen. Diese könnten langfristig vermieden werden. Das UBA hat die technischen Möglichkeiten hierzu erst kürzlich in einem umfangreichen Bericht veröffentlicht.


In einer Studie des UBA wurden jetzt acht ausgewählte Techniken für die Kühlung in Supermärkten verglichen und dabei nicht nur der Ausstoß der HFKW, sondern auch der Energieverbrauch der Anlagen sowie weitere Kriterien betrachtet. Als Referenzanlage diente eine Standardanlage mit HFKW. Im Ergebnis zeigte sich eindeutig: Im Vergleich zu alternativen Techniken wies die Referenzanlage zwar um 10-25 Prozent geringere jährliche Gesamtkosten (einschl. Kapitalkosten) aus, dafür aber auch einen um 10-30 Prozent höheren Ausstoß klimaschädlicher Treibhausgase. Dennoch werden die Techniken, die im Forschungsprojekt die günstigste Treibhausbilanz aufweisen, im europäischen Ausland immer häufiger installiert. Hierzu zählen vor allem Innovationen, die ausschließlich Kohlendioxid (CO2) als Kältemittel benötigen.

Neben Kälteanlagen für Supermärkte wurden auch Wärmedämmplatten betrachtet. Auch diese Produkte sind ohne HFKW in ihrer Treibhausbilanz günstiger. Darüber hinaus gibt die Studie einen Gesamtüberblick über den wissenschaftlichen Kenntnisstand zu fluorierten Treibhausgasen, insbesondere zu ihrem Umweltverhalten.

Die Studie "Risiken und Nutzen von fluorierten Treibhausgasen in Techniken und Produkten - Bewertung technischer Fallbeispiele unter besonderer Berücksichtigung der stoffintrinsischen Eigenschaften" ist in der Reihe "Climate Change" in deutscher Nr. 02/04 und englischer Nr. 03/04 Sprache erschienen. Sie umfasst 130 Seiten und ist kostenfrei erhältlich beim UBA, Zentraler Antwortdienst, Postfach 33 00 22, 14191 Berlin (Postkarte), Fax 030/89 03-2912, e-Mail: info@umweltbundesamt.de. Die Studie steht zudem als Download-Version auf der Internetseite des Umweltbundesamtes unter der Adresse www.umweltbundesamt.de zur Verfügung. Hier ist auch die Publikation des UBA "Fluorierte Treibhausgase in Produkten und Verfahren" veröffentlicht.

Jana Schmidt | idw
Weitere Informationen:
http://www.umweltbundesamt.de

Weitere Berichte zu: HFKW Kältemittel Supermarkt Treibhausgas

Weitere Nachrichten aus der Kategorie Ökologie Umwelt- Naturschutz:

nachricht Erste "Rote Liste" gefährdeter Lebensräume in Europa
16.01.2017 | Universität Wien

nachricht Kann das "Greening" grüner werden?
11.01.2017 | Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung - UFZ

Alle Nachrichten aus der Kategorie: Ökologie Umwelt- Naturschutz >>>

Die aktuellsten Pressemeldungen zum Suchbegriff Innovation >>>

Die letzten 5 Focus-News des innovations-reports im Überblick:

Im Focus: Scientists spin artificial silk from whey protein

X-ray study throws light on key process for production

A Swedish-German team of researchers has cleared up a key process for the artificial production of silk. With the help of the intense X-rays from DESY's...

Im Focus: Forscher spinnen künstliche Seide aus Kuhmolke

Ein schwedisch-deutsches Forscherteam hat bei DESY einen zentralen Prozess für die künstliche Produktion von Seide entschlüsselt. Mit Hilfe von intensivem Röntgenlicht konnten die Wissenschaftler beobachten, wie sich kleine Proteinstückchen – sogenannte Fibrillen – zu einem Faden verhaken. Dabei zeigte sich, dass die längsten Proteinfibrillen überraschenderweise als Ausgangsmaterial schlechter geeignet sind als Proteinfibrillen minderer Qualität. Das Team um Dr. Christofer Lendel und Dr. Fredrik Lundell von der Königlich-Technischen Hochschule (KTH) Stockholm stellt seine Ergebnisse in den „Proceedings“ der US-Akademie der Wissenschaften vor.

Seide ist ein begehrtes Material mit vielen erstaunlichen Eigenschaften: Sie ist ultraleicht, belastbarer als manches Metall und kann extrem elastisch sein....

Im Focus: Erstmalig quantenoptischer Sensor im Weltraum getestet – mit einem Lasersystem aus Berlin

An Bord einer Höhenforschungsrakete wurde erstmals im Weltraum eine Wolke ultrakalter Atome erzeugt. Damit gelang der MAIUS-Mission der Nachweis, dass quantenoptische Sensoren auch in rauen Umgebungen wie dem Weltraum eingesetzt werden können – eine Voraussetzung, um fundamentale Fragen der Wissenschaft beantworten zu können und ein Innovationstreiber für alltägliche Anwendungen.

Gemäß dem Einstein’schen Äquivalenzprinzip werden alle Körper, unabhängig von ihren sonstigen Eigenschaften, gleich stark durch die Gravitationskraft...

Im Focus: Quantum optical sensor for the first time tested in space – with a laser system from Berlin

For the first time ever, a cloud of ultra-cold atoms has been successfully created in space on board of a sounding rocket. The MAIUS mission demonstrates that quantum optical sensors can be operated even in harsh environments like space – a prerequi-site for finding answers to the most challenging questions of fundamental physics and an important innovation driver for everyday applications.

According to Albert Einstein's Equivalence Principle, all bodies are accelerated at the same rate by the Earth's gravity, regardless of their properties. This...

Im Focus: Mikrobe des Jahres 2017: Halobacterium salinarum - einzellige Urform des Sehens

Am 24. Januar 1917 stach Heinrich Klebahn mit einer Nadel in den verfärbten Belag eines gesalzenen Seefischs, übertrug ihn auf festen Nährboden – und entdeckte einige Wochen später rote Kolonien eines "Salzbakteriums". Heute heißt es Halobacterium salinarum und ist genau 100 Jahre später Mikrobe des Jahres 2017, gekürt von der Vereinigung für Allgemeine und Angewandte Mikrobiologie (VAAM). Halobacterium salinarum zählt zu den Archaeen, dem Reich von Mikroben, die zwar Bakterien ähneln, aber tatsächlich enger verwandt mit Pflanzen und Tieren sind.

Rot und salzig
Archaeen sind häufig an außergewöhnliche Lebensräume angepasst, beispielsweise heiße Quellen, extrem saure Gewässer oder – wie H. salinarum – an...

Alle Focus-News des Innovations-reports >>>

Anzeige

Anzeige

IHR
JOB & KARRIERE
SERVICE
im innovations-report
in Kooperation mit academics
Veranstaltungen

Neuer Algorithmus in der Künstlichen Intelligenz

24.01.2017 | Veranstaltungen

Gehirn und Immunsystem beim Schlaganfall – Neueste Erkenntnisse zur Interaktion zweier Supersysteme

24.01.2017 | Veranstaltungen

Hybride Eisschutzsysteme – Lösungen für eine sichere und nachhaltige Luftfahrt

23.01.2017 | Veranstaltungen

 
VideoLinks
B2B-VideoLinks
Weitere VideoLinks >>>
Aktuelle Beiträge

Im Interview mit Harald Holzer, Geschäftsführer der vitaliberty GmbH

24.01.2017 | Unternehmensmeldung

MAIUS-1 – erste Experimente mit ultrakalten Atomen im All

24.01.2017 | Physik Astronomie

European XFEL: Forscher können erste Vorschläge für Experimente einreichen

24.01.2017 | Physik Astronomie